Nordlichter in Ecuador? :-)

•8 April, 2009 • 2 Kommentare

Nach dem Bericht von den Galápagos Inseln wird dieser im Vergeleich dazu wohl ziemlich langweilig werden. Aber was solls :-) .

Montag letzte Woche, ich war gerade mit meinem Unterricht fertig, kam eine ganze Horde junger Leute nach Cambugán. Ich erfuhr dann, dass es angehende Aerzte aus den USA waren, die jetzt die Kinder und auch Erwachsene untersuchen sollten. So wurden erstmal alle Zimmer geraeumt und zu Untersuchungszimmern umfunktioniert. Es waren bestimmt 20 junge Leute und 2 oder 3 richtige Aerzte. Die kleinen Babys wurden geimpft, die groeseren Kinder bekamen eine Beschichtung auf die Zaehne und die andere wurden gemessen, gewogen und die Temperatur genommen. So weit, so gut. Als sie Schlange der wartenden jedoch nicht kleiner wurde, und es schon Zeit zum Mittagessen waren, beschlossen zwei der angehenden Aerzte einen neuen „Gespraechstisch“ aufzumachen, um mehr Leute untersuchen zu koennen. Doch da das Spanisch der meisten, nicht gerade das Beste war, sollte ich ihnen ein bisschen uebersetzen helfen. Ok. Der erste Patient war eine junge Frau, die wohl Schmerzen beim Schlucken, Kopfweh, und sonstige Gliederschmerzen hatte. Dann ging das Gefrage los: Wo haben sie Schmerzen? Wo genau? Wie sind die Schmerzen? Wo tut es ihnen sonst noch weh? Seit wann tut es ihnen weh? Tut es beim rennen auch weh? Tut es ihnen immer weh? ….. und so weiter und so fort. Irgendwann schauten die beiden sich an und meinten (in englisch natuerlich) ob der andere noch eine Frage haette. Und da beide nichts mehr zu fragen wussten meine die eine: Ja, dann werden wir sie mal abtasten, oder etwa nicht? Soll ich oder du? Ok. Die Frau wurde kurzerhand auf den „Untersuchungstisch“ gebeten und planlos abgetastet. Nachdem sie dann festgestellt hatten, dass die Frau nicht nur erkaeltet, sondern wirlich richtige Schmerzen hatte, wussten sie auch nicht weiter. So wurde kurzerhand der echte Doktor geholt, der auch fliessend Spanisch sprach, und er stellte die gaaanzen Fragen nochmal :-) . Ich hatte ein bisschen das Gefuehl, dass die Leute in Cambugan eigentlich nur Versuchskanninchen waren. Klar, der echte Doktor hat schon was gebracht, und bei starken Schmerzen den Leuten auch Tabletten gegeben, aber die andern konnten eh nichts machen als Gewicht und Groesse aufzuschreiben. Am Schluss hatten sie dann noch eine Frau (ca. 40 oder so), die sehr seltsame Symptome zu haben schien. Mal tat ihr der Kopf dauernd weh, mal nur ein bisschen, dann nur morgens, …. Ich dachte, die Frau hat einfach nichts zu tun und laesst sich halt mal untersuchen, aber am Ende stellte sich dann heraus, dass die Frau wahrscheinlich schwanger ist! Wow, na das ist doch wenigstens mal eine Diagnose. Nur hat die Frau das glaub ich auch schon vorher gewusst :-) .

Die restliche letzte Woche war eher ruhig und Freitag hatten wir ja schon wieder unsere grosse Reunion und dementsprechend keine Schule. Nachmittags habe ich mich dann noch mit Jens getroffen. Fuer diejenigen, die Jens nicht kennen, er hat mit mir Abi gemacht und ist jetzt auch als Freiwilliger in Ecuador. Eigentlich war er an einer Schule im Dschungel, aber als das nicht geklappt hat ist er auf eine Insel bei Guayaquil umquartiert worden :-) . Das war mal wieder ganz lustig, ein bekanntes Gesicht zu treffen. Naja, was heisst bekanntes Gesicht. Eigentlich habe ich ihn fast nicht wiedererkannt, da er jetzt kurze Haare und n halben Vollbaart hat :-D

Und diese Woche war wieder ganz normal Schule. Aber eben auch nicht wirklich. Da die Lehrer bis Freitag ihre Noten abgeben mussten, wurden diese Woche einfach pro Tag zwei Tests geschrieben. So hatte ich Mittwoch zum Beispiel ganz frei, was aber auch mal sehr angenehm war und Dienstag nach der Pause haben die Lehrer und ich die ganze restliche Zeit damit verbracht auszutuefteln, welches Kind was fuer die Fanesca mitbringt. Fanesca, so heisst eigentlich der Freitag vor Ostern (glaub ich) und da macht man eine ganz besondere Suppe mit allem nur erdenklichen Zeug. Also wirklich mit ALLEM! So haben wir kleine Zettelchen geschrieben und jedem Kind einen in die Hand gedrueckt, was es mitbringen soll.

Da ich Mittwochmorgen nicht wirklich viel zu tun hatte, habe ich meine Gastmutter Mariana beim kochen in der Schule geholfen. Sie hatte einen ganzen Topf voll Melloco (so was wie Kartoffel) und so sassen wir zu zweit da und haben geschnippelt und uns dabei super unterhalten. Ich hab langsam wirklich das Gefuehl, richtig in ihrer Familie aufgenommen zu sein und sie meinte auch, dass sie sich schon so an mich gewoehnt haben, dass es ganz schoen traurig wird, wenn ich in gut 2 1/2 Monaten geh. Sie meinte, dass sie, als sie noch klein war, in ihrem Haus nie Reis gegessen haben und auch kein Zucker und kein Oel gekannt haben. Kaum vorstellbar, da heute zu einem richtigen Essen unbedingt Reis dazu muss.
Nachmittags bin ich mit meinen Gastgeschwistern zum mortiño sammeln. Das ist so was wie Johannisbeere oder so was und das sollte Rosa fuer die Fanesca am Freitag mitbringen. So sind wir losgezogen durchs Gestruepp und ueber Wiesen, bis wir endlich bei dem mortiño waren. Da sassen wir dann bestimmt 2 Stunden und haben in aller Ruhe gesammelt, bis wir zwei kleine Eimerchen und eine halbe Tuete voll hatten.
Kaum Zuhause angekommen, hab ich dann angefangen zu kochen. Ja, ich hab endlich mal was fuer meine Familie gekocht. Eigentlich wollte ich das schon laenger mal machen, konnte mich aber nie dazu bewegen :-) . Am Mittwoch war es aber endlich soweit. Mit Lizeht hab ich zuerst ein paar Kartoffeln geschaelt, die dann geraspelt und ein paar Eier und bisschen Mehr dazugetan. Das alles schoen vermischt und fertig ist der Kartoffelpuffer. Oder doch nicht? Hm….. vielleicht noch ein Ei? Oder noch bisschen Mehl? Hilfe!!! Ich kann doch nicht kochen :-) !!! Ach, was solls. Wenns nicht schmeckt ess ich einfach alles selber. So hab ich angefangen die Puffer zu braten, waehrend Mariana auf unserer aller Wunsch hin Marmelade aus dem mortiño gemacht hat. Mensch, was fuer ein Essen! Das mit dem braten hat auch mehr oder weniger gut geklappt, bis auf dass es ziemlich langsam ging. Aber irgendwann war das Essen dann doch fertig. Kartoffelpuffer mit Reis und gebratenen Wuerstchen. Wenn das mal nicht gut schmeckt. Ich war ja wirklich ein bisschen besorgt, dass es ihnen nicht schmecken wuerde, aber nachdem alle nochmal nachbestellt haben und sogar die letzten Puffer sogar ohne Reis gegessen haben, habe ich es ihnen doch geglaubt, dass es schmeckt. Nur Manuelito war nicht so ganz davon ueberzeugt :-) . Als Nachtisch hatte ich jedem noch eine „Kinder-Sorpresa“, also ein Ü-Ei aus Ecuador. Das war echt ganz lustig, mit den vielen Ueberraschungen, die da rauskamen und mein Gastpapa war total ueberfordert, weil er seins zusammenbauen musste und es nicht verstanden hat :-) . Irgendwann meinte irgendwer leise zu Mariana: „Das kostet fei einen Dollar!“ Und sie meinte dann zu mir, ob das in Deutschland auch einen Dollar kostet. Da ist mir erst bewusst geworden, wie viel Geld das fuer die ist, wenn ich 7 Leuten so ein Ei mitbring…. Aber gut, was solls :-) .
Das Essen war also ein Erfolg und waehrend die Marmelade noch so vor sich hin kochte, bin ich kurz raus, und hab den schoensten Sonnenuntergang hier gesehen. Die ganze Woche schon war es total wolkenfrei und man hat alle 3 Vulkane sooo super schoen gesehen. Und selbst abends noch, hat man jeden kleinen Huegel  des Imbaburas genau erkannt. Dazu war der ganze Himmel rosa und nur ein paar einzelne Wolken da, die alles erst richtig schoen gemacht haben. Als ich gerade wieder gehen wollte, sah ich neben dem Imbabura was blitzen. Wirklich wie in Blitz aber richtig gross und das kam dann auch die ganze Zeit, mal mehr mal weniger, mal heller mal nicht so hell. Mariana meinte, dass das jedes Jahr so ist, wenn es weniger regnet und so. Das war bestimmt so was wie „Nordlichter“ nur eben hier in Ecuador irgendeine andere komische Himmelserscheinung. Aber es sah echt sooo schoen aus. Ich stand bestimmt 10 Minuten da und hab das angeschaut, bis sie mich ausgelacht haben. Also nicht richtig, nur ein bisschen :-) . Irgendwann war dann auch endlich die Marmelade feritg. Zwar noch eher trinkbar als schmierbar, aber trotzdem superlecker!!! Ja, ich glaub das war einer der schoensten Tage bisher :-) .

Freitag haben wir dann die beruehmte Fanesca Suppe gemacht. Wundersamerweise hat es auch echt geklappt, und jedes Kind hat alles mitgeracht was es sollte. So hatten wir irgendwann 1000 Tueten in der Kueche stehen. Und dann gings los mit kochen. Ich hab natuerlich fleissig geholfen, um auch noch was zu lernen. Naja, selber machen koennte ich es noch nicht, dafuer hab ich aber richtig gut Gemuese schneiden gelernt. Das macht total Spass, weil hier alles ja immer ohne Schneidebrettchen gemacht wird. Hier wird ALLES in der Hand geschnitten! Geht viel schneller und man muss nicht so viel abspuelen. Cool oder? Mit den zwei Kochfrauen hab ich dann also erstmal den halben morgen geschnipfelt.  Zuerst Sambo (das sieht aus wie ne Wassermelone) dann Zapallo (das sieht aus wie n Kuerbis). Das wird gekocht, bis es sich mehr oder weniger aufloest und es eine schoene waessrige Matsche gibt. Dann haben wir 2 mega Kohlkoepfe geschnitten, Karotten, und Knoblauch und Melloco. Das kommt dann gegen Ende auch in die Suppe, zusammen mit allen moeglichen „Koernern“. Bohnen, Abas, choclo und chocho (beides Maissorten) und Erbsen. So, nebenher wird noch Fisch gekocht, und das Wasser am ende in die Suppe geschuettet, fuer den geschmack. Sonst haben wir, neben der Suppe, noch die Colada Morada. Also so eine dicklichere Pampe, die mit Brombeersaft lila gemacht wird. Darein haben wir Ananas (selbst das in der Hand!), Aepfel und Erdbeeren geschnipfelt. Die war relativ schnell fertig. Nach einem ganzen morgen voll im stress konnten wir gegen 1 Uhr endlich essen! Ja, und dann kams: Alle stuermten mit ihren Tellern in die Kueche und wir haben jedem einen Teller Suppe gegeben, und oben drauf kamen dann noch 3 Stuecke fritierte Banane, Zwiebeln, ein Stueck gekochtes Ei, ein Stueck Kaese, ein bisschen Fisch und kleine fritierte Teigbaellchen! Wow. Also es ist wirklich ALLES drin, sogar Milch! Es war auch total lecker nur hatte ich leider gar nicht mehr so viel hunger, weil ich schon so viel genasch hatte :-) . Aber echt gut. Zum Nachtisch gabs noch leckere Colada Morada… Was fuer ein Festmahl!

Hier nochmal kurz was zur „Organisation“ in Ecuador. Ich glaub in Deutschland weiss man jetzt schon, wann die Schulferien 2015 sein werden, hier weiss man es nicht mal 3 Tage vorher :-) . Am Mittwoch hiess es zu mir, wir haben die Woche danach Ferien, weil die von unserem Sektor das beschlossen haben. Donnerstag hiess es das sogar immernoch und ich hab mich echt schon gefreut und Plaene geschmiedet und so… Dann Freitag morgen hat jemand Ximena angerufen und gemeint, dass wir doch keien Ferien haben. Ok, Schade… Waere echt schoen gewesen…. So gegen 11 Uhr hat sie nochmal einen Anruf bekommen, vielleicht haben alle Schulen Ferien, aber noch weiss man es nicht genau. Also warten…. So gegen 14 Uhr, wir waren immernoch in der Schule, wussten wir es immernoch nicht und Ximena hat nochmal angerufen. Da hiess es dann wieder, wir machen doch Unterricht, bis Mittwoch eben. Donnerstag und Freitag ist eh frei. Menno…. Also doch keine Ferien. Selana hat sogar bis Freitag Nachmittag um 3 Uhr gedacht, dass sie Ferien hat, bis ihr Lehrer sie noch angerufen hat… Montag in der Schule ging dann die Diskussion wieder los. Anscheinend hiess es am Samstag offiziell, dass die Schulen Ferien machen koennen, und dass der Sektor das eben entscheiden muss. Dann ging es ewig hin und her, was denn jetzt besser waere und nun haben sie beschlossen „Trabajemos no más!“ Abeiten wir doch einfach… Menno… :-)

The time of my life!

•22 März, 2009 • 3 Kommentare

Lang, laenger, am laengsten! Ja, das ist wirklich ein langer Bericht, aber es gibt einfach soooo unglaublich viel zu erzaehlen… :-)

So, jetzt muss ich mich doch auch mal wieder melden. Das Problem ist eben immer, wenn viel passiert, hab ich keine Zeit zu schreiben und wenn ich Zeit habe zu schreiben, ist meistens nichts passiert :-) .

Jetzt aber zuerst einmal zum 27. Februar. Das ist hier jedes Jahr ein ganz besonderer Tag. Der „Día del Civismo“. Fuer diesen Tag wird schon Tage vorher das Marschieren, die Nationalhymne und noch viele andere patriotische Lieder geuebt. Am 27. Februar dann ist es soweit. Alle 7. Klaessler, und auch alle letzten Klassen des Colegios, muessen auf die Fahne Ecuadors schwoeren. Das laeuft dann ungefaehr so ab: Zuerst marschieren die Schueler der Klassen 1-6 ein und stellen sich in einem Viereck auf einem Platz auf. Ihnen folgen der Klassenbeste (abanderado) und die 2 naechst Besten (escoltas) , die ebenfalls einmarschieren, aber mit der Fahne in der Hand. Danach kommen die restlichen 7. Klaessler und stellen sich ebenfalls ins Viereck. Dann wird zuerst die Nationalhymne auf Kichwa gesungen, dann die „Hymno de la Patria“, dann die „Hymno del Civismo“ und was noch alles. Und dann faengt der wichtige Teil des Tages an. Alle 7. Klaessler marschieren nacheinander auf die Fahne zu (beginnend mit dem abanderado und den escoltas), man kniet sich hin, sagt laut „Sí, prometo!“ (Ja, ich schwoere!) und kuesst dann die Fahne. Das hoert sich ein wenig komisch an, ist es ehrlich gesagt auch, aber es ist wirklich schoen anzuschauen und eigentlich eine interessante Tradition. Ja, das war der Freitag.

Sonntagabend sollten dann eigentlich meine Eltern, meine Schwester Verena und meine Cousine Anja in Quito ankommen. Ja, wie immer stoert nur dieses „eigentlich“. Sonntagmorgen, ich hab noch tief und fest geschlafen, rief mich naemlich Papa an und meinte, dass der Flughafen in Atlanta gesperrt sei, und sie deshalb einen anderen Flug nehmen muessen. So koemmen sie erst Montagmorgen an. Jaja… In dem Moment hat mich das alles noch nicht wirklich gestoert und ich hab mich umgedreht und weitergeschlafen :-) . Als ich dann wieder aufgewacht bin, musst ich erstmal kurz ueberlegen, ob das nun ein Traum war, oder ob mich Papa wirklich angerufen hat…

Naja, dann eben nicht Sonntag, sondern Montag. Ich hatte extra meinen Wecker auf 4.45 Uhr gestellt, da ich EIGENTLICH puenktlich um halb 9 Uhr am Flughafen sein wollte. Ja, schon wieder dieses „eigentlich“. Als ich aufgewacht bin hatte ich naemlich mit einem mal totale Bauchschmerzen und mir war richtig schlecht. Nein, nicht schon wieder! Nicht heute! Ich hab mich trotzdem soweit fertig gemacht und wollte eigentlich so gegen 5.30 Uhr das Haus verlassen. Bis dahin hab ich mich noch ein bisschen aufs Sofa gelegt, in der Hoffnung, das Bauchweh wuerde weggehen. Leider wurde es nur noch schlimmer und auch die 4 Immodium, die ich mittlerweile genommen hatte, schienen nicht zu wirken. So, und was macht man nun? Ich konnte meine Eltern ja nicht einfach am Flughafen stehen lassen, aber mit den Bauchschmerzen waere ich wahrscheinlich nichtmal in Quito angekommen. Selana hat mir dann einen ihrer Wunder-Paracetamol gegeben und nach 5 Minuten ging es mir schlagartig besser.So bin ich dann doch noch, wenn auch erst um 6.30 Uhr, zur Strasse gelaufen und nach Quito gefahren.
Puentklich um 9 Uhr war ich am Flughafen. Dumm nur, dass die Maschine schon um 8.45 Uhr gelandet war :-) . Also hab ich mich gleich an den Ausgang gestellt und gewartet. Nach knapp 15 Minuten sah ich dann auch schon Mama auf mich zuspurten. Mit einem Grinsen und leicht feuchten Augen. Ich muss sagen, ich hab mich wirklich gefreut alle wieder zu sehen, aber es war eigentlich alles wie immer. Da unser Abholdienst noch nicht da war und sich die ganze Planung wegen der spaeteren Ankunft leicht verschoben hatte, musste Mama am Flughafen dann erstmal UMPACKEN! Da wusste ich noch nicht, wie oft ich dieses Wort in den folgenden Tagen noch hoeren wuerde. Aber das ist eben meine Mama :-) .
Nach kurzem Warten kam dann auch schon unser Taxi. Dennis. Er sollte uns die naechsten Tage noch von A nach B bringen und uns die Stadt ein bisschen zeigen. Der arme Dennis hatte leider schon Sonntagabend am Flughafen verbracht und auf meinen Besuch aus Deutschland gewartet, denn niemand hatte ihm Bescheid gesagt, dass sie erst einen halben Tag spaeter ankommen. Ja, das ist eben Ecuador.

Dennis hat uns also erstmal ins Hotel gefahren, in dem wir eigentlich haetten uebernachten sollen, und in dem Mama ein paar der umgepacken Koffer lassen wollte. Danach noch ein kurzer Begruessungskaffee vom Chef des Reisebueros und dann war es auch schon 1 Uhr. Zeit nach Otavalo zu fahren. Dennis hat uns also an der Strasse rausgelassen, wo uns gerade ein Bus vor der Nase weggefahren ist. Aber macht ja nichts, es kommt ja noch einer.  Und zwar keine 2 Minuten spaeter. Mama hat dann bemaengelt, dass es weder ein Wartehaeuschen gibt, noch einen anstaendigen Busfahrplan :-) . So sassen wir dann auch endlich im Bus nach Otavalo. Im Fernsehn kam wie immer ein Gewalt-Schlaeger-Film, die Verkaeufer sind wie immer fleissig rein und raus gelaufen und die Landschaft war auch wie immer superschoen.

In Otavalo angekommen haben wir zuerst das Hotel besichtigt und die Koffer abgestellt, um dann auch schon den Markt unsicher zu machen. Das Pech – oder Glueck, wie mans nimmt – war nur, dass viele der Staende schon abgebaut hatten und wir so nur die Haelfte der Auswahl zu sehen bekamen. Aber da eigentlich eh alle Staende das selbe anbieten, war das auch nicht so schlimm, und wir haben es auch so geschafft, ein bisschen einzukaufen. Ja, der arme Papa, aber das ist halt so, wenn man mit 4 Frauen unterwegs ist. Dafuer hatte er ja seine neue Spiegelrefelxdigitalkamera und war so doch auch genug beschaeftigt.
Nach dem Markt hab ich Mama, Papa, Verana und Anja unsere Luxuswohnung ueber den Daechern Otavalos gezeigt. Naja fast, aber es ist schon eine ganz schoen coole Wohnung :-) . Und als sie dann auch endlich wussten, wo ich so wohne sind wir was essen gegangen. Doch nicht lang, und alle waren total muede, inklusieve mir, und wir waren ziemlich bald schon im Bett.

p1070014Die Tagesplanung fuer Dienstag stand auch schon fest. Als erster Punkt stand Fruehstueck auf der Tageordnung. Gefruehstueckt haben wir in einem gemuetlichen Cafe, mit Blick auf den sich langsam fuellenden Marktplatz. Eigentlich haette das Cafe noch gar nicht aufgehabt, denn die Frau wollte eigentlich nur irgendwelche Getraenke holen, hat uns aber netterweise doch gleich bedient.

Nach dem leckeren Fruehstueck wollten wir EIGENTLICH zum Lechero p1070018hochfahren und die Aussicht geniessen. Aber da es total bewoelkt war, und man sowieso nichts gesehen hat, haben wir den Plan geaendert und sich erstmal shoppen gegangen. Der Markt war inzwischen vollstaendig aufgebaut und wir konnten das komplette Sortiment bewundern. Das Shoppen war auf jeden Fall in zweierlei Hinsichten erfolgreich. Erstens ist das Wetter wieder einigermassen schoen geworden, und zweitens haben wir den halben Markt leergekauft. 1 Picknickdecke, 2 Pullis, 15 Schals (!), 3 Figuerchen, 1 p1070016Haengematte, 1 Dekokuerbis, und 8 weitere Mitbringsel, die ich noch nicht nennen moechte. Waehrend unserer Shoppingtour hat uns zufaellig ein Deutscher angesprochen, der meinte: „Jaja, das Shopping-Gen. Das haben wir Maenner eben nicht!“ Ob er wohl Recht hat :-) ?

Nach dem erfolgreichen Eingekaufe sind wir dann also doch noch mit dem p1070022Taxi zum Lechero hochgefahren. Die Aussicht war nicht gerade die Beste, aber immerhin um einiges besser als noch am Morgen. Und da wir gut im Zeitplan waren, sind wir ganz sportlich wieder nach Otavalo zurueck gelaufen! Man muss dazu sagen, dass es wirklich nur bergab geht :-)

Puenktlich wie die schweizer Uhr hat uns um 2 Uhr Jorge mit seiner Camioneta abgeholt. Wir wollten naemlich zu der Kraterlagune Cuicocha p1070052fahren. Spannend war es, da es ja die erste Fahrt in einer Camioneta fuer die anderen war. Das hat man auch gemerkt :-) . Aber ich will ja nicht laestern…
Cuicocha ist wirklich schoen und wir hatten so Glueck mit dem Wetter. Leider hat sich der Cotacachi, der Vulkan direkt dahinter, nicht ganz gezeigt, aber wir konnten die Tasse Kaffe direkt am Ufer trotzdem geniessen. Und genau bei p10700631dieser Tasse Kaffe hat uns Jorge auf die Idee gebracht, am Abend doch Cuy essen zu gehen. Papa war sogleich hellauf begeistert, waehrend Verena eher leicht das Gesicht verzog. Aber wann bekommt man schonmal die Gelegenheit, eine Meersau zu essen, und so haben wir seinen Vorschlag angenommen und sind mit ihm nach Chaltura in ein zupergemuetliches Restaurant gefahren um Cuy zu essen. Besser gesagt, damit Papa Cuy essen konnte. Wir anderen hatten leckeren Reis mit Huenchen oder Rindfleisch. Das Meerschweinchen p1070075schien Papa aber gut bekommen zu sein und geschmeckt hat es ihm wohl auch sehr gut. Was fuer ein gelungener Tag, welchen wir noch ganz entspannt in unserer Stammbar, dem Fauno, bei einem Mojito und einem Caipiriña ausklingen liessen.

Am naechsten Tag stand Cambugán auf dem Tagesplan. Wieder holte uns p1070090Jorge puenktlich um 8 Uhr ab und wir machten uns auf den Weg zu meiner Gemeinde. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, wenn auch ein paar Wolken am Himmel waren, und man die Vulkane wieder nicht ganz sehen konnte.
In der Schule angekommen, hab ich spontan erstmal Englischunterricht gegeben, da Ximena wie schon so oft nicht da war. Und waehrendher haben mir meine Kinder, so im Nebensatz, gesagt, dass Donnerstag und Freitag keine Schule ist! Wow, dann kann ich ja doch noch ein bisschen mehr mit meiner Familie rumreisen!!! Nach der Pause haben wir p1070130mit den Kindern Sport gemacht. Ja, Kettenfangen auf 3300m Hoehe. Da geht einem doch ganz schoen schnell die Puste aus. Trotzdem hat Verena als einzige die ganze Zeit super mitgespielt und so die Herzen der Kinder fuer sich gewonnen :-) . Danach spielten wir noch Ruebenziehen, faules Ei (diesmal mit Papa) und Zublinzeln (da haben dann alle mitgemacht). Die „gringos“ waren natuerlich von Anfang an beliebt und wir mussten so alle doppelt so oft rennen :-) .
Nach einem leckeren Schulmittagessen haben wir uns  auf den Heimweg gemacht. Das heisst, zu dem Haus, das fuer mich wirklich schon wie ein zweites Zuhause geworden ist und in dem ich mich wirklich super wohlfuehl. Mama war zu zwar am Anfang doch ein bisschen geschockt, weil es wohl doch aermer und schlichter war als sie es sich vorgestellt hatte, aber die Kartoffeln mit Kaese, die meine Gastmama extra fuer uns gemacht hat, haben doch allen super geschmeckt. Ja, und dann standen wir da. Meine deutsche Familie und meine ecuadorianische Familie vor meinem Haus in Cambugán. Und da es wir immer nicht wirklich viel zu tun gibt, bin ich mit ihnen hinter meiner Oma ihrem Haus den Berg hochgelaufen, um ein bisschen die Aussicht zu geniessen. Und als wir da so sassen, hat Verena sich mit Lobo, Omas kleinem Hund, angefreundet, nachdem sie an diesem Tag schon Freundschaften mit kleinen und grossen Schweinen, Huehnern, Meerschweinchen, Kaelbchen und meinen Kindern geschlossen hatte :-) .  Was fuer ein erfolgreicher Tag!

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So gegen 3 Uhr wurde es aber auch langsam wieder Zeit, nach Otavalo zu gehen, da wir ja noch nach Quito mussten und keine p10701531Ahnung hatten, wie lang die Heimreise dauern wuerde (ich kann euch sagen, laenger als erwartet!). So sind wir zuersteinmal ueber Berg und Tal zum „25″ gelaufen, um dort auf eine Camioneta zu warten. Haha, leichter gesagt als getan! Da kam natuerlich ewig keine, und die wenigen die kamen, hatten was hinten auf der Ladeflaeche. So ein Pech aber auch. Nach vielleicht ca. 40 Minuten warten, kam doch tatsaechlich ein AUTO! Ja, ein richtiges Auto! Der gute Mann wollte uns 5 sogar mitnehmen! EIGENTLICH! Nachdem wir uns alle reingequetscht hatte und ca. 7 Minuten gefahren waren, hielt er an. Er wollte noch mit irgendweinem Mann reden, und wuerde uns danach wieder mitnehmen, wenn wir bis dahin nichts besseres gefunden haetten. So standen wir wieder auf der Strasse und p1070156warteten und warteten. Autos, Camionetas und LKWs kamen und gingen und wir warteten immernoch. Bis sich ein liebenswuerdiger LKW-Fahrer erbarmte und uns 5 in seinem riesen LKW mitnahm. So kamen wir zwar nur langsam voran, aber wenigstens war Papa gluecklich (wo es doch schon immer sein Traum war, LKW-Fahrer zu werden *g*). Leider konnte uns der nette Mann nur bis zum Zementwerk mitnehmen, denn dort musste er zuerst seine Ladung abladen. Aber falls wir, wenn er fertig war, immernoch da stehen sollten, wuerde er uns natuerlich wieder mitnehmen… Jaja, das kennen wir schon. So standen wir WIEDER auf der Strasse und …. nein! Wir mussten nicht warten! Das Glueck war auf unserer Seite. Gerade als wir ausstiegen kam eine kleine p1070157Camioneta vorgefahren, die uns mitnahm und gluecklicherweise genau vors Haus in Otavalo fuhr! Wow, was fuer eine Heimreise. Aber wenigstens koennen sie sich jetzt in meine Lage versetzen, wenn ich mal wieder von einer anstrengenden Heimreise erzaehl :-) .

In Otavalo hab ich schnell mein Zeug gepackt, wir sind noch einen Sandwich essen gegangen und dann hiess es ab nach Quito! Denn schon am naechsten Morgen wollten wir los nach Riobamba!
Wir sind dann auch, mehr oder weniger ohne grosse Probleme ;-) , gut in Quito im Hotel angekommen, wo Mama sich als erstes wieder ans UMPACKEN gemacht hat.

Naechster Tag, 6.00 Uhr. Eigentlich viel zu frueh, aber auf Louis’ Rat (der Chef von der Reiseagentour, die alles organisiert hat und Chef der Dschungel-Lodge in der wir waren) gerade rechtzeitig um noch all die schoenen Vulkane zu sehen und nett auf dem Weg zu fruehstuecken. So hat uns Dennis (und seine schweizer Fra Claudia)puenktlich abgeholt und es ging los Richtung Riobamba, mit Zwischenstopp beim Cotopaxi.

Natuerlich hatte das vorgeschlagene Kaffee von Louis noch zu und wir mussten unsere Planung etwas umlegen. Aber kein Problem, wir sind ja in p1070175Ecuador. Kaffee also woanders, Guide eingesammelt und schon gings los, in den Cotopaxi-Nationalpark. Der Cotopaxi ist mit 5800m der hoechste aktive Vulkan der Welt, und den wollten wir besteigen! Nicht schlecht oder? Naja, so eine tolle Leistung war es dann aber doch nicht. Wir sind mit dem Auto auf 4500m hochgefahren und von dort aus bis zur Schutzhuette (4800m) gelaufen. Hoert sich einfach p1070179an, ist eigentlich auch gar nicht so schwer. Abgesehen von dem ar***kalten Nieselregen, der uns ins Gesicht wehte, der Hoehe und dem megasandigen Weg, die die kleine Wanderung etwas erschwerten. Trotzdem sind wir alle gut oben angekommen und haben dort die wahrscheinlich teuerste und suesseste heisse Schokolade in ganz Ecuador getrunken :-) . Nach einer kurzen Verschnaufpause hat die konditionell etwas schwaechere Gruppe den Abstieg angetreten, waehrend der tapfere Rest (Papa, Verena, der Guide und ich) sich tapfer bis zur Schneegrenze vorgetastet hat. Das Wetter wurde immer kaelter, der Regen immer staerker, und doch kaempften wir uns Meter fuer Meter nach oben. Immer in Richtung Spitze (die leider im Nebel lag) des hoechsten aktiven Vulkans der Welt. Najagut…. das war ein wenig p1070221uebertrieben :-D . In wirklichkeit haben wir die 50m mehr mit Leichtigkeit zurueckgelegt und ich lag zum ersten mal seit letztem Jahr im Schnee! Juchuuuuu! :-)
Der Abstieg ging dann ratzfatz und im Nu waren wir unten beim Auto, zwar total durchnaesst aber gluecklich und stolz, den hoechsten aktiven Vulkan der Welt bestiegen zu haben (hoert sich das nicht toll an? *haha*).

Ja, und dann ging es auch schon weiter nach Riobamba, am hoechsten Vulkan Ecuadors vorbei, der leider auch total in der Wolkensuppe hing. Aber genau als wir vorbeifuhren, schienen die Wolken sich, wie von Geisterhand, langsam aufzuloesen und wir hatten einen unglaublichen Blick p1070254auf den von der Sonne beschienenen Chimborazo! 6310m hoch – Unglaublich! Doch je schoener das Wetter wurde, desto langsamer kamen wir voran. Denn seit Papa seine neue Digitalspiegelreflexkamera hat, macht ihm das Fotografieren fuenffach soviel Spass und Dennis musste dauernd anhalten, damit Papa noch und nochmehr Fotos machen konnte. Naja, ich gebs ja zu, ich hab auch ein paar gemacht… :-)

Irgendwann haben wir es aber doch geschafft, und sind in Riobamba angekommen. Erinnert ihr euch? Das ist die Stadt mit dem Zug, wo man aufs Dach sitzen kann und 7 Stunden durch das Hochland Ecuadors tuckert. Aber natuerlich nur EIGENTLICH. Denn als ich mit Papa Tickets kaufen wollte, begruesste die Frau uns mit den Worten: „Kennt ihr schon das Problem des Zuges?“ Da naemlich ein Erdrutsch runter ist, konnte man nur den letzten Rest der Strecke fahren, von Alausí zur Teufelsnase und zurueck.
Aber immerhin besser als nichts, und so sind wir am naechsten Morgen nach Alausí gefahren, wo der Zug um 11 Uhr starten sollte. EIGENTLICH! Denn als wir ankamen und die Tickets kaufen, meinte der Mann zu uns, der Zug faehrt in 5 Minuten! Naemlich nicht um 11 Uhr sonder schon um 10 Uhr :-) . Und man darf auch nicht mehr aufs Dach sitzen, sonder nur noch innen rein, da p1070303es einen Unfall gegeben hatte. Also gut, totale Planaenderung, aber es war trotzdem ein Erlebnis. Der Zug (also eigentlich war es mehr ein umgebauter Bus auf Schienen) hat immer mal wieder angehalten, und Papa konnte sein Tagessoll an Fotos erfuellen :-) .
Am gleichen Tag sind wir Nachmittags wieder zurueck nach Quito gefahren, vorbei am Cotopaxi, der immernoch in Nebel gehuellt p1070329war. Und wieder hat sich mit einem Schlag die Wolkendecke aufgeloest und wir hatten einen wunderbaren Blick auf die Schneebedeckte Spitze und den wunderschoenen Krater des hoechsten aktiven Vulkans der Welt. In Quito angekommen bin ich gleich weiter mit dem Bus nach Otavalo, waehrend Mama & co ins Hotel gefahren sind, denn Mama musste ihre Koffer ja dementsprechend wieder UMPACKEN!

Achja, Freitag haben wir in Sophias Geburtstag reingefeiert. Das Bild widme ich ihrer Oma, falls sie das jemals lesen sollte!
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Und waehrend die vier sich im Dschungel eine schoene Zeit gemacht haben, musste ich zurueck nach Cambugán, um dort Montag und Dienstag zu unterrichten. Naja, was heisst „musste“… es war natuerlich wie immer sehr erlebnisreich.
Montagmittag bin ich naemlich mit Janeth, wie so oft, zu den Kuehen gegangen, um ihnen Wasser zu geben. Aber diesmal nicht zu fuss, sondern zu Pferd! Ja, das kann ja nur lustig werden. Zwei Maedels auf einem nicht besonders grossgewachsenen Pferd, ohne Sattel, sondern nur mit ein paar Stohsaecken und Decken als Sitzpolster, die mit einer einfachen Schnur festgemacht waren. Janeth war der „Steuermann“ und ich der „Beifahrer“. Das hatte allerdings zum Nachteil, dass ich mich nirgens wirklich festhalten konnte und mich waehrend des Galloppierens nur mit Muehe halten konnte. Und dann passierte das, was ich schon die ganze Zeit kommen sah. Wir fielen vom Pferd! Also eigentlich sind wir eher samt Decken wie in Zeitlupe zur Seite runtergerutscht :-) . Aber das war auch der einzige nennenswerte Zwischenfall. Sonst hat alles wunderbar geklappt und wir hatten total viel Spass. Zwar hatte ich am naechsten Tag Muskelkater vom Beinezusammendruecken, aber das war es wert :-) .

Dienstagnachmittag bin ich mit meinen Lehrern nach Otavalo gefahren und habe dort in aller Ruhe mein Zeug gepackt. Alles was man so braucht fuer einen Urlaub in der Sonne. Gegen Abend bin ich nach Quito ins Hotel gefahren, wo ich mich mit Mama, Papa, Verena und Anja getroffen habe, die gerade frisch aus dem Dschungel ankamen. Doch kaum im Hotel, ging der Stress wieder los. UMPACKEN! Das Dschungelzeug raus, und frische Klamotten rein.

Am naechsten Morgen wurden wir nach einem gemuetlichen Fruehstuck von Dennis im Hotel abgeholt und zum Flughafen in Quito gefahren. Der Bereich fuer die Nationalen Fluege war zwar nicht so gross, aber es war total die Hoelle los und wir waren alle ziemlich froh, dass wir eine Ansprechpartnerin hatten, die alles fuer uns geregelt hat. Doch als sie meinte, dass wir unser Gepaeck nun nach Samen und sonstigem Zeug durchchecken lassen muessen, da man das nicht nach Galápagos einfuehren darf, kam ich leicht ins Schwitzen. Dummerweise hatte ich naemlich Papas Geburtstagsgeschenk im Rucksack – Kaffee! Sie meinte dann in aller Ruhe, dass ich das doch einfach ins Handgepaeck tun sollte und das wuerde schon gehen. Nagut, das wird wohl hoffentlich heil ankommen…. Mit leicht klopfendem Herzen bin ich dann noch durchs Security und war heilfroh, also wir mit Kaffee im Gepaeck in der Wartehalle sassen.

Galápagos – Tag 1: Ankunft und viele neue Eindruecke
Unser Flug ging um 9.30 Uhr von Quito ueber Guayaquil nach Baltra, Galápagos! Dort kamen wir um 12 Uhr Ortszeit an. Bei angenehmen 29 Grad und strahlendem Sonnenschein! Nachdem wir alle schweren Herzens die $ 100 Eintritt in den Nationalpark gezahlt und unser Gepaeck abgeholot hatten, stand auch schon unser Guide vor uns. Charly brachte uns und die p1070418anderen Passagiere der Daphne (unser Schiff) auch gleich zum Bus und keine 10 Minuten spaeter waren wir unten am Hafen. An der Bushaltestelle warteten auch schon unsere neuen Freunde auf uns. Die Seeloewen! Die sollten uns noch viel Freude bereiten :-) . Von dort wurden wir mit einem „Schlauchmotorboot“ abgeholt uns zu unserem schwimmendem Hotel gefahren. Der Daphne. Hier sollten wir die naechsten 8 Tage mit 11 anderen Gaesten geniessen. Und als ich das Schiff von innen gesehen hatte, war ich mir sicher, dass wir das auch tun werden. Meiner Meinung nach war das total das Nobelschiff und wir haben p1070429auch noch Kojen (oder wie das heisst) im ersten Stock bekommen, das heisst mit freier Sicht aufs Meer! Wow! Ich bin aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen, vor allem als es dann auch noch Mittagessen gab. Leckeres Buffet und alle anderen waren auch total nett und nicht wie erwartet lauter aeltere Rentner :-) .
So, nach dem Essen waren wir an unserem Ersten Ziel angekommen. Am Strand „Bachas“ auf der Insel Santa Cruz. Also alle Mann Schwimmwesten an, Kameras Wasserfest verpackt (nur fuer den Fall der Faelle), rein ins Boot uns rueber zur Insel. Und dann hatten wir unsere erste „wet landing“. Im Gegensatz zur „dry landing“ werden dabei die Fuesse nass :-) . Das hoert sich p1070466lustig an, ist aber wichtig zu Wissen, fuer die Wahl der Schuhe! Wir meisterten unsere erste wet landing mit bravour (man rutscht dabei nacheinander ueber den Rand des Bootes ins Wasser, aber natuerlich da wo es am flachsten ist) und standen zum ersten Mal an einem der vielen wunderschoenen Straende auf Galápagos. Der Sand war weich und weiss, das Wasser warm und tuerkisgruen, der Himmel blau, die Sonne warm,….. Was will man mehr?! Dort sind wir ein bisschen spazieren gelaufen und haben unsere ersten Tierbekanntschaften gemacht, unwissend, dass wir genau diese Tiere in den naechsten Tagen noch zu 1000 sehen wuerden. Eine Echse, ein Pelikan, Fregattvoegel, p1070498Blaufusstoelpel (eher bekannt als „blue footed boobies“ *g*) und 1000 knallrote Krebse. Es war einfach alles so wunderschoen und friedlich! Spaeter hatten wir sogar noch die Moeglichkeit, unsere ersten Schnorchelerfahrungen zu sammeln und waren alle gleich hellauf begeistert von den vielen bunten Fischen und den riesigen Fischschwaermen, in denen man ploetzlich mittendrinsitzt :-) . Ich fand unseren ersten Landgang schon so super schoen, aber von da an sollte es jeden Tag noch besser werden!!!
Zurueck auf der Daphne hatten wir unser erstes allabentliches Meeting mit Charly, indem er uns die Plaene fuer den naechsten Tag erklaerte, und wir einen superleckeren Welcome-Caipi genossen. Danach war es Zeit fuer das Abendessen und es war mindestens genauso lecker wie das Mittagessen. Das lustige beim Essen war, dass wir 4 Tische fuer je 4 Personen hatten und man jedes Mal mit jemand anderem am Tisch sass. Und so lernten wir im Nu p1070514Jente und Rose aus Holland,  Lilly und John aus Australien, Laureen und Alan aus Irland, Frank und Andrea ebenfalls aus Holland, Patrick aus der Schweiz, Berthold aus Deutschland und Stephen aus Canada kennen :-) . Und dann war es auch schon Zeit schlafen zu gehen, in unserer kleinen, aber gemuetlichen Kabine.

Galápagos – Tag 2: Papas Geburtstag!
Nach einer mehr oder weniger guten Nacht auf dem schwankenden Schiff sind Verena, Anja und ich um 6.00 Uhr aufgestanden, um Papa zu p1070562ueberraschen. Denn immerhin war es sein Geburtstag. Dafuer hab ich extra einen selbstgebackenen Streuselkuchen mitgenommen, der die Reise zum Glueck auch ohne Probleme ueberstanden hat. Mama und Papa waren zwar nicht mehr am Schlafen, aber trotzdem ziemlich ueberrascht, als wir ploetzlich mit Geschenken, Streuselkuchen und Kerzen im Zimmer standen (Dummerweise ist auch gleich der Rauchmelder losgegangen, aber das Problem war auch schnell wieder geloest *g*) und „Happy Birthday“ traellerten. Naja, immerhin hat man wohl nur einmal im Leben auf den Galápagos Inseln Geburtstag und das soll ihm ja auch in besonderer Erinnerung bleiben. p1070563Waehrend Papa also die Geschenke angeschaut hat, hat Mama waehrendher das halbe Schiff auseinander gebaut (Sorry, aber das Bild muss hier einfach rein…) Den Kuchen haben wir dann auf der „Sitzecke“ des Schiffs bei einem wunderschoenen Sonnenaufgang gegessen. Sehr lecker! Das Fruehstueck war aber fast noch leckerer… aber nur fast… Puenktlich um 7.30 Uhr hat Charly gebimmelt und wir sind losgefahren zum zweiten Landgang. Diesmal ein dry landing auf der Insel Plaza. Dort sass zur Begruessung ein kleiner Seeloewe auf dem Anlegesteg und kaum angekommen, sahen wir den ersten „ land p1070578iguana“. Eine Landechse. Wunderschoen gelb und orange und bei genauem hinsehen merkten wir, dass es nicht nur eine war, sondern 1000. Ueberall! Man musste wirklich aufpassen nicht auf sie draufzutreten! Unglaublich! Und zwischen den Echsen sind auch noch 1000e kleine Lavalizzards rumgelaufen. Wow! Die Insel sah total interessant aus. Es gab eigentlich nur grosse Kakteen und komisches Bodengewaechs. Ab und zu lag noch der eine oder andere Seeloewe in der Gegend rum und das wars eigentlich schon. Auf der anderen Seite der Insel sahen wir ganz viele Voegel beim Nisten, Fressen oder Rumfliegen. Leider ist mir nach der Haelfte der Strecke mein einer Flip Flip p1070646kaputt gegangen und so musste ich einfuss-barfuessig laufen. Das war aber kein Problem, lustig war nur, als ich ein Foto machen wollte, und den Schuh auf den Boden hab fallen lassen, kam hinter nem naechsten Kaktus ein Iguana angespurtet und hat mich angeschaut. Charly hat mir dann erklaert, dass er dachte, dass vom Kaktus vos fressbares runtergefallen sei und mal nachschauen wollte :-) . Zurueck am Steg wartete  auch schon Arthuro mit dem Shuttleboot auf uns und es ging zurueck zur Daphne. Kaum angekommen fuhr das Schiff weiter zur naechsten Insel und wir hatten erstmal Zeit, das Sonnendach genauer zu erkunden.
Unsere naechste Insel hiess Santa Fé. Dort sind wir um 14.30 Uhr losgezogen zum schnorcheln. Das heisst, wir sind zuerst mit Arthuro und dem kleinen Boot etwas rausgefahren und dann langsam zurueckgeschnorchelt. Ja, das war noch viel besser als das erste Mal Schnorcheln. Lauter schoene Fische und dann ist ploetzlich ein kleiner Seeloewe an mit vorbeigeschwommen. Und mit einem Schlag waren total viele da! Grosse und Kleine und wollten p1070715spielen und haben uns angeschaut… Sooo suess! Auf der anderen Seite der Bucht waren noch viel mehr Seeloewen und auch Rochen, Schildkroeten und gaanz viele Fische! Unglaublich. Ich kam mir vor wie im Swimmingpool! Eine halbe Stunde spaeter hat auch schon wieder das Gloeckchen gebimmelt und es ging los zum Landgang. Aber erst nachdem Papa wie immer erstmal seine neue Kamera hochkompliziert in 3 Tueten verpackt hatte :-) . Am Strand warteten auch schon unsere neuen Freunde auf uns, die Seeloewen. Wir standen da bestimmt eine halbe Stunde und haben denen nur zugeschaut. Die sind soo p1070784lustig, was die alles machen! Und dann war da ein ganz Kleiner, ohne Mammi,…. Aber gut, ich will euch ja nicht langweilen :-) . Die Insel war wieder total anders als die ersten Zwei. Zwar hatte es wieder die Echsen, aber diesmal Landechsen und die waren viel groesser und heller.

Galápagos – Tag 3: Española
Early breakfast schon um 6.00 Uhr, um der Mittagshitze etwas zu entgehen. Danach stand unsere Erkundungstour auf Española an, der aeltesten Insel. p1070871Wieder ein dry landing, wieder Seeloewen und wieder die Echsen. Diesmal aber wieder Wasserechsen und deshalb waren die rot und gruen :-) und ueberall! An neuen Tieren hatten wir diesmal den Galápagos Adler, ein paar Finken und die Nazca-Boobies. Auf Española gibt es ausserdem noch das „blow whole“. Das ist eine Felsspalte und wenn die das Wasser da reinfliesst gibt es eine riesen p1070955Fontaene. Echt lustig. Es war auch schon total heiss, obwohl es erst so halb 9 Uhr morgens war. Auf dem Rueckweg kam dann ploetzlich ein junger Galápagos Adler angeflogen und hat versucht, genau neben uns einen Iguana zu fangen. Den Schwanz hatte er schon, aber mehr hat er dann doch nicht geschafft. Mittags sind wir mit der Daphne noch zu einem anderen Platz auf Española gefahren um zu schnorcheln. Und es war wieder schoener als das Mal davor. p1070993Nachmittags haben wir noch einen kleinen Ausflug zum Strand gemacht, wo wir aber selbst ein wenig rumlaufen konnten. Nur weit sind wir leider nicht gekommen, da die Seeloewen einfach wieder zu suess waren. Und dazu noch der superweisse feine Sand… Ein Traum!

Galápagos – Tag 4: Floreana
Extra late breakfast um 7 Uhr, danach los zum Post Office Bay. Da steht ein Gebilde, in das die Seeleute frueher schon ihre Post gesteckt hatten, und wer p1080075dann zum Festland gefahren ist, hat die Post einfach mitgenommen. Das machen sie heute immernoch so. Man kann eine Karte dalassen, muss aber eine andere mitnehmen und daheim abschicken (apropos… hast du die schon abgeschickt, Mama?). Das andere interessante auf der Insel ist ein Lavatunnel. Das sieht ein bisschen aus wie eine Hoehle, ist aber komplett aus Lava! Wenn man dap1080085 ein bisschen drin laeuft, kommt irgendwann Meerwasser und wenn man weiterlaeuft kann man in dem Lavatunnel im Meer schwimmen. Auch lustig oder? Komischerweise hatte es sonst so gut wie keine Tiere. Eigentlich hatte es kein einziges Tier…
Der Zweite Programmpunkt des Tages war wieder einmal Schnorcheln an der Corona del Diablo, der Teufelskrone. Das sind Felsen, die wohl vor ein paar Millionen Jahren mal ein Vulkan waren und Charly meinte, da koennte man super schnorcheln. Es sei einer seiner Top 3 Schnorchelplaetze. Dummerweise hat Charly viele Top 3 Plaetze :-) . Aber es war wirklich wiedermal unglaublich.  Die Fische waren noch bunter und noch lustiger und dann kams….. „SHAAAARK!!!!“ Was? Wo? Natuerlich sind wir alle gleich schauen gegangen und wirklich, da waren sogar 4 Haie! Die waren aber friedlich und auch noch nicht soo riesig, aber trotzdem p1080126beeindruckend. Spaeter haben wir dann noch eine ganze Rochenfamilie gesehen mit besimmt 10 Stueck und, natuerlich, Seeloewen!!!
Beim Landgang spaeter hatten wir eigentlich gehofft Flamingos zu sehen, aber da waren nur ein paar ganz wenige und die waren auch total weit weg. Die Insel war wieder komplett anders. Total bewachsen aber richtig trocken und heiss. Sind zu einem Strand gelaufen und im Wasser waren bestimmt 20 schwarze p1080152Punkte. Wir dachten das seien Rochen, aber Charly meinte das sind Schildkroeten, die auf die Nacht warten um ihre Eier abzulegen. Wow! Das war glaub ich der schoenste Strand den wir bis jetzt gesehen haben. Obwohl alle ziemlich beeindruckend waren.
Nach dem Mittagessen sind wir weitergefahren nach Santa Cruz und da durfte ich sogar auch mal ganz kurz das Schiff lenken :-) .  Als ich dann wieder gehen wollte, kam Macoto, der Kapitaen, schreiend auf mich zu: „DOLPHINS! DOLPHINS!“ Ja, und da waren sie. Genau vor uns. Ein p1080182ganzer Schwarm Delphine, mitten im Meer. Und die sind auch wirklich so schoen gesprungen wie man dich das immer vorstellt :-) .
Abends hatten wir dann noch bisschen Zeit, Santa Cruz zu erkunden. Auf Santa Cruz gibt es eine richtig grosse Stadt (Puerto Ayora) in der wir dann erstmal eine neue Packung Sonnencreme kaufen mussten. Aber das war total komisch. Man fuehlt sich gar nicht mehr wie auf den Galápagos Inseln, sonder wie in einer ganz normalen Hafenstadt. Schade eigentlich.

Galápagos – Tag 5: Santa Cruz! Ein absoluter Riesenschildkroetentag!
Der Tag fing damit an, dass wir zum Darwin Center gefahren sind. Das ist eine Schildkroetenaufzuchtstation. Dort werden die Schildkroeten von den p1080235verschiedenen Inseln gehalten, bis sie 4 Jahre alt sind, und dann wieder zurueckgebracht. Das Problem ist, dass die Menschen frueher die Schildkroeten gegessen haben und auch die von den Menschen hergebrachten Ziegen den Schildkroeten das Essen wegessen. So sind es auf einigen Inseln nur noch ganz wenige Riesenschildkroeten. Da hat man dann auch die Chance, denen ganz nah zu kommen. Das sind so faszinierende Tiere. So riesig und langsam und p1080212gemuetlich. Im Darwin Center ist ausserdem auch George. Lonesome George. Das ist die letzte Riesenschildkroete seiner Insel, also seiner Spezie. Und George will einfach keine Kinder machen. Dabei hat er sogar 2 Frauen, die seiner Spezie am aehnlichsten sind, aber es klappt einfach nicht… Der arme George.
Nachmittags sind wir in die Highlands gefahren um die Riesen in der Wildnis zu beobachten. Das war auch interessant. Die waen einfach ueberall! Und dann hatte Charly was gehoert. Es hat sich mehr angehoert wie ein Muhen, p1080294aber Charly war total aufgeregt und ist wie bloed durchs Gestruepp gerannt, immer dem Muehen hinterher. Und nach einer Weile standen wir genau vor dem Muhen. Nur war es keine Kuh, sondern eine ausgewachsene Riesenschildkroete die gerade fuer Nachwuchs sorgte :-) .
Wir durften sogar selbst Schildkroete spielen und uns in ein paar leere Panzer reinlegen. Das ist total unbequem und auch ganz schoen schwer so ein Teil!

Galápagos – Tag 6: Genovesa
Genovesa ist die Insel ganz oben links, und da sie mehr oder weniger weit weg ist, hat die Fahrt (ueber Nacht natuerlich) gut 9 Stunden gedauert. Eigentlich ist das ein Vulkan, aber da ist eine Seite runtergebrochen und so ist Wasser reingeflossen und es ist mehr eine Halbinsel :-) .
Dp1080428ie „Sensation“ an diesem Tag waren die maennlichen Fregattvoegel. Die hatten naemlich ihre grossen roten „Ballons“ aufgepustet und haben so auf die Weibchen gewartet. Das sah ziemlich albern aus, aber auch echt interessant. Dann gab es ausserdem noch die „red footed boobies“. Die haben rote Fuesse und einen blauen Schnabel :-) . Das i-Tuepfelchen war dann aber noch, als eine Galápagos Eule an uns vorbeiflog. Nachmittags waren wir wie immer p1080349schnorcheln, in der Hoffnung einige Hammerhaie zu sehen. Am Anfang sah es nicht so aus, als ob wir Glueck haetten, aber dann sah ich ploetzlich 2 unter mir durchschwimmen! Einen grossen und einen Kleinen. Total aufgeregt hab ich nach den anderen gerufen und als ich wieder geschaut habe, waren sie schon weg. Ja, dann haben wir leider auch keine anderen mehr gefunden. Und so waren Charly und ich die einzigen Zwei, die die Hammerhaie gesehen haben :-)
Gegen spaeter stand dann noch unsere zweite Landexkursion fuer den Tag an. Ueberall sassen die aufgeblasenen Fregattvoegel und die red footed boobies. Ausserdem natuerlich nicht zu vergessen, die Seeloewen und einige p1080470komische Reiher. Als wir spaeter noch ein bisschen am Strand rumlagen, kam ploetzlich ein Seeloewe an und hat sich genau zwischen uns gelegt. Da war es aber anscheinend doch unbequem und so ist er quer durch, ueber Fuesse, Taschen und Flossen einfach ein Stueck weiter gelaufen und hat es sich bequem gemacht :-) .
Um 18 Uhr war wie immer unser Meeting (O-Ton Charly: „No Meeting, no eating!“) und danach gabs Essen.

Galápagos – Tag 7: Santiago und Bartholomé
Der letzte ganze Tag auf Galápagos. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Als erstes haben wir Santiago besucht. Dort war der Sand am Strand nicht weiss, sondern schwarz. Auch mal wieder was neues. Und statt ganz normalen Seeloewen, haben wir die „Fell Seeloewen“ gesehen. Und natuerlich wieder 1000e von Wasserechsen. Spaeter waren wir noch am Strand ein bisschen p1080530schnorcheln. Und es war natuerlich wieder besser als alles Schnorcheln davor. Auf dem Rueckweg hab ich mit Papa noch einem Pelikan beim Fressen zugeschat. Von unter Wasser natuerlich. Das war auch total interessant :-) .
Wieder auf dem Schiff sind wir gleich weiter zur naechsten Insel. Nach Bartholomé. Dort sind wir als erstes nochmal schnorcheln gegangen. Und, man glaubt es nicht, aber es war einfach super! Ploetzlich ist naemlich ein kleiner Pinguin an mit vorbeigeschwommen und dann haben wir noch 3 andere gesehen. Die sind soo suess! Sonst waren da noch riesige „goldene Rochen“ und spaeter noch mehr Pinguine. Einfach cool!
Nachmittags sind wir dann auf die Insel Bartholomé gegangen. Auf der Insel ist ein riesen Berg auf den man hochsteigen kann. 365 Stufen. Dafuer ist die p1080580Aussicht von oben wirklich super schoen!
Abends bekamen wir vor dem Essen noch einen Farewell Cocktail und danach gabs das letzte Abendessen. Echt schade, das war immer sooo lecker! Ich glaub wir haben alle 10 kg zugenommen auf dem Schiff :-) .

Galápagos – Tag 8: Seymour Norte und Heimflug
Letzter Tag! Deshalb hatte uns Charly ein extra late breakfast versprochen. p1080669Um 7.30 Uhr! Wow, das ist echt richtig spaet. Dumm nur, dass um 6 Uhr schon das Gloeckchen gebimmelt hat und wir zur Insel losgefahren sind. Dafuer haben wir den Sonnenaufgang wunderschoen gesehen und uns wie immer ueber die kleinen Seeloewen gefreut. Das war unsere allerletzte Insel und es war ein bisschen, wie eine kleine Zusammenfassung. Die Boobies haben fuer uns getanzt (naja, nicht wirklich fuer uns) und ihr blauen Fuesse gezeigt, die Fregattvoegel p1080655waren wieder aufgeblasen und die Seeloewen haben uns gewunken.
Nach dem Besuch auf der Insel sind wir zurueck nach Baltra zum Flughafen gefahren. Dort sollte unser Flug um 12.30 abfliegen. Naja, das war alles ein bisschen kompliziert und wir sassen ewig in dieser stickigen heissen Wartehalle bis wir endlich ins Flugzeug durften. Von Baltra ging es direkt nach Quito wo am Flughafen auch schon Dennis auf uns wartete um uns ins Hotel zu fahren.

Am Donnerstag stand dann die Quito Stadtrundfahrt auf unserem Programm. Zuerst sind wir ins „Mitat del Mundo“ Muesum gefahren. Das ist genau am Aequator und da kann man dann so lustige Experimente machen. p1080707Zum Beispiel dreht sich das Wasser im Waschbecken auf der einen Halbkugel in die eine Richtung, auf der anderen Seite in die andere Richtung  und ueber dem Aequator geht es einfach so in den Abfluss. Echt cool. Ausserdem kann man ein Ei auf einem Nagel balancieren (also ich nicht, sondern Verena *g*) und man verliert seine Kraft auf dem Aequator. Wenn man neben der Linie Daumen und Zeigefinger zusammendrueckt, kann wer anders die nicht aufbiegen. Aber auf der Linie geht das ploetzlich ganz einfach… Komisch oder? Ja, das war wirklich interessant. Achja, wusstet ihr, dass Quito „Mitte der Welt“ heisst?? Sonst war die Stadtfuehrung echt ganz interessant. Haben das historische Zentrum von Quito angeschaut und sind p1080753noch auf deinen kleinen Berg gefahren, von dem man eine super Aussicht, auf die 45km lange Stadt hat!
Abends waren wir noch zum Essen eingeladen, in Louis’ Restaurant. Das ist ein halbes Nobelrestaurant ueber den Daechern von Quito und man hat einen super Blick auf Quito bei Nacht. Ja, das war wirklich ein gelungener letzter Abend.

Freitagmorgen war es dann an der Zeit, Abschied zu nehmen. Die anderen sind schon um 6 Uhr los, ich bin aber noch liegengeblieben um wenigstens das schon bezahlte Fruehstueck auszukosten. Der Abschied war mehr oder weniger traurig :-) , immerhin bin ich ja in nichtmalmehr 3 Monaten schon wieder daheim. Achja, fuer alle die es noch nicht mitbekommen haben, ich komme am 19. Juni!!! Also, bereitet schon mal alles auf meine Ankunft vor :-) !

Ja, ich muss sagen, Mama, Papa, Verena und Anja, ich hatte wirklich eine super Zeit mit euch und ich glaube ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass es der schoenste Urlaub war, den wir je zusammen erlebt haben! Danke, dass ihr da wart, ich freu mich schon auf euch!!!

So, das wars nun endlich. Wer bis zum Ende durchgekommen ist, kann mir ja mal ne Mail schreiben oder ein Kommentar hinterlassen. Dass ich seh, ob es ueberhaupt jemand bis zum Ende gelesen hat ;-)

Mehr schoene Bilder von unserem Urlaub natuerlich wieder unter

>>Impressionen 2<<

Erholungspause!!!

•11 März, 2009 • 3 Kommentare

Ja, wie viele schon mitbekommen haben, sind meine Eltern im Moment hier um mich zu besuchen. Deshalb hatte ich in letzter Zeit leider keine Gelegenheit euch von unseren Abentuern hier berichten. Sobald ich genuegend Zeit habe, werde ich dies aber so schnell wie moeglich nachholen.

Macht euch keine Sorgen, uns geht es blendend! Morgen werden wir uns auf den Weg nach Galápagos machen, und ein bisschen die Darwinschen Finken beobachten :-) !!! Ab dem 20. werde ich vorraussichtlich aber wieder zu erreichen sein (falls ich nicht das Wochenende spontan noch nach Tena reise…)!

Natuerlich werde ich euch ausfuehrlich von unserem Abenteuer Galápagos berichten!!!

El agua es vida

•24 Februar, 2009 • Kommentar schreiben

Montagmorgen. Natuerlich hab ich mich wieder aufgemacht nach Cambugan. Bis nach „25″ bin ich auch noch in einer Camioneta gekommen, von da an musste ich laufen. Die Lehrer waren noch nicht da, aber das war auch nicht so schlimm. Schlimmer war, dass es einfach in Stroemen geregnet hat und ich noch ungefaehr 45 Minuten Marsch vor mir hatte. Aber gut, was blieb mir anderes uebrig. So kommt wenigstens meine teuere Jack Wolfskin Regenjacke mal zum Haertetest :-) . Leider war meine Jeans nicht wirklich wasserdicht… Mein einziges Glueck war nur, dass ich nach der Haelfte vom Weg ein Auto hinter mir hoerte. Das waren 2 meiner Lehrer, die sich eine Camioneta gemietet hatten. Die haben mich dann noch in die Schule mitgenommen, so dass ich doch nicht voellig durchnaesst ankam.
Zuerst hatte ich Unterricht mit der 6. und 7. Klasse. Das hat echt superschule-1 geklappt. Wir haben zum ersten mal die Koerperteile gelernt. Die hatten sie sogar recht schnell drin, zumindest im Kurzzeitgedaechtnis. Das aber auch nur, danke des lustigen Liedes: „Head, shoulders, knees and toes!“, falls das jemand kennt :-) .
Nach der Pause hatte ich Englisch mit denen vom Colegio und das ist wirklich ein paar Worte wert. Es ist eigentlich immer ziemlich chaotisch dort, weil einfach 30 Jugendliche, zum Teil aelter als ich, in einem mini Raum drinsitzen. Es fehlt an Stuehlen und Tischen, die sind naemlich im anderen Raum, in der die eine Haelfte normalerweise Unterricht hat. Heute war es aber noch um einiges lustiger. Zum einen war das Dach total undicht und es hat einfach ueberall reingetropft. Zum anderen war dadurch natuerlich alles total feucht innendrin. Dadurch waren nicht nur die Fenster, sondern auch die Tafel beschlagen, so dass der Marker nicht mehr schrieb. So, was macht man in einer Englischstunde, in der man die Tafel nicht benuzen kann? Gut, cambugan-2das hab ich auch noch hinbekommen, aber dann kam der Abschuss. Weil es sooo kalt war, haben die Lehrer beschlossen ein Feuer anzuzuenden, um sich aufzuwaermen. Die Idee war ja an sich ganz gut, die Ausfuehrung eher weniger. Denn sie haben kein Holz oder Papier angezuendet, sondern den Muell. Samt allen Plastikpapierchen und Folien. Ihr koennt euch vorstellen, dass das erstens nicht viel gebracht hat, zweitens mega gestunken hat und drittens war nach 5 Minuten der gesamte Raum vollgeraeuchert. Na bravo. Nach weiteren 10 Minuten konnte man dort kaum mehr atmen und auch keinen Meter weit mehr sehen. Aber gut, wir wollen uns ja nicht beschweren, und so hab ich einfach so getan als waere nichts gewesen. Obwohl ich mir das Grinsen ja doch nicht ganz verkneifen konnte :-) . Es hat am Montag den ganzen, aber auch wirklich den ganzen Tag komplett durchgeregnet. Das heisst, ausser in meinem Zimer auf dem Bett rumchillen konnte ich nicht viel anderes machen.

Da ich gerade etwas Zeit habe, werde ich euch jetzt noch etwas kurzes ueber die Kinder hier erzaehlen. Spielen tun sie ja alle gerne, ganz egal in welchem Land sie wohnen. Und auch „Vater, Mutter, Kind“ spielen wahrscheinlich die meisten Kinder irgendwann mal. So auch meine Gastgeschwister. Eigentlich scheint das alles ganz wie in Deutschland zu sein, doch WAS sie spielen, unterscheidet sich doch stark von den deutschen Kindern. Neulich habe ich den Anfang vom Spiel mitbekommen und ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sie sich alle drum gestritten haben, den Vater spielen zu duerfen. Warum? Das hab ich mich auch gefragt. Und dann kams: „Ich will betrunkendomino sein!“ „Nein ich, du bist immer betrunken, jetzt will ich mal!“ „Ich habs aber schon vorher gesagt, dass ich den betrunkenen Vater spiel!“… und so ging das fuer eine Weile. Unvorstellbar, oder? Und dann haben sie gespielt. Wie der betrunkene Vater mit einer Colaflasche in der Hand durchs Zimmer torkelt. Ich musste wirklich lachen, als ich das gesehen habe. Aber der zweite „Vorfall“ ist auch nennenswert. Da sass ich neulich in meinem Zimmer, als Manuelito und Rosa ploetzlich anfingen zu schreien und nicht mehr aufhoeren wollten. Als ich rausging um zu schauen, grinsten sie mich nur an. Doch kaum war ich wieder im Zimmer, ging das Geschrei von neuem los. „Mama, schlag mich nicht! Bitte schlag mich nicht, Mama!“ Bis ich verstanden hab, dass sie nur spielen und das alles gar nicht erst ist… :-)

Dienstagmorgen hatten wir schon wieder Besuch. Joell war wieder da, aber diesmal nicht, um meinen Unterricht anzuschauen, sondern um Wasserfilter wasserfilter-1zu bringen. Das sind 2 Zementkloetze, die innen hohl sind. Da kommt dann eine Schicht aus Sand und noch was anderem rein, und dadurch wird das Wasser gereinigt und erhaelt Trinkwasserqualitaet. Unvorstellbar oder? Aber es soll anscheinend wirklich funktionieren. Diese Filter sind normalerweise richtig teuer, aber Cielo Azul wurden sie geschenkt. 13 Stueck, fuer jede Gemeinde einen. Uns haben sie aber gleich 2 dagelassen :-) . Einen dieser Filter haben wir Dienstagmorgen dann auch gleich mal angemalt, damit er nicht so langweilig aussieht. Es war wirklich lustig, und am Ende hat er sogar noch zwei Augen und einen Mund bekommen und sieht jetzt wirklich aus wie eine lustige Gestalt. Nach der Schule hab ich den anderen dann noch angemalt, damit er nicht so grau und trostlos aussieht. Und ironischerweise hatten wirwasserfilter-4 genau an dem Tag, an dem die WASSERfilter kamen und wir uns alle angemalt hatten kein Wasser :-) . Dafuer hat die Sonne wunderbar geschienen (das sagt man eigentlich nicht oder? Das ist doch schwaebisch…??? Ach, egal), die Sonne hat also geschienen und es war soooo ein wunderschoener wolkenfreier Tag.

Doch das schoene Wetter hielt leider nicht lang an. Mittwochnacht, so gegehn 2.30 Uhr bin ich aufgewacht. Komisch, normalerweise schlaf ich wunderbar durch… Da hab ich erst gehoert, dass es total geschuettet hat, und das nicht nur Eimerweise, sondern Schwimmbeckenweise. So hat es sich zumindest angefuehlt. Und dann… TROPF! Boah, der dumme Tropfen ist mir genau auf die Schulter gefallen. Was soll das denn? Aber da ich gerade erst aufgewacht war, konnte ich noch nicht so schnell denken. So bin ich auch nicht auf die Idee gekommen, dass wenn da ein Topfen runterkommt, wahrscheinlich auch noch ein zweiter und ein dritter kommen wird. TROPF! Da war er schon. Wieder auf meine Schulter. Jetzt machte ich mir langsam dann doch mal Gedanken, wie ich diese Situation loesen, und trockener Schulter weiterschlafen koennte. TROPF! Langsam wurde meine Schulter richtig nass, und ich beschloss, mich einfach auf die andere Seite meines franzoesischen Doppelbettes zu legen. Ob das jedoch fuer den doofen Tropfen reichen wuerde, wusste ich nicht. PLATSCH! Juhu, der Tropfen draf nun nicht mehr mich, sondern das Kissen genau neben meinem Kopf :-) . Aber immerhin besser als mich selbst, auch wenn das Bett mit der Zeit ganz schoen nass wurde.
Nach der Schule hatten wir eine Reunión der Padres de Familia. Das heisst, alle Eltern. Wirklich spannend war das aber nicht, da die Haelfte der Reunión auf Kichwa war. So hab ich immer nur die Haelfte verstanden und konnte mir den Rest mehr oder weniger zusammenreimen. Aber ich hab festgestellt, dass ich immer mehr Woerter auf Kichwa versteh. Es sind zwar immernoch ziemlich wenige, aber es werden langsam immer mehr :-) .

Bei euch in Deutschland ist ja gerade tiefster Winter, mehr oder weniger zumindest. Deshalb sind viele wahrscheinlich auch krank. Aber macht euch nichts draus, Janeth ist gerade auch ziemlich krank. Dadurch habe ich jetzt aber neue Heilmittelchen gegen Kopfschmerzen und Husten gelernt, die ich euch natuerlich nicht vorenthalen moechte. Wer weiss, vielleicht hilft es ja…

Herzlich Willkommen zu „Kranksein ist doof!“ Heute mit zwei neuen Tipps zum Thema „Die 2 Minuten Erkaeltungskur!“
Tipp 1 – Kopfschmerzen: Ja, wer kennt das nicht. Immer dieses laestige druecken und ziehen im Kopf. Doch damit ist jetzt Schluss! Haben sie Kartoffeln im Haus? Wunderbar! Schneiden sie einfach ein bis zwei rohe Kartoffeln in duenne Scheiben und legen Sie sich diese auf die Stirn. Zur fixierung koennen sie wahlweise auch eine Muetze aufsetzen oder sich ein Tuch um den Kopf binden. Das ganze lassen sie ein paar Stuendchen „ziehen“ und die Kopfschmerzen sind wie verflogen!
Tipp 2 – Husten: Auch das hat wohl jeder von uns schonmal mitgemacht. Immer muss man husten, egal was man macht. Und jedes mal wenn man Husten muss, faengt ploetzlich auch noch der Hals an schrecklich zu schmerzen. Doch auch fuer dieses Problem habe ich hier fuer Sie die perfekte Loesung. Bestimmt haben Sie noch die alte Zeitung von heute morgen irgendwo rumliegen. Schnappen Sie sich einfach ein bis zwei Seiten und stellen Sie diese in einer Pfanne auf den Herd. Jetzt muessen Sie gut aufpassen. Lassen Sie die Zeitung heiss genug werden, aber die darf natuerlich nicht anbrennen! Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, laufen Sie so schnell wie moeglich zu Ihrem Patienten und legen sie je eine Seite heisse Zeitung auf die Brust und eine auf den Ruecken. Und der Husten hat sich gegessen!
Wie bitte? Sie zweifeln an unseren Hausmittelchen zum Thema „Die 2 Minuten Erkaeltungskur“? Na, dann probieren Sie es das naechste Mal doch einfach aus! Falls es dann doch nicht geklappt hat, sollten sie beim naechsten Mal vielleicht doch ein wenig mehr an unsere Tipps glauben :-) !

Freitag hatte ich mal wieder keine Schule. Das liegt daran, dass meine Lehrerinnen dauern irgendein „Curso“ haben und somit die Schule ausfallen muss. Die Chance habe ich jedoch genutzt, und bin mit Stephi und ihrer Schule mit zum Schulausflug gegangen. Das war wirklich auch mal wieder ein Erlebnis.
Zusammen mit Stephi und Cornelia, die auch mit wollte, bin ich morgens mit dem Bus nach San Pablo gefahren, denn dort wollten wir uns mit den Schuelern treffen. Im Bus meinte Cornelia doch irgendwann: „Ich glaub ich fahr wieder nach Otavalo. Ich hab grad voll Bauchweh!“ Oh nein, p1060797Amoebenalarm! Und wie sie das sagte, konnte ich meinen Bauch auch schon etwas grummeln hoeren. Doch in dem Moment hab ich mir noch nichts dabei gedacht. In San Pablo habe ich mit Stephi dann auf ihre Schueler gewartet, die natuerlich wieder mit leichter Verpaetung ankamen. Zusammen sind wir dann zum „ojo del quinde“ gelaufen. Was auch immer das war, aber so war der Plan. Nach leichten anfaenglichen schwierigkeiten hatten wir den richtigen Weg dann doch gefunden. Das heisst, es war wohl vor mehreren Jahrzehnten mal p1060807ein Weg, am Freitag war es aber eindeutig ein kleiner Bach. Wasserscheu war zum Glueck aber keiner, denn alle haben freudig ihre Schuhe ausgezogen und so sind wir alle einfach barfuss den Bach entlang gelaufen, bis zu diesem besagten Auge von irgendwas. Das Auge war aber doch ein ziemlicher Reinfall. Ich hab mit nicht wirklich irgendwas vorgestellt, aber was wir gesehen haben war doch eine echte Enttaeuschung. Es war einfach ein Loch, mit Grass drin und ein bisschen Wasser… Naja gut. Zurueck durch den Bach zur Strasse, und von da aus sind wir dann zum Lago gelaufen. Dort gab es zuerst mal ein bisschen was zu essen und dann sind wir noch mit ein paar Kinderchen eine Runde Boot ueber den Lago gefahren. Danach wollten wir EIGENTLICH auch schon p10608271wieder nach Otavalo fahren, doch es ist ja Carnaval und da kommt man nicht so einfach davon. Hab ich schon erzaehlt, dass man hier an Carnaval dauernd mit Wasserbomben und so um sich wirft? Das ekligste ist aber so Spruehschaum, den irgendwelche Spassvoegel dauernd auf unschuldige Leute spruehen. Es ist also Carnaval und wir waren am Lago. Trifft sich ja hervorragend, denn dort gab es jede menge WASSER! So war die Wasserschlacht eigentlich schon von vornherein geplant gewesen und am Ende waren wirklich alle triefend nass! Das einzige Problem war, das Stephi und ich so wieder zurueck nach Otavalo p1060836mussten. Als nach einer guten halben Stunde Marsch endlich mal ein Bus kam, konnten wir uns aber natuerlich leider nicht hinsetzten. So standen wir fuer ein paar Minuten bis uns der nette Bushelfer ein Platz vorne angeboten hatte und extra sogar noch eine Plastikfolie uns unterlegte :-) . Ist das nicht zu reizend? Wir mussten fuer de Fahrt nichteinmal bezahlen. Wahrscheinlich hatte der junge Mann Mitleid mit zwei klitschnassen Gringas :-) .

Back in Otavalo hatten wir erstmal unsere allfreitagliche Reunión und danach hiess es auch schon auf nach Baños! Fuer Carnaval hatten wir naemlich Montag und Dienstag freibekommen und so war es die ideale Gelegenheit noch ein bisschen was von Ecuador zu sehen. So sind wir mit gut 11 Mann und Frau abends nach Quito gefahren um von dort aus nach Baños zu kommen. Im Bus nach Quito war mit kurzzeitig ein bisschen schlecht, aber ich hab mit nicht weiter viel dabei gedacht. In Quito haben wir uns kurz vor Abfahrt noch schnell ein paar Pommes geholt, und sind dann in den Bus. Dummerweise war der ueberbucht, und so hatten Sarah und Bettina leider keinen Sitzplatz worauf der Bushelfer ihnen charmanterweise einen Campingstuhl in den Gang stellte :-) !
Die Fahrt dauerte 3 ½ Stunden und verlief mehr oder weniger ohne grosse Zwischenfaelle. Aber eben nur mehr oder weniger. Eigentlich war ich die ganze Fahrt damit beschaeftigt, mich nicht zu uebergeben, weil mit mit einem Mal schon wieder soooooo abartig schlecht war. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Nach einiger Zeit hab ich dann eine nette Australierin nach einer Tuete gebeten, von der ich wenige Minuten spaeter auch schon Gebrauch machte. Ich war leicht frustriert, weil alle um mich rum, sogar mein Nebensitzer, geschlafen haben wie die Schaefchen wahrend ich Muehe hatte, nicht zu sterben :-) . Ja, ich war wirklich froh, als wir endlich am Terminal in Baños ankamen, da ich dachte, dass nun alles vorbei waere. Doch falsch gedacht. Mit einem Mal ueberkam es mich und mein Magen musste sich schlagartig komplett entleeren. Ja, danach ging es wieder einigermassen gut und wir sind zu einem Hostal gelaufen. Mit der Frau hatten wir vorher schon telefoniert, weil die Hostals an Carnaval immer unglaublich ausgebucht sind. Ausserdem kostet die Nacht dann schlagartig rund 30 Dollar, statt 5 oder 6! Die nette Frau hatte uns aber angeboten, fuer $ 5 in ihrem Haus zu wohnen. Ist das nicht nett?

Die Nacht war fuer mich mehr oder weniger erholsam, da ich immernoch mit einem Uebelkeitsgefuehl zu kaempfen hatte. Am naechsten Morgen war ich dann dementsprechend schlapp und hatte glaub ich auch ein bisschen Fieber. Aus diesem Grund bin ich nicht mit den anderen mit Mountainbiken. Obwohl ich das wirklich gern gemacht haette, da sie auch alle noch zum Bungee Jumpen gegangen sind…
Waehrend sich die anderen also abgestrampelt hatte, bin ich mit Stuart, einem neuen alten Frewilligen aus Schottland, in die heissen Quellen gegangen und hab mich ein bisschen erholt. Es war echt entspannend und ich p1060849kam mit ein bisschen vor wie ein Star. Alle kleinen Kinder haben uns angestarrt und ein kleines Maedchen wollte sogar meine Hand halten. Ist das nicht suess?! Will noch jemand ein Autogramm von mir :-) ?
Spaeter bin ich dann doch noch 2 Stunden schlafen gegangen, um abends noch ein bisschen fitter zu sein. Das ging aber leider auch in die Hose, da ich abends erst recht Fieber hatte. Aber dank Annas p1060850Aspirintablette ging es mir doch noch ganz gut. Beim Essen hab ich dann auch, ganz nach dem Vorbild meiner Eltern, die das auch immer machen, erstmal einen Grappa getrunken. Dann ging es meinem Magen doch auch gleich schon wieder gut und wir sind noch ein bisschen tanzen gegangen.

Sonntag bin ich dann, unvernuenftigerweise, mit den anderen mit Raften gegangen. Aber schliesslich kann ich ja nicht dauern im Bett liegen. Es hat auch echt Spass gemacht und bisher habe ich keinen weiteren Schaden davongetragen (Erkaeltungsmaessig oder so).
Gegen Abens hab ich mich dann mit 4 anderen auf den Weg nach Otavalo gemacht, waehrend ein anderer Teil weiter an die Kueste ist. Wie wir also so im Bus sassen, konnte man zum ersten mal den beruehmten Vulkan Tungurahua sehen, der immer mal wieder am ausbrechen ist und seit ein oder zwei Jahren noch am Rauchen ist. Das war wirklich eindrucksvoll, obwohl er „leider“ nur noch ein bisschen gequalmt hat. Mittlerweile war es dann auch dunkel und Bettina und ich haben uns noch ein letztes Mal umgedreht, und da sahen wir den Vulkan doch tatsaechlich orange gluehen! Nicht wirklich stark, aber ich hab wirklich oben am Krater orangene Funken gesehen! Ich weiss, das glaub uns keiner, aber immerhin haben wir es BEIDE gesehen!
Die Rueckfahrt hab ich dieses mal dann wirklich ohne Probleme ueberstanden und war froh, als ich wieder in meinem Bett in Otavalo lag.

>> Impressionen 2 <<

Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp!

•15 Februar, 2009 • 3 Kommentare

Nachdem wir uns am Samstag Nachmittag noch spontan zu einem Reitausflug angemeldet hatten, ging es dann am Sonntag frueh wirklich los. Wir, das waren Stephi, Kristin, Sarah, Cornelia, Lorenz (der neue Schreiner aus der Schweiz), Sinan (sein Kumpel) und ich.  Morgens in aller reiten-11Fruehe wurden wir um 9.00 Uhr abgeholt und so einer Farm gefahren. Dort warteten unsere Hottehuehs  auch schon fertig gesattelt auf die mutigen Reiter. Ja mutig, das kann man wohl sagen. Denn ausser Stephi und Kristin konnten wir alle nicht wirklich reiten. Aber wir sind ja in Ecuador, und da klappt das schon irgendwie. Also schnell aufgesessen, bevor es sich noch einer anders ueberlegt und los gings. Unser Ziel war die Laugune Cuicocha, die zu Pferd wohl ca. 3 Stunden weg war. Natuerlich machten wir uns nicht alleine auf den Weg, denn sonst haetten wir die Lagune wohl nie gefunden, sondern hatten gleich 3 Guides mit an Bord, die sich um uns Reittalente kuemmern sollten. Am Anfang ging es noch recht reiten-4gemuetlich los, im Schritt und Stephi hat mir erstmal einen Gratis-Reit-Crashkurs gegeben. Nachdem ich dann also alles wichtige wusste fuehlte ich mich doch gleich viel besser, auch wenn das Gelernte mehr auf deutsche Pferde bezogen war, und nicht auf die ecuadorianischen „Westernpferde“ :-) . Doch das schien Stephi wenig zu stoeren, denn sie fing auch gleich mal an, etwas flotter zu werden. Dummerweise hatte Stephis Pferd den Drang, immer als erstes zu laufen, und da mein Pferd wohl der beste Freund von Stephis Pferd war, war ich doch immer knapp hinter ihr – da halfen auch meine neu erlernten Reitkuenste nichts. Die anderen Pferde nahmen sich ein Beispiel an Stephis Pferd und fingen ebenso an, schneller zu werden. So gab Stephi, ob sie es wollte oder nicht, das Tempo der ganzen Gruppe an, egal ob die es wollten oder nicht :-) . Aber eigentlich konnten sich alle doch ganz gut auf ihren Reittieren halten und es machte sogar echt Spass, selbst als Stephi anfing zu galoppieren, und ihr die ganze Gruppe hinterherpeste. Wohlgemerkt ausser Kristin, die wohl eine Schlafmuetze erwischt hatte und sich schon bald einen Stock zum antreiben suchte. Unsere Guides schien Stephis Tempo auch nicht wirklich zu stoeren, so kamen wir schon schneller ans Ziel. Nach reiten-5gut 2 ½ Stunden Schritt, Trab, Galopp, Trab, Galopp, Schritt,… kamen wir endlich an der Lagune an. Wohlgemerkt, ohne irgendwelche Abstuerze oder Unfaelle (ich geb ja zu, ich war doch ziemlich froh, dass die Westernsaettel vorne einen Knauf zum festhalten haben, sonst waere ich wohl nicht heil angekommen… *g*).
An der Lagune (das ist die schoene mit den zwei Inseln, um die wir im September schonmal rumgewandert sind) gab es nach einer kurzen Pause dann auch endlich was zu Essen. Zuerst eine Cremsuppe mit Popcorn und danach Reis, Pommes, Gemuese und Fleisch, das fast aussah wie ein richtiges Wiener Schnitzel :-) . Leider hatten wir nicht viel Zeit fuer eine lange Pause, denn wir mussten den ganzen Weg ja auch noch zurueckreiten. Also hiess es schon bald wieder: „Aufsteigen bitte!“ und wir machten uns auf den Rueckweg. Komischerweise war der Sattel nach der kurzen Pause mit einem mal viel unbequemer als noch beim Hinweg. Woran das wohl liegen mochte? Es ging als los, und schon nach kurzer Zeit hatte sich Stephis Pferd wieder an die Spitze gekaempft, dicht gefolgt von meinem natuerlich. Und so ging es im wahrsten Sinne des Wortes ueber Wiesen und Felder, durch Baeche und Waelder zurueck zur Farm. Spannend wurde es, als wir eine „Abkuerzung“ einschlugen, und reiten-8ploetzlich auf einem schmalen Pfad inmitten durch Felsen ritten. Der Weg ging steil bergab und war total steinig und felsig. Da war ich doch froh, dass mein Pferd mehr oder weniger trittsicher zu sein schien, auch wenn es ab und zu ein wenig angetrunken durch die Gegend schwankte :-) . Nach gut 1 ½ Stunden erreichten wir in gestrecktem Galopp die Farm, das heisst Stephi, ich und ein Guide. Die anderen kamen mit leichter Verzoegerung 5 Minuten spaeter an. Ich muss sagen, es hat wirklich richtig Spass gemacht, auch wenn ich nicht wirklich reiten kann, aber ich war doch froh, endlich absteigen zu duerfen. Reiten macht naemlich ganz schoen muede, und ich spuerte auch schon die ersten Anzeichen des Muskelkaters, den ich im naechsten Tag hatte.

Abends veranstalteten wir noch eine spontane Grillparty auf unserer neuen grossen Terrasse mit Blick ueber halb Otavalo. Zwar war alles grillen-1ziemlich provisorisch, doch genau das machte es so besonders. Da wir kein Licht auf der Terrasse hatte, haben wir kurzerhand die Weihnachtsbeleuchtung rausgeholt und an die Waescheleinen gehaengt. Und da Grillanzuender in Ecuador auch eher Mangelware sind, hab ich mit Alex den Grill muehevoll mithilfe von Kerzen und Pappe angemacht. Es hat zwar ein kleinweilchen gedauert, doch hinterher hat er gebrannt wie in Deutschland :-) . Und auch zum Grillen hatten wir kein richtiges Fleisch, weil das immer total zaeh wird, sondern die beruehmten Salchichas. Das sind Wuerstchen, die man eigentlich in der Pfanne macht. So richtig zum Grillen geeignet waren sie auch ehrlich gesagt nicht, aber es war trotzdem lecker. Zudem hatten wir ja noch Salat, Knoblauchbrot, Avokadocreme und Tsaziki. Was fuer ein gelungener Abschluss eines schoenen Tages…

cuyMontag war ich dann natuerlich wieder in Cambugán. Man kann ja schliesslich nicht nur Wochenende haben, irgendwann muss man ja auch mal arbeiten. In der Schule war alles wie immer, und zu Hause eigentlich auch. Abends kam Manuel leicht angetrunken nach Hause und hatte bisschen Essen in einer Tuete dabei. Was das wohl war? Ja, natuerlich Kartoffeln, und – Ueberraschung – cuy! Ja, das gute alte Meerschweinchen. Nicht wirklich eklig, aber auch nicht wirklich lecker, da einfach so gut wie kein Fleisch dran ist. Fuer euch hab ich aber ein extraschoenes Foto von dem niedlichen kleinen Tierchen gemacht :-) .

Am Mittwoch hat mich Janeth gefragt, ob ich nicht mit ihr zu den Kuehen laufen will, um denen Wasser zu geben. Ja, da sind war keine Kuehe mehr, die man melken muss, aber  trotzdem muss man jeden Tag, an dem es nicht regnet, die weite Strecke laufen, um den Tieren Wasser zu geben. Und da sie mir leid tat, weil sie sonst alleine gelaufen waere, bin ich eben mit. Nach ca. 1 ½ Stunden kamen wir bei den Kuehen an. Dann werden sie zusammengescheucht und zum Wassertrog getrieben. Der ist nur leider wieder ein Stueck weiter Richtung Zuhause, steil bergab. Dann duerfen die Kuehe trinken und dann treibt man sie wieder zurueck, diesmal steil bergauf! Ja, und wenn am Ende wieder alle Kuehe vollstaendig auf der Wiese sind, ist die Arbeit beendet und man kann wieder nach Hause laufen. Doch diesmal schienen wir Glueck zu haben. Weiter oben stand gerade ein Auto, das so aussah, als wuerde es jeden Moment losfahren und uns mitnehmen wollen. Also sind wir schonmal langsam vorgelaufen. Am Wassertrog angekommen, hat Janeth zufaellig eine noch volle Colaflasche im Gebuesch gefunden. Geschmack: Sprite :-) . So, und dann standen wir vor der Flasche, weit und breit kein Mensch zu sehen und diskutierten, ob wir die Flasche nun klauen sollten oder nicht. Ich haette sie ja einfach mitgenommen, aber Janeth war sich sooo unsicher. Was wenn das Auto hinter uns doch noch kommen wuerde und dann wuerden die das sehen und und und. Wir haben dann beschlossen, die Haelfte von der besitzerlosen Sprite mitzunehmen und haben schonmal angefangen, die andere Haelfte in eine andere Flasche zu fuellen, die da eben auch so rumlag. Ich hatte sooo Durst und hab mich schon so gefreut gleich einen Schluck trinken zu duerfen, als Janeth meinte: „Auto Auto! Da kommt das Auto!“ Und wirklich. Weiter oben auf dem Weg sahen wir schon das Auto kommen. Ohne viel nachzudenken warfen wir die beiden Flaschen zurueck ins Gebuesch und fingen an zu rennen. Warum weiss ich auch nicht genau. Ich glaub Janeth hatte einfach Angst erwischt zu werden. Dabei hatten wir ja gar nichts schlimmes getan :-) . Nach 10 Minuten hoerten wir das Auto endlich hinter uns und ich war auch echt froh, als es anhielt um uns mitzunehmen. Die paar Leute, die schon drin sassen kamen gerade von einer Minga und waren dementsprechend gut drauf und leicht angetrunken. Nach ein paar Minuten waren kamen wir auch schon in Cambugan an, und stiegen aus. Ein paar Meter weiter meinte Janeth zu mir: „Hast du die Flaschen gesehen??? Die waren da im Auto! Beide! Also beide Haelften!“ Nein, gesehen hatte ich sie nicht, aber ich fands total lustig, wie Janeth sich sooo viele Gedanken um die doofe Colaflasche gemacht hat…
Als wir also gemuetlich den restlichen Weg nach Hause gelaufen sind, lag ploetzlich mitten auf dem Weg ein Mann. „Papi!“, meinte Janeth nur. Und wirklich. Manuel, mein Gastvater, lag total betrunken, mitten am hellichten Tag, vor uns auf der Strasse. Ich konnt mir ja das Grinsen nicht verkneifen als ich ihn sah. Er hat vergeblich versucht aufzustehen, was ihm dann mit unserer Hilfe auch gelungen ist. Janeth links und ich rechts, so wollten wir ihn nach Hause tragen, aber so richtig wollte er das gar nicht. Zum Glueck kam dann bald das Auto von Don Ramiro. Der hielt an und meinte nur: „Manuel, was machst du denn noch hier? Ich hab dich doch schon vor einer Stunde nach Hause geschickt! Hast du dein Handy noch?“ Nein, das war natuerlich nicht mehr da. Das musste er wohl bei einem seiner vielen Stuerze verloren haben. So sind wir alle los das Handy suchen gegangen, waehrend Manuel mit grosser Muehe versuchte, nicht wieder hinzufallen. Gluecklicherweise war das Handy nicht allzuweit weg, und wir konnten schon bald mit Don Ramiro nach Hause fahren. Zu Fuss haetten wir wohl noch eine Stunde fuer die letzten paar Meter gebraucht. Zu Hause angekommen mussten die Kinder erstmal die Musik anmachen, dass der Vater auch noch schoen tanzen kann. Wir haben vergeblich versucht ihn zum schlafen zu bringen. Irgendwann muss er dann aber wohl doch eingeschlummert sein. Ich fand das alles noch recht amuesant, aber eigentlich ist das echt traurig, dass die sich immer alle sooo besaufen und die Kinder sich nachher um die Eltern kuemmern muessen…

Und auch der Donnerstag war nicht nur langweilig. In der Schule beschlossen wir, wohlgemerkt 5 Minuten vor Schluss, am Freitag doch noch einen Schulausflug zu machen. Die Vorschlaege waren Schwimmen oder eine Caminata zur Laguna Cuicocha. Dafuer haben wir uns letztendlich auch entschieden. Zu den Kindern hiess es dann, wir treffen uns morgen um 8 Uhr an der Schule. Ihr fahrt dann mit Annika in ein Dorf, von dort aus werden wir loslaufen. Und bringt 50 Centavos mit! In Deutschland haette so ein Ausflug erstmal mindestens 1 Woche Planung benoetigt und den Kindern bestimmt eine Liste mitgegeben, die ungefaeht so ausgesehen haette: „Liebe Eltern, morgen … bla bla bla … und vergessen sie nicht ihrem Kind ausreichend Essen und Trinken mitzugeben und eine Regenjacke einzustecken! Ausserdem besteht waehrend der gesamten Wanderung Muetzenpflicht! Fuer die Fahrtkosten werden wir morgen 50 Cent einsammeln!“ Aber wir sind eben in Ecuador…
Nachmittags musste ich dann den barmherzigen Samariter spielen. Wir hatten (wohlgemerkt HATTEN) naemlich ein kleines Huehnchen, dass immer von einem grossen Hahn geaergert wurde. Das arme Huehnchen wurde immer bepickt und war schon total offen und blutig ueberall. Ich will das hier nicht zu genau beschreiben, aber es sah wirklich schon schlimm aus. Donnerstag Nachmittag habe ich dann also den Hahn auf frischer Tat ertappt und aus Mitleid das arme Ding mit in mein Zimmer genommen. Dort sass es still in einer Ecke und hat in die Luft gestarrt. Ploetzlich ist es umgekippt und konnte gar nicht mehr aufstehen und hat nur gestrampelt und gequitscht…. Ja, ihr koennts euch denken. Ich hab dann zu Janeth gemeint, „Ich glaub, das kleine Huehnchen stirbt bald!“ Sie hat es sich dann fachmaennisch angeschaut, draussen auf einen Tisch gelegt und nur gemeint „Wenn es lebt, lebts, wenn es stirbt, stirbs…“, und ist wieder gegangen. Der Kampf um Leben und Tot hat sich noch etwas hingezogen, bis das Tierchen dann doch endlich von seinen Qualen erloest wurde. Zu meiner Gastmama meinte ich dann: „Das Huehnchen ist uebrigens gestorben.“  Und sie meinte nur, ganz ohne Mitleid: „Ah, machen wirs zum Abendessen?!“ Das war aber dann doch nur ein Witz, weil es ja noch viel zu klein war, aber mit tat es trotzdem leid.

Am Freitag war dann der wohlbesagte Schulausflug nach Cuicocha. Morgens traf ich mich mit den Kindern von 3. Klasse bis Colegio in der cuicocha-7Schule, um noch die Colada auszuteilen. Die Lehrer wollten dann mit dem Bus um 8.30 Uhr in ein anderes Dorf fahren, wo wir uns treffen wollten. Ich sollte bis dahin mit allen Kindern mit dem Auto dorthinkommen. Ja, wenn das nur alles so einfach waere. Das erste Problem war, dass wir keinen Schluessel hatten, um die Zimmer aufzuschliessen und die Kinder dementsprechend alle keine Tassen hatten. Zum Glueck konnte dieses Problem schnell geloest werden, da wir doch noch den Schlussel gefunden haben. Das andere Problem war dann, dass erstmal die Haelfte von den Kindern gar nicht da war, die andere Haelfte einfach schon loslief, obwohl wir mit dem Auto fahren sollten, und dieses besagte Auto das kommen sollte, gerade in Otavalo unterwegs war. Ja, da lief ja alles wie am Schnuerchen. Mein einziges Glueck war noch, dass eine andere cuicocha-3Lehrerin aus „25″ noch da war, und mir helfen konnte. Sie hat dann ein neues Auto organisiert und ich bin mit ihr und einigen Kindern zum Treffpunkt gefahren. Die anderen wollten unbedingt laufen und liessen sich auch von mir nicht ueberzeugen, doch bitte mit uns mitzufahren… Wir kamen also an dem Treffpunkt an, und von den Lehrern war, wie erwartet, noch keine Spur zu sehen. Und die anderen, die gelaufen sind, wuerden wohl noch mindestens 1-2 Stunden unterwegs sein, bis sie endlich auch da sein wuerden. Na, das ist doch wieder typisch Ecuador. Total unorganisiert eben. So um 9 Uhr kamen dann endlich die Lehrer mit dem Bus, und eine halbe Stunde spaeter trudelten auch schon die ersten Laeufer ein, so dass wir doch bald starten konnten. Zuerst ging es supersteil bergab, dann wieder bergauf, dann wieder bergab, und wieder bergauf. Nur leider hatte die Haelfte der Schueler nicht mitbekommen, dass es eine WANDERUNG sein sollte, und kein Wettrennen, wer zuerst am Ziel ist. So kam es mir jedoch vor, denn wir sind „gerannt“ wie bloed. Dementsprechend waren wir auch nach einer Stunde schon an der Lagune. Fuer viele der Kinder war das wahrscheinlich der groesste Teich den sie je gesehen hatten :-) . Auf der Lagune gibt es auch ein Boot, mit dem man einmal im Kreis um die zwei Inseln fahren kann. Das kostet aber leider $1.30 pro Kind was wirklich ganz schoen teuer ist. Und so wollten, oder konnten, es auch nur einige wenige machen. Ueberraschenderweise kam aber nochmal eine Frau zu uns und meinte, die koenne auch zwei Kinder zum Preis von einem durchgehen lassen, was natuerlich eine riesen Hilfe war! Durch dieses Angebot war es dann doch allen Kindern moeglich, die Bootstour mitzumachen. Zuerst mussten jedoch erstmal die knallorangenen Schwimmwesten angelegt werden, was schonmal eine Aufgabe fuer sich war. Denn viele Kinder wussten gar nicht, fuer was das denn gut sein sollte, geschweigedenn wie man diese Teile denn anzieht. Als aber alle mit einer cuicocha-6schicken Schwimmweste ausgestattet waren, ging es los. Ein Boot mit den Kindern und eins mit den Schuelern vom Colegio. Ich muss sagen, die Fahrt an sich war nicht besonders spannend, aber fuer die Kinder eben doch mal etwas Abwechslung. Mittagessen gab es auf einer Wiese, wobei ich mich schon gewundert hatte, was wir denn wohl essen werden. Aber auf wundersame Weise haben die Kinder doch aus ihren Rucksaecken noch Popcorn, Reis, Kartoffeln und Mais gezaubert. Und so hatten wir ein gemuetliches Mittagessen mitten auf einer Wiese! Der Heimweg war weniger spannend, dafuer aber total anstrengend, da es das letzte Stueck totaaaal steil bergauf ging! Trotzdem war es ein schoener Ausflug, wenn auch etwas unorganisiert.

Das Wochenende verlief mehr oder weniger unspannend. Am Montag kam dafuer Joelle mit nach Cambugán. Joelle, ich weiss nicht ob ichs schon geschrieben hab, ist Lehrerin in der Schweiz und hilft uns hier eben mit dem Unterricht. Ihr Plan war es, jeden einmal in seiner Comunidad zu besuchen, und sich eben den Unterricht mal anzuschauen. Ich war also am Montag dran. Es lief eigentlich alles ganz gut, und meine Kinder waren total brav, bis meine Lieblingslehrerin Ximena meinte: „Warum machst du denn mit den Kindern immernoch dieses Thema, das haben doch  Linda und Carolin letztes Jahr schon gemacht! Du musst mal neue Sachen machen, das kennen sie ja alles schon. Ausserdem musst du nur Englisch reden, dass mach ich ja in meinem Kichwa Unterricht auch….“ Ja, das ist ja alles schoen und gut, aber die Kinder koennen es eben noch nicht! Und wenn ich nur Englisch reden wuerde, wuerde ja keiner was verstehen. Aber nett, dass sie mir so hilfreiche Ratschlaege gibt…
Nachmittags mussten wir, also Rosa, Lizeht, Manuelito und ich, Berro sammeln gehen. Das ist eine Pflanze, mit der wir in der Schule am naechsten Tag Suppe kochen wollten. Das Dumme ist nur, diese Pflanze waechst im Wasser und leider war alles, vom Ufer erreichbare, schon abgepflueckt. So haben wir uns gereckt und gestreckt um doch noch an ein paar Pflaenzlein zu kommen. Am Ende standen Lizeht und Rosa bis zum Bauch im Wasser :-) . Aber was tut man denn nicht alles. Als wir einen schoenen Haufen zusammen hatten, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Klitschnass und frierend, aber stolz auf unsere Ausbeute. Zuhause angekommen meinte Janeth nur: „Was habt ihr denn da gepflueckt? Der ist viel zu alt und viel zu trocken. Den koennen wir nicht benutzen…“ Ja, und so war leider alles umsonst…

Tagebucheintrag vom Dienstag, den 10. Februar: „Heute war ein schoener Tag! Genau zu Anfang meiner Computacion Stunde hatten wir Stromausfall! Was fuer ein Zufall :-) !“ Mehr gibts sonst auch leider nicht zu erzaehlen.

Am Donnerstag hatten wir einen ganz besonderen Tag in der Schule. Und das avalentinstag-1us zwei Gruenden. Morgens haben wir die Entdeckung des Amazonas gefeiert, mit einer Lesung und die Colegioschueler hatten Bilder dazu gemalt. Was fuer ein wichtiger Tag aber auch! Und nach der Pause stand ein ganz besonderes Programm an. Da es der letzte Schultag vor Valentinstag war, musste das ja gefeiert werden. Dazu stellten sich alle wie immer in Reih und Glied auf, dann kamen ein paar nette Worte von meiner Schulleiterin und dann ging das Geschenkeverteilen los. Es ist das gleiche Prinzip wie Wichteln, nur dass es eben „Amigo secreto“, Geheimer Freund, heisst. Jeder hatte etwas fuer seinen amigo secreto gekauft, und das wurde jetzt ausgetauscht. Es war nicht immer viel, weil die Kinder eben nicht viel haben, aber dafuer total suess. Sie haben noch Herzkarten gebastelt und bei jeder Geschenkuebergabe musstevalentinstag-2 man sich umarmen. Das sah nicht immer recht herzlich aus, aber so sind die Ecuadorianer eben. Und danach kamen alle auf uns Lehrer zugerannt und haben uns umarmt. Das war total suess und ich hab mich wirklich so gefreut. Manche kamen nur ganz kurz, aber andere haben mich total lieb und doll umarmt. Ja, und dann war die Schule auch schon so gut wie vorbei und ich bin zurueck nach Otavalo gefahren. Es war zwar erst Donnerstag, aber Freitag hatte ich mit meinen Lehrern ein Fussballspiel.
Nachmittags war ich also in Otavalo und da wir nichts besseres mit uns anzufangen hatte, haben Anneke und ich ein paar Wasserbomben gekauft. Karneval heisst hier naemlich nicht Verkleiden, sondern man bewirft andere Leute mit Wasser oder besprueht sie mit Schaum. Das kann natuerlich jedem passieren und so hab auch ich schon eine Ladung schaum abbekommen. Aber die Rache war ja schon geplant. Wir fuellten also einige Wasserbombencarnaval und warfen diese mit Alex und Stuart auf die Leute, die unter unserem Balkon vorbeiliefen. Ich muss sagen, es war ein Riesenspass. Besonders, als 3 Wasserbomben gleichzeitig auf einen armen nichtsahnenden Jungen flogen :-) . Ja, das ist Ecuador!
Donnerstagabend musste ich mich zwangsweise mit Anneke im Fauno betrinken. Die Situation ist naemlich folgende: Anneke hat in Deutschland nur ein 6 Monatsvisum bekommen. Dabei war sie 1000 mal bei der Botschaft und hatte so viel Stress, aber sie wollten ihr nur ein Halbjahresvisum geben. Das laeuft jetzt bald ab, und sie ist mit Celia und ein paar anderen nach Quito um es verlaengern zu lassen. Das sah am Anfang auch noch gut aus, aber am Donnerstag hat sie gesagt bekommen, dass sie faunokein Visum mehr bekommt. Warum auch immer. Jetzt muss sie versuchen nach Kolumbien zu reisen um bei der Neueinreise nocheinmal 3 Monate zu bekommen. In diesen 3 Monaten muessen wir dann eine Loesung finden, sonst muss Anneke schon Mitte Mai heimreisen. Und eigentlich wollte sie erst im August gehen… Dabei versteh ich ueberhaupt nicht, warum sie kein Visum mehr bekommt. Immerhin hilft sie ja dem Land…
Verstaendlicherweise war sie deshalb etwas frustriert und wir mussten ein paar Cubas trinken gehen. Wobei es die arme Laura noch viel schlimmer getroffen hat. Laura hatte geplant, fuer immer hier zu bleiben und hat sich schon bei der Uni in Quito eingeschrieben und Pruefungen gemacht und alles um dort Medizin zu studieren. Doch auch Laura hat ihr Visum nicht verlaengert bekommen, und muss am Sonntag!!! ausreisen. Die arme. Falls du das liest, wir denken an dich!!!

Jetzt zu dem Fussballspiel am Freitag. Ich dachte, das wuerde ganz spannend werden, aber eigentlich war es das ganz und gar nicht. Alle Lehrer von Sektor 1 trafen sich, um gemeinsam Fussball zu spielen. Dafuer haben wir uns extra alle neue Trainingsanzuege machen lassen und T-Shirts mit den Namen bedruckt. Zuerst spielten die Frauen, dann die andere Haelfte der Frauen, dann die Maenner. Nur leider kannte ich die ganzen Lehrer ja ueberhaupt fussballnicht und wir sassen eigentlich mehr in der Gegend rum und haben gewartet, bis wir heimdurften. Zu Ende wurde aber auch mit den Lehrern nochmal gewichtelt. Ich hab ein superschickes T-Shirt verschenkt und total praktische Dosen bekommen. Was fuer eine Ausbeute :-) .

Achja, und jetzt kommt noch die schlimmste Nachricht dieser Woche. Churi ist weg!!! Wahrscheinlich wurde er geklaut. Ist das nicht traurig? Mein Churi!!! Er konnte doch schon Sitz, Platz und ich hab ihm gerade erst Gib Pfote beigebracht. Und jetzt ist er weg… :-(

Ja, diesmal hab ich leider keine Fotos. Das mit dem Hochladen hat hier nicht funktioniert. Aber vielleicht schaff ich es naechste Woche. Sonst hab ich aber schon ein paar Fotos bei StudiVZ drin, falls da jemand reinschauen will…

Misa, Trago und Kartoffeln

•31 Januar, 2009 • 1 Kommentar

Mensch, ich hab euch ja noch gar nicht von unserem Ausflug letzte Woche erzaehlt. Also nun, fuer alle die, die es noch nicht bei Stephi auf der Homepage gelesen haben… :-)
Am Samstag frueh sind wir, also Stephi, Kristin und ich, nach Ibarra gefahren, um uns von dort aus auf den Weg zu irgendwelchen tollen Waeldern zu machen. Ich muss zugeben, eigentlich hatte ich keine Ahnung wo wir wirklich hinwollten, aber in Kristins Reisefuehrer stand da wohl was tolles drin. Also sind wir wollten zuerst in ein Reservat bei „El Angel“. Dazu sind wir zuerst nach „Bolívar“ gefahren und wollten von dort aus ein Taxt nehmen. Der nette Fahrer wollte auch nur 70 Centavos haben, das hat er uns zumindest am Anfang gesagt. So sind wir 3 also eingestiegen und wollten losfahren, als er meinte, es fehle noch ein Fahrgast. Er fahre nur mit 4 Leuten. Irgendwann kam zum Glueck eine Frau, die mit uns mitgefahren ist. In El Angel fragte uns der Fahrer, ob er uns nun sicher zu dem Reservat fahren soll, wo es irgendwelche tollen Baeume geben soll. Wir meinten nur „Ja“, schliesslich haben wir das am Anfang auch schon gesagt. Nach gut 10 Minuten fahrt hielt er an einer Tienda, um sich Kekse und was zu Trinken zu kaufen. Das fand ich ja schon etwas seltsam, hab mir aber nichts weiter dabei gedacht. Nach weiteren 15 Minuten wurden wir jedoch misstrauisch. Die lange Fahrt fuer  70 Centavos? Das konnte doch nicht sein. Als wir dann doch mal nachfragten, meinte er nur: „Nein, das ganze kostet $ 30 und ich warte 2-3 Stunden auf euch!“ Aha! Na da hatten wir uns wohl etwas missverstanden! Ratlos schauten wir uns an. Immerhin waren wir schon ein gutes Stueck gefahren, und mussten dafuer auch zahlen. Allerdings fehlte bis zu dem Reservat wohl noch ein gutes Stueck. Wir entschieden uns deshalb fuer den Rueckweg und nahmen auch die $ 6 in Kauf, die wir fuer die kleine Spazierfahrt nun zahlen mussten. Aber gut, wir sind in Ecuador, da stoert einen das dann auch nicht besonders.
Zurueck in El Angel nahmen wir dann den Bus nach „San Gabirel“. Da sollte, nach Kristins Reisefuehrer, ein anderer toller Wald sein. Das hat auch soweit alles gut geklappt und der Bus lies uns direkt in San Gabriel raus. Doch wo war nun der Wald? Nach kurzem Fragen liefen wir in die Beschriebene Richtung los. Unwissend ob es die richtige Richtung war und wie weit wir zu laufen hatten. Nichmal die aufkommenden Regenwolken konnten uns p1060093wirklich aus der Ruhe bringen, schliesslich sind wir – ihr habt es schon gelernt – in Ecuador, und irgendwie klappt es immer. Ja, hat es dann natuerlich auch. Denn wir haben einfach eine vorbeifahrende Camioneta angehalten und den Fahrer gebeten, uns doch zu diesem „Bosque Arrayanas“ zu fahren. Das hat er auch prompt gemacht und ein paar Minuten spaeter standen wir vor dem Wald. Ich muss sagen, er sah nicht sooo spektakulaer aus… :-) Wir sind also einfach mal reingelaufen und dem Rundweg gefolgt. Nur leider hat man ausser Baeumen p1060125nichts spannendes gesehen. Aber immerhin war es – haltet euch fest – der letzte Myrthewald Ecuadors! Den naechsten gibt es erst wieder in Argentinien! Ja, und ich war da! Na, neidisch *g*? Nicht wirklich. Denn nach ein paar Minuten hat es dann doch angefangen zu regnen und leider wurden wir sogar im letzten Myrthewald Ecuadors ziemlich nass! Der doofe Rundweg hat sich auch ganz schoen in die Laenge gezogen und eigentlich wollte ich die Baeume gar nicht mehr anschauen, denn die sahen alle gleich aus. Der Weg wurde auch mit der Zeit immer matschiger und irgendwann glich unsre kleine Wanderung mehr einer p1060139Regen-Schlamm-Schlacht als einem netten Ausflug in den letzten Myrthewald Ecuadors! Nach gut einer Stunde hatten wir den Ausgang jedoch wieder gefunden und waren heilfroh, als es auch noch aufgehoert hatte zu regnen. Nur wie kamen wir denn jetzt wieder zurueck nach San Gabriel, wo der Bus nach Ibarra fuhr? Wir setzten uns einfach mal neben einen netten Mann an eine Bushaltestelle und fragten, wann denn der naechste Bus fahren wuerde. „Busse? Nein, hier gibt es keine Busse. Aber hier kommt grad ein Auto, da fahren wir mit!“ Und wirklich. Das Auto hielt an und nahm uns geradewegs mit nach San Gabriel, wo wir nach einigem Warten auch endlich in einen Bus stiegen, der nicht nur nach Ibarra, sonder auch gleich nach Quito fuhr. Das heisst, er fuhr auch direkt nach Otavalo! Was fuer ein Glueck. Leider waren schon fast alle Sitzplaetze belegt und nur noch Stephi und Kristin konnten einen von den bequemen Sitzgelegenheiten ergattern. Ja, und als ich dann also so im Gang stand, totmuede war und der Bus total viele Kurven gefahren ist, habe ich beschlossen, mich bei „Wetten dass..?“ zu bewerben. „Ich wette, dass ich  10 Minuten stehend in einem Bus, der eine ecuadorianische kurvenreiche Strasse befaehrt, schlafen kann, ohne an irgendeinen Sitz anzustossen!“ Na, wie findet ihr das :-) ? Naja, ich muss sagen, es ist doch gar nicht so einfach und ich war ganz schoen froh, als in Ibarra endlich ein Sitzplatz fuer mich frei wurde. Ja, das war unser spannender, verregneter Ausflug in die Walder hinter Ibarra :-) .

Sonntagabend war ich mit Stephi und Selana zum putzen verabredet. Ja, ihr habt es vielleicht schon gehoert, wir sind umgezogen! Uns am Sonntag mussten wir eben noch ein bisschen sauber machen, ausserdem war ich sooo gespannt auf das neue Haus. Es ist mitten im Zentrum Otavalos, 1 Minute vom Fruchtmarkt weg, im 2. Stock, mit einem mega Wohnzimmer, einer riesen Kueche, 3 Schlafzimmern, 3 Baedern und 3 Terrassen!Wirklich ein Traum! Richtig umgezogen sind wir jedoch erst am naechsten Wochenende. Das heisst am Montag haben ein paar Freiwillige alle Kartons ins neue Haus geschleppt und wir sind Donnerstag einfach nachgekommen :-) .

Aber zuerstmal zu meiner Woche. Die war naemlich wirklich mal wieder richtig spannend. Montag nach der Schule, als wir wie immer an der Wiese vorbeigelaufen sind, an der wir immer melken gehen (die Kuehe sind uebrigens wieder naeher dran… warum auch immer), meinte meine p1060187Gastschwester Rosa: „Heute morgen ist ein Kaelbchen gestorben. Aber wir wissen nicht warum!“ Och nein, schon wieder ein totes Tier. Als ich im Haus ankam, sah ich auch schon die Omas im Nachbarhaus fleissig schneiden und waschen. Die hab ich doch gleich mal besucht, und bin gleich mal dem halben Kalb begegnet. Das heisst, dem was davon noch uebrig war. Naemlich dem Fell. Das lag schoen zusammengelegt in einer Schubkarre im Hof. Die Omis haben p1060176waehrendher das Fleisch gewaschen und geschnitten. Das arme Tierchen. Hoffentlich muss ich das nicht, hab ich nur gedacht. Jaja, wie immer, falsch gedacht. Nachmittags wurden wir dann doch von der Oma eingeladen, bei ihr zu essen. Lecker „tripa de ternero“. Wir kamen also in das kleine Kuechenhaeuschen der Oma und wurden erstmal total eingeraeuchert, weil der „Herd“, also das p1060203Feuer, direkt in der Kueche war. Auf dem Feuer stand schon der Topf bereit, gefuellt mit leckeren Innereien des armen Kaelbchen. Hmmm… war eigentlich gar nicht soooo schlecht, muss ich doch sagen… Was auch immer ich gegessen hab…

Dienstagnachmittag stand ganz in den Vorbereitungen vom naechsten Tag. Da war naemlich ein Gottesdienst fuer den verstorbenen Mann meiner Schwester geplant. Der ist nun schon seit einem Monat tot, und nach dieser Zeit macht an hier wohl immer einen Gottesdienst. Nur dass man mit den Vorbereitungen schon einen Tag vorher anfaengt, war mir auch nicht klar. p1060297Auf jeden Fall hat meine Familie ganz viele Fruechte und Obst gekauft. Die wurden in Schuesseln schoen auf einen Tisch gestellt, mit einem Kreuz, einem Blumenkranz und einem Foto von Fabian. Als der Tisch fertig war, hat Mariana Fleisch rausgeholt und angefangen es zu waschen und zu schneiden. Aber irgendwie sah das Fleisch ziemlich komisch aus und es war auch noch ein schwarzer Bobbel dran, der verdaechtig nach Auge aussah. Und wirklich, das Fleisch war vom Gesicht der Kuh, und der Gaumen war auch noch dran… Lecker. Aber ich habs mir dann doch nicht nehmen lassen, das Auge mal p1060269kurz anzutatschen… Dafuer war ich ganz schoen froh, als sie das eklige schwarze Ding abgeschnitten und dem Hund gegeben hat. Nicht dass das auch noch auf meinem Teller landet!
Nach der Aufregung mit dem Fleisch, kam der gemuetlichere Teil des Nachmittags. Es ging ans Kartoffelschaelen. Hier schaelt man die Kartoffeln immer roh, und bei den p1060291Frauen sieht das so leicht aus, dass ich das auch mal probieren wollte. Also hab ich mich dazu gesetzt und angefangen zu schaelen. Am Anfang war das noch ziemlich unkoordiniert und meine geschaelte Kartoffel sah ziemlich verunstaltet aus, im Gegensatz zu den schoen geschaelten Kartoffeln der anderen Frauen. Aber mit der Zeit klappte es immer besser und es machte auch wirklich Spass. Nach den 2 Stunden tat mir dann aber doch ganz schoen die Hand p1060295weh. Dafuer kann ich jetzt, nach gut 200 geschaelten Kartoffeln, eine Kartoffel am Stueck schaelen, ohne abzusetzen :-) . Das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhoert… Das faszinierende ist nur, dass wir da zu siebt dransassen, und nach 2 Stunden dementsprechend viele Kartoffeln hatten. Wer die wohl alle essen sollte…? Noch war mir das nicht ganz klar, aber ich werde es schon noch sehen, hab ich nur gedacht. Gleichzeitig mit den Kartoffeln wurde noch das Fleisch gekocht, fuer die Gaeste, die abends kommen p1060334wuerden. Und die, die abends kommen, begleiten die Familie am naechsten Tag auch immer mit auf den Friedhof. Nur war bis abends um 7 Uhr immernoch niemand da, und ich hab schon befuerchtet, wir muessen die 1000 Kartoffeln alleine essen. Aber es kamen zum Glueck doch noch ein paar Leute, die sich dann neben den Tisch mit dem Foto von Fabian gesetzt haben und warteten. Worauf war mir auch nicht ganz klar, und eigentlich wollte ich schon fast ins Bett gehen, als wir alle reingerufen wurden, und ein Mann, der wohl so was p1060275aehnliches wie ein Pfarrer war, anfieng zu beten. Er hat dann bestimmt eine dreiviertel Stunde auf Kichwa geredet und gebetet und gesegnet und gesungen und ich und alle anderen sind dabei wirklich fast eingeschlafen. Manche haben sogar schon geschlafen :-) … Nach dem „Gottesdienst“ gab es auch endlich das sorgfaeltig zubereitete Essen. Zuerst eine leckere Kartoffelsuppe mit Fleisch, dann eine leckere Cremsuppe mit Kaese und danach noch eine leckere Tasse „colada morada“ (diese lila Colada mit Fruechten). Ja, und danach war ich wirklich gut voll! Und auch bettfertig. Bis ich aber wirklich endlich im Bett lag, war es dann doch 23.45 Uhr, 3 Stunden nach meiner eigentlichen bettgehzeit, und die Feier war noch lang nicht zu Ende.

Am naechsten Tag, also am Mittwoch, stand dann der eigentliche Gottesdienst an. Dafuer hab ich in der Schule extra frei bekommen und mir von meiner Gastschwester Griselda ein Anaco anziehen lassen. Selber klappt das noch nicht so wirklich, denn das ist gar nicht so einfach. Eine Schicht vom Rock drueber, die andere drunter, dann umschlagen, umklappen, hier halten, dort halten, Band rumwickeln und fertig! Kette, Armbaender und Schuhe und schon ist man eine Indígenafrau. Unerwartet puenktlich ging es dann mit einer Camioneta um 8.30 Uhr los zum Friedhof nach Quichinche. Das ist ein etwas groesseres Dorf auf dem Weg nach Otavalo. In der Camioneta sass ich mit ein paar anderen Leuten, die alle einen Eimer dabei hatten. Ja, das ist wahrscheinlich das Essen, von dem ich schon gehoert hab, was sie immer auf die Graeber legen. Aber was sie wirklich damit wachen wollten, hab ich dann spaeter gesehen. In Quichinche angekommen, kam uns gleich der Pfarrer entgegen und meinte: „Macht es euch was aus, wenn wir eine halbe Stunde frueher anfangen?“ Was??? Sind wir hier in Ecuador oder doch nicht mehr? Was war das denn, frueher anfangen… Aber gut, wo wir doch eh schon da waren. Also sind wir alle in die Kirche rein, das Bild und das Kreuz von Fabian wurden in der Mitte aufgestellt und auch wieder eine Schale mit Fruechten und Essen. Der Gottestdienst war eigentlich ziemlich normal und nach einer halben Stunde auch vorbei. Dann kam der Pfarrer zu Griselda, vor der das Essen stand, und meinte: „So, und dass ist fuer mich?!“ Und hat das Essen mitgenommen. Das ist wohl so, dass eine Schale immer fuer den Pfarrer ist. Seltsam…
Dann sind wir alle zusammen zum Friedhof gelaufen, wo es anfieng erst richtig interessant zu werden. Alle Graeber waren einfach nur aus Erde, kein p1060301einziges Bluemchen drauf. Aber das wuerde ja auch nicht gehen, weil man ja das Essen draufstellen muss. Zuerst wurde also das Kreuz (wohlgemerkt bereits das dritte!) ins Grab geschlagen, dann der Blumenkranz draufgelegt und das Bild davorgestellt. Dann wurden einige Schuesseln mit Kartoffeln und Fruechten dazu aufs Grab gestellt, und dann gings los. Jeder hat sich schoen verteilt ums Grab gesetzt, mit seinem Eimerchen vor sich. Ich hab mich mal etwas abseits p1060302gesetzt, und das ganze Geschenen erstmal beobachtet. Es gab zwei Arten von Personen. Gruppe A und Gruppe B. Eine Person von Gruppe A sass die ganze Zeit nur vor ihrem Eimerchen mit Essen, waehrend die Personen von Gruppe B die ganze Zeit am rumlaufen waren. Das ging so:
Person B schoepft Essen auf einen Teller und laeuft zu Person A. Diese leert die Kartoffeln in eine Tuete, und schoepft Essen (meist auch Kartoffeln) aus ihrem Eimer auf den Teller und gibt ihn Person B wieder in die Hand. Person B laeuft zurueck zum eigenen Eimerchen und leert die neu gewonnenen Kartoffeln ebenfalls in eine Tuete. Dann schoepft sie neue Kartoffeln aus dem eigenen Eimer und laeuft zu einer anderen Person von Gruppe A. Diese p1060304wiederum leert die Kartoffeln in eine Tuete, schoepft aus ihrem eigenen Eimer und gibt den Teller Person B wieder mit. Person B schuettet die Kartoffeln in die Tuete, in der bereits die Kartoffeln von der ersten Person der Gruppe A liegen und fuellt den Teller erneut…
Habt ihr das System erkannt? Es ist nicht besonders schwer. Jeder gibt sein Essen einer anderen Person und bekommt dafuer einen Teil deren Essens. So dass man nachher eigentlich die gleiche Menge Essen hat, nur von 1000 p1060317verschiedenen Leuten. Das ging auch mit Bananen und Brot so, nicht nur mit Kartoffeln und Reis. Ich muss sagen, ich musste doch ein bisschen schmunzeln als ich das so beobachtet hab. Fuer uns ist das einfach so unverstaendlich… Im Endeffekt hatten wir dann 1000 Bananen, noch mehr Brot und ganz viele Kartoffeln. Von dem neugewonnenen Essen haben wir dann einfach mal angefangen zu Essen, waehrend andere Leute angfiengen Cola zu verteilen. Ihr erinnert euch, Cola heisst nicht unbedingt COCA Cola, sondern einfach ein suesses Kohlensaeurehaltiges Getraenk. Von denen hatten wir p1060311einen ganzen Berg voll, weil jeder mindestens 2 Flaschen gekauft hat, und neben das Grab gelegt hatte. So liefen bestimmt 5 Leute rum, mit einer Flasche und einem Becher in der Hand. Der Becher wird immer wieder neu gefuellt und jeder bekommt mal ein paar Schluecke zu trinken. Das ist eigentlich ganz angenehm, wenn man das trinken so serviert bekommt. Nachdem wir satt waren, ging der Spass aber noch weiter. Die mit Muehe neugewonnenen Bananen und das leckere Brot von uns, wurden jetzt nicht mehr getauscht, p1060321sondern verschenkt! Jeder hat von uns eine Banane und ein Brot bekommen. Ausserdem haben sie jedem einen Teller Reis geschenkt. Ja, so kam es, dass wir am Ende so gut wie nichtsmehr hatten, und alle anderen an Essen gewonnen hatten. Das versteh mal einer… Am Ende hat die Frau des Pfarrers sich sogar noch  das Essen, das auf dem Grab stand geschnappt. Na, die freuen sich wohl auch immer, wenn eine Beerdigung ansteht. Braucht die Frau schon nicht zu kochen… p1060320Zum Abschied hat die kleine Nicole (die 2-jaehrige Tochter von Fabian und Griselda) zum Grab gesagt: „Tschuess Papi, ich geh jetzt wieder. Ich muss nach Quito, arbeiten. Aber ich komm wieder!“ Ja, ich glaub das war der einzige Moment, in dem Griselda dann doch eine Traene ueber die Wange gekullert ist.
Nach dieser Fressparty ging es auch endlich wieder zurueck nach Cambugan, wo die Feier aber noch lang nicht so Ende war. Immerhin war es inzwischen Mittagessenzeit und es gab, richtig, nochmal Kartoffelsuppe mit Huehnchen diesmal fuer alle. Die hab ich schon kaum runterbekommen, weil ich noch so voll war, aber danach kam noch ein Teller Reis und noch mehr Fleisch. Ich versteh wirklich nicht, wie die hier alle so viel Essen koennen! Mir hat es dann wirklich gereicht! So gegen Nachmittag haben die Maenner, und auch einige Frauen, dann angefangen richtig zu feiern. Mit Trago! Das ging so weit, bis mein Gastvater um halb 9 Uhr abens so betrunken war, dass ihn die Kinder ins Bett tragen mussten! Ja, damit war diese Feier dann auch endgueltig beendet! So sieht also eine Beerdigungsfeier in Ecuador aus!

Donnerstag morgen bin ich wieder nach Otavalo gefahren. Zum ersten Mal ins neue, schoen eingerichtete Haus. Und ich muss sagen, es ist wirklich superschoen. Mal davon abgesehen, dass ich das schlechteste Zimmer, das schlechteste Bad, und das schlechteste Schrankregal bekommen habe…  Das Wohnzimmer ist sogar so gross, dass wir schon geturnt, gehuepft, getanzt, gerannt, gekugelt, gekullert,….. sind. Einfach ein Traum. Und wir haben in der Kueche und im Wohnzimmer so eine riesen Fensterfront, dass man nun, wenn man auf dem Sofa sitzt, genau auf den Imbabura schauen kann, sollte er denn nicht mit Wolken bedeckt sein. Ausserdem sind wir mitten im Zentrum! Und man kann sich einfach alles mal kurz kaufen, nicht wie im alten Haus, von dem man erstmal 15 Minuten in die Stadt gelaufen ist. Eigentlich ist alles perfekt. Naja, ausser dass wir noch keinen Kuehlschrank haben, weil der kaputt ist, unser Waschbecken auslaeuft und aus unserer Dusche ewig kein warmes Wasser kam. Aber auch damit kann man sich anfreunden, wenn man auf unserem kleinen Balkoenchen sitzt und die Leute auf der Strasse beobachtet.

Ja, das war eigentlich schon alles, was ich euch erzaehlen kann. Morgen mach ich mich mit Stephi, Kristin, Cornelia und Sarah auf, um ein weiteres Abenteuer zu erleben. Wir werden in die naehe von Cambugan fahren und von dort aus zur Laguna Cuicoche reiten! Na, hoert sich das nicht cool an? Wir reiten insgesamt 4 Stunden, und ich denk mal, da ich so ein Profireiter bin, werd ich am Montag ganz schoen Muskelkater haben :-) . Aber gut, das macht ja nichts…

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•25 Januar, 2009 • 1 Kommentar

p10508801… in Cambugán, und das gleich mit meinem allerersten Besuch hier! Aber ich kann euch beruhigen, Michi hat die 3 1/2 Tag im „Outback“ gut ueberstanden. Seine Worte, als wir wieder in der Zivilisation, sprich in Otavalo, waren: „Ich habs mir schlimmer vorgestellt… Aber mehr als eine Woche koennt ich hier nicht leben.“ Naja, vielleicht haetter er mit ein paar mehr Spanischkentnissen ja auch zwei Wocen hier ueberlebt :-) , aber ich muss auch sagen, dass er wirklich viel gelernt hat!

Aber gut, fuer Michi war es hier auch wirklich langweilig. In der Schule hab ich naemlich erstmal in allen Klassen einen Test geschrieben, da mir „Señorita Ximena“ ganz spontan gesagt hat, dass sie von jedem Kind 3 Notan braucht – in einer Woche! Eigentlich hab ich die ganze Zeit in dem Gedanken unterrichtet, keine Noten geben zu muessen und bin dementsprechend aus allen Wolken gefallen. Aber so leicht lass ich mich auch niht unterkriegen, wozu hab ich denn im Theater das Improvisieren gelernt :-) … Und so hab ich mir kurzerhand fuer jedes Kind zwei Noten (eine hatte ich ja zum Glueck von dem Test) ausgedacht. Das war wahrscheinlich nicht immer ganz fair, aber ich kann ja schliesslich nicht Noten nch den saubersten Klamotten vergeben. So war ich die Woche ueber gut gefordert, vor allem als am Donnerstag einfach mal 2 Lehrer nicht da waren. Das wusste ich zwar schon einen Tag vorher und hab mich auch bereit erklaert, auf die Kinder aufzupassen, aber da dachte ich auch noch, alle haetten genug zu tun. Am naechten Tag hat sich dann aber rausgestellt, dass die 6. und 7. Klaessler nach 45 Minuten mit den Aufgaben fertig waren und die vom 4. und 5. Nivél nach gut einer Stunde. Na, da blieb ja nur noch eine ganze Stunde bis zur Pause, und noch gut 2 1/2 Stunden bis Schulende. Da hab ich erstmal ganz spontan alle was malen lassen, worueber sie sich zum Glueck riesig gefreut haben, bis ich endlich die erloesende Pausenglocke gehoert habe.
Nach der Pause sollte ich eigentlich Computación an die 6. und 7. Klaessler geben (wohlgemerkt 13 Kinder an 2 Pcs und 18 andere im anderen Klassenzimmer). Zufaellig hab ich dann mitbekommen, dass ich einen TEST schreiben sollte, in Computación! Gut nur, dass ich nichts davon wusste. Ich bin zwar schon richtig flexibel hier geworden, aber das war doch ein bisschen zuviel des Guten. Wo sollte ich denn auf die Schnelle einen Test herbekommen, und was sollte ich mit den anderen Kindern machen? Die einzige Lehrerin, die sonst noch da war, war auch keine grosse Hilfe, denn sie ist Lehrerin von der 1., 2. und 3. Klasse und ist somit auch schon genug beschaeftigt. Also hab ich mit Michi und meinen 31 Schuetzlingen einfach mal Fussball gespielt. Zwar nicht besonders einfallsreich und immernoch total chaotisch, aber so waren wenigstens 80 % der Kinder gluecklich :-) .

Aber nun genug von der Schule, bei mir Zuhause ist schliesslich auch einiges passiert. Als ich am Dienstagmittag Michi mein „Zuhause auf Zeit“ zeigen wollte, machte ich wie immer die erste Tuer auf, und meinte: „So, und das hier ist die Kueche… Oh… das war die Kueche… wo ist die Kueche hin?!“ Denn wo eigentlich immer die Kueche war, ist jetzt eine Matratze, 100 Schraenke und noch mehr Klamotten. Da hab ich erstmal meinen Gastvater gefragt, was denn mit der Kueche passiert ist: „Meine Tochter Griselda ist aus Quito gekommen und da haben wir die Kueche umgestellt. Ihr Mann ist gestorben.“ WAS??? Sie ist gerademal 21 und er war 22 und sie haben eine 2 Jahre alte Tochter! Irgendwie p1050883hat er wohl kurz nach Weihnachten zu viel Trago getrunken oder so. So ganz hab ich das nicht verstanden, aber ich war auf jeden Fall geschockt! Jetzt wohnt sie fuer einen Monat wieder Zuhause d geht dann wieder zurueck nach Quito, arbeiten.
Die Nachmittage haben Michi und ich mit schlafen, spielen, essen und Noten ausdenken auch mehr oder weniger gut rumbekommen. Ist eben doch manchmal ganz schoen langweilig hier… Aber eben nur manchmal :-)

Am Mittwoch stand naemlich schon sie naechste Delikatesse auf der Speisekarte. Schweinehaut! Den Kindern scheinte das ganz gut zu schmecken, denn die haben die rohe! Haut mit noch ein paar Haaren dran gegessen wie Kekse! Also wenn das so lecker ist, will ich doch auch mal probieren. Mariana hat uns sogar extra ein Stueckchen gebraten, so schmeckt es wohl besser. Naja, so lecker war es dann doch nicht, aber wie immer gilt ja auch nur: „Wenigstens hab ichs mal probiert!“

Sonnerstag hatten wir dann von 17 Uhr bis 21 Uhr keinen Strom. Das war natuerlich genau die Zeit, in der wir eigentlich immer Essen und auch die Zeit, in der es immer dunkel wird. Und wie eben immer, typisch fuer Ecuador, war keine einzige Kerze im Haus. Zum Glueck hatte ich noch ein paar uebrig, und so haben wir gemuetlich bei Kerzenlicht abendgegessen, und noch ein bisschen beisammengesessen. Mein Gastpapa wollte auch gleich Michis Bruder mit Janeth verheiraten. Da war natuerlich die Tatsache, dass sie iene Baeckerei haben nur noch foerdernder :-)

Ja, ich glaub Michi war aber schon ganz froh, als wir wieder in Otavalo waren. Samstag haben wir noch den Markt unsicher gemcaht und sind dann Nachmittags nach Quito gefahren, weil er ja am Sonntagmorgen schon nach Deutshland gefolgen ist Ich muss sagen, ich war schon echt traurig als er weg war. Er war ben die erste „vertraute“ Person hier nach 4 Monaten und gerade jetzt, wo er wieder weg ist denke ich viel oefters an Deutschland und hab wahrscheinlich auch mehr Heimweh als am Anfang… Ihr wisst gar nicht, wie ich mich auf euch alle freu!

Letzten Montag hat dann mein richtiger Alltag wieder angefangen. Also fast, zumindest. Denn es hiess, dass am Dienstag ein Streik waere und die ganze Pana (Panamericana) und die Strasse zu mir gesperrt waere. Das hiesse ja, wir haetten keine Schule und das waere super. Nicht dass ihr denkt, ich habe keine Lust zu unterrichten, aber es ist einfach echt anstrengend, und man muss die paar freien Tge nutzen, die man bekommt. Meine Lehrerin meinte aber nur: „NAtuerlich ist Unterricht, das ist das Gesetz. Du kommst auf jeden Fall und bist hier mit den Kindern und wir schauen ob wir es herschaffen.“ Das hoerte sich aber gar nicht gut an. Ich mit den ganzen Kindern? Und falls Streik waere, waere ich auch gern in Otavalo bei allen anderen. Also hab ich gesagt, dass ich aber auch nach Otavalo wollte, um nach den Unis zu schaun (das war ja nichtmal gelogen). Da hat sie mich total doof angemeckert, ob das denn unbedingt heute sein muesste und warum ich das nicht am Wochenende machen wuerde, da mach ich ja sowieso nie was… Mensch ,d a war ich vielleicht angepisst. Jeder hat das Recht, nach Otavalo zu gehen und an den Wochenenden mach ich wohl schon genug!

Bin also sicherheitshalber nach Otavalo gefahren, um im Falle eines Streiks nicht den ganzen Dienstag in Cambugán festzusitzen. In Otavalo haben auch alle zu mir gesagt, dass es einen Streik geben wird und dass es auch ganz schoen gefaehrlich sein kann, weil manche Leute sogar mit Steinen werfen oder so. Sogar alle Lehrer von den anderen meinten, sie sollen lieber nicht in die Schule kommen… Ja, nur meine Lehrerin meinte, alle sollen kommen und jeder muss sich alleine durchschlagen…

p1050941Am Dienstag war dann auch wirklich Streik, nur leider nicht soo arg wie erwartet. Ich war trotzdem noch in Otavalo… Dort haben wir uns einen schoenen Tag gemacht. Nachmittags bin ich mit Stephi, Kristin und Sarah zum Lechero hoch. Dort, ihr koennts euch denken, haben wir wieder ein kleines Fotoshooting veranstaltet und wie immer uns bestens amuesiert. O-Ton p10509431Stephi: „Lass uns eine StudiVZ-Gruppe gruenden. Mit dem Namen: Ich quaele mich gerne fuer gute Fotos!“ (An dieser Stelle moeche ich alle herzlich einladen, doch bitte beizutreten…)
Gerade als wir gehen wollten, kam eine Camioneta. Die Chance haben wir natuerlich gleich genutzt und wollten uns fuer $ 3nach Peguche zu den Wasserfaellen fahren lassen. Leider war die Strasse aber zu matschig, so dass wir am Ende in Otavalo sassen. Aber so schlecht war das ja auch nicht. Besser als laufen… :-) .
p1050964

Das ist auch eine ziemlich coole Sache an Ecuador. Man kann irgendwohin oder irgendwas machen, ohne wirklich zu wissen wie man hinkommt, wo man hinwill, wie man zurueckkommt oder was es dort ueberhaupt gibt… Irgendwie klappt es doch IMMER! :-) Oder seid ihr schonmal in Deutschland einfach and en Bahnhof gefahren um irgendwie, ganz ohne Plan fuer 10 Euro nach Berlin zu fahren?

Mittwoch war der Streik dann aber lieder wieder vorbei, obwohl wir alle gerne noch laenger gestreikt haetten… :-) und ich musste zurueck nach Cambugán. Jetzt waren es ja nur noch 2 Tage, so schlimm konnte das ja nich werden. Irrtum! Dann als unsere Camioneta morgens um „25″ ankam (das Dorf, von dem man noch 45 Minuten laufen muss) p1050996und wir ausstiegen, ich war bisdahin alleine hinten gesessen, hat mir die gute Ximena nicht mal wirklich Guten Morgen gesagt. Die kann mich glaub ich irgendwie nicht mehr leiden…
Wir sind also losgelaufen, als mich die andere Lehrerin Mirian gefragt hatte: „Hast du es gemacht?“ Was?! „Na die Arbeit…“ Achso, ja natuerlich… Nach 5 Minuten kam ein Motorrad von hinten angefahren, das bei uns angehalten hat. Ximena und Mirian sind dann einfach aufgestiegen und weggefahren. Mirian meinte zwar noch scheinheilig: „Und jetzt, Annika?“ Ja, 4 Leute passen wohl doch nicht auf ein Motorrad drauf, und so stand ich dann da ganz alleine, mitten in der Pampa, noch gute 40 Minuten bergauf und berag vor mir. Es ist ja nicht so, dass es mir keinen Spass macht zu laufen, aber ich weiss ja auch gar nicht was ich denen getan hab… Naja, beeilt hab ich mich auf jeden Fall dann nicht gerade und war dann so 10 nach 8 Uhr in der Schule, und alle Lehrer schon am unterrichten. Irgendwann hab ich erfahren, dass gestern alle Lehrer da waren ausser mir und einer anderen… Oh man, ich will nach Hause… :-)

p1060010Apropos nach Hause. Nachmittags ist Griselda nach Otavalo gefahren, um ihren Kuehlschrank zurueckzugeben. Den hatte sie wohl vor 2 Monaten gekauft, und kann die Raten jetzt nicht mehr bezahlen, seit ihr Mann tot ist… Ausserdem wollte sie noch ein Buegeleisen und ein Sandwichtoaster abgeben, aber den wollten sie nicht. Das ist auch was, was ich nicht versteh. Warum kaufen sie sich so viel Sachen, die sie gar nicht wirklich brauchen? Das doofe ist eben auch die Ratenzahlung hier. Die ist so verlockend, aber so wirklich das Wahre ist das eben auch nicht. Wenn sie den Kuehlschrank bis in 1 Jahr nicht wieder abholt, verliert sie auch die Bisher gezahlten Raten…

Abends beim Essen sassen wir alle wieder schoen beisammen. Ausser Manuel. Der war bei einer Minga, um Stromleitungen zu legen und wahrscheinlich war er schon wieder total betrunken. Als er aber um 20 Uhr immernoch nicht da war, und auch die Nachbarskinder schon ihren Papa vermisst haben, sind wir doch alle zusammen mal los, um sie zu suchen. Wir wussten so ungefaehr wo sie waren – dort wo wir eine Zeitlang immer Kuehe melken waren. Richtig, zu Fuss sind das gut 1 1/2 Stunden uns es war stockdunkel! Aber eigentlich war das ja genau das lustigste. Zwar brachten die zwei Taschenlampen, die wir dabei hatten auch nicht wirklich viel Licht, aber trotzdem haben wir sogar noch ein Wettrennen gemacht, bis Christian in ein Loch getreten und hingefallen ist :-). Nach gut 45 Minuten steilem bergauf und bergab kam uns endlich ein Traktor entgegen (Insgesamt waren 3 unterwegs gewesen), und gleich danach ein zweiter. Nur leider hatten beide Lich an, und der Traktor von Manuel hatte naemlich kein Licht. 5 Minuten spaeter kam uns dann doch noch Manuel entgegen, ohne Licht aber dafuer in Begleitung von bestimmt 13 anderen Betrunkenen auf dem Traktor. Wir haben uns also auch noch irgendwo draufgequetscht und uns auf den Heimweg gemacht. Ich muss sagen, ich hab ja bei nicht so vielen Sachen Angst, aber da hatte ich Angst. Als Licht hatten wir nur eine Taschenlampe und die Loecher in der Strasse waren sooo riesig, dass wir nicht nur einmal eine wirklich gefaehrliche Schraeglage hatten und ich uns schon hab fallen sehen. Der ganze betrunkene Haufen fand das aber wohl doch recht amuesant, denn sie haben nur geschrien und gelacht und sich in Kichwa ueber mich unterhalten. Es war sooo eng auf dem Traktor und so dunkel, dass ich sooo froh war, als wir endlich da waren und absteigen durften! Als ich daheim im Bett lag, hab ich erstmal ein Dankesgebet in Richtung Himmel geschickt :-) !

Weihnachten, Silvester und ganz viele Abenteuer in Ecuador

•13 Januar, 2009 • 1 Kommentar

Neue Fotos online!!!
(Impressionen 2)

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Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht! Mittlweile sind auch wir im Jahr 2009 angekommen :-) . Aber bevor ich euch von Silvester und allem erzaehl, muss ich erstmal noch einiges nachholen!
Am 22. Dezember war in meiner Schule Weihnachtsfeier. Das muss man sich so vorstellen: Um den Schulhof rum stehen Baenke und Stuehle fuer die Eltern und in der Mitte laeuft das Programm. Programmpunkte gab es ungefaehr 16, die aber zuegig nacheinander abgehakt wurden. Das Programm bestand unter anderem aus Taenzen der Kinder, Spielen mit den Erwachsenen und den Kindern und dem Geschenkeverteilen. Es war wirklich schoen, vor allem war es total interessant mal die ganzen Eltern meiner Schueler zu sehen. Und auch die Spiele waren wirklich lustig. Es ging von Fussball der Muetter, ueber Reise nach Jerusalem mit den Vaetern bis zu Volleyball (auch mit den Maennern). Das Volleyballspiel sah auf den ersten Blick ganz normal aus, bis ich kapiert habe, dass die Lehrerin mit einer Spriteflasche rumlaeuft und den Spielern immer was zu trinken gab. Das ist aber nett, vor allem weil es wirklich richtig heiss war, hab ich gedacht… Irgendwann kam mir aber dann doch die Erleuchtung. Das war kein Sprite in der Flasche, sondern Trago! Hochprozentiger ecuadorianischer Schnaps! Und es hat immer derjenige ein Glaeschen bekommen, der zuletzt einen Fehler gemacht hat. Kein Wunder, dass das Spiel immer schlechter wurde… :-)
So gegen Spaetnachmittag hat mich Janeth ploetzlich gefragt, ob ich nicht mit in die Kirche wolle. Ich meinte nur, ja klar, aber was denn in der Kirche waere. „Die Novena“ Ahja, und was sollte das sein? Nun, das konnte sie mir nur leider auch nicht erklaeren. Aber was solls, ich bin ja schon an Ueberraschungen hier gewoehnt. Als wir in der Kirche ankamen, war die nur schon fast wieder zu Ende. Typisch, wir kommen einfach immer zu spaet :-) . Aber das richtige Programm ging ja auch eigentlich erst nach der Kirche los. Da hiess es dann: „Kommst du mit arriba (nach oben)?“ „Ja, was macht ihr denn da?“ Und auch auf diese Frage konnte mir keiner eine zufriedenstellende Antwort geben. Also bin ich einfach mal mitlosgelaufen. Auf dem Weg haben wir alle zusammen Weihnachtslieder gesungen und gebetet. Es war wirklich schoen und nach ca. 1 Stunde Marsch sind wir links in ein kleines Feld eingebogen. Da haben wir uns alle hingesetzt und der Pfarrer hat auf Kichwa angefangen zu reden. Ich hab leider kein Wort verstanden aber es war einfach eine Richtig coole Stimmung. Im Hintergrund die Berge von Cambugan, die aufkommende Dunkelheit und dazu noch der Weihrauchgeruch und das Kichwagerede… Wirklich schoen! Danach haben wir uns alle in einem Kreis auf das Feld gestellt und nochmal gebetet. Da hab ich dann langsam auch kapiert, was das ganze denn soll. Wir haben den 7. Tag der Novena oder so was gefeiert. Hier feiert man eigentlich alle 9 Tage vor Weihnachten, und am Montag war nunmal der 7. davon. Der Rueckweg hat sich dann aber etwas schwieriger gestaltet als gedacht. Denn mittlerweile war es schon Stockfinster und auf dem Weg waren soo viele Loecher und Pfuetzen, dass das ganze mehr einem Blindenhindernislauf aehnelte :-) . Aber es war trotzdem wirklich eine schoene Erfahrung.
Am Dienstag vor Weihnachten war ich mit Stephi unterwegs. Zuerst haben wir uns in einer kleinen Stadt mit den Kindern und Lehrern ihrer Schule getroffen, um zusammen zur Kirche zu marschieren. Der Witz daran war nur, dass alle Kinder verkleidet kamen, und so eben auch Stephi und ich nicht aus der Reihe tanzen wollten, und uns verkleidet hatten. Ich hatte die Otavalo-Tracht an und Stephi die Cayambe-Tracht. Die sieht ein bisschen anders aus und eigentlich auch nicht ganz so schoen… :-) So sind wir dann mit megalauter Weihnachtsmusik die aus einem Taxi kam, das immer hinter uns herfuhr (wohlgemerkt immer das gleiche Lied), zur Kirche marschiert, waren dort im Gottesdienst und sind danach zu Selanas Gemeinde „Pijal Alto“ gefahren. Denn dort sollte an diesem Tag das Theaterstueck von Stephis und Selanas Schulen vorgetragen werden. Ich war ja wirklich gespannt wie es laufen wuerde, da die Ecuadorianer eben nicht so viel Erfahrung mit Theatern haben, aber der Raum war erstaunlich voll. Besser gesagt er war gestopft voll und so ging leider auch das Theater ein bisschen unter, aber es war trotzdem total suess gemacht! Und alle Kinder konnten ihren Text auswendig und es gab keine wirklichen Pannen! Was fuer ein Erfolg :-) !

Ja, und am Mittwoch stand auch schon Weihnachten vor der Tuer! Und waehrend ihr in Deutschland wahrscheinlich schon alle um den Weihnachtsbaum sasst und Lieder gesungen habt, sass ich noch mit Maike und Fabienne in unserer „Oficina“ (Buero neben dem Haus) und hab Weihnachtsgeschenke gebastelt. Wir wollten naemlich jedem ein kleines Geschenk machen, und da wir leider keinen Geldscheisser haben, wie man so schoen sagt, haben wir viele Geschenke einfach selbst gemacht. Es war zwar eine „Heidenarbeit“ aber ich glaub am Ende hat sich wirklich jeder ueber sein Geschenk gefreut. Und da unsrere Zeitplanung schon richtig ecuadorianisch war, sassen wir bis kurz vor dem Essen und haben mit Wasserfarben, Glitzer und Pappmaschee rumhantiert. Aber das Ergebnis kann sich sehen lasse….
p1040258Als es langsam Abend wurde, haben wir uns dann alle schoen zusammen an den Tisch gesetzt und erstmal ein megaleckeres Abendessen genossen. Zur Vorspeise gab es Eierstichsuppe, danach einen leichten Blattsalat, als Hauptspeise bekamen wir Lasagne, Kartoffelgratin, Fleischkuechchen und Gemuese und als Nachtisch hatte Stephi ein superleckeres Mousse au Chocolat gezaubert! Wirklich sehr lecker!!! Nach dem Essen haben wir ein paar Lieder zusammen gesungen und jeder hat seine Paeckchen aufgemacht, die er von Familie und Freunden bekommen hatte. Natuerlich hatte auch ich eins bekommen. Oder sogar p1040261zwei! Danke Mama, Papa und Verena! Ich hab mich wirkich super gefreut und ich denk ich kann alles ganz gut brauchen! Danach war es auch schon Zeit fuer die Mitternachtsmesse zu der wir unbedingt wollten, obwohl wir von dem ganzen gebastel schon ziemlich muede waren! Die Kirche war wirklich richtig voll und schoen geschmueckt, aber so richtig spannend war es leider nicht und ehrlich gesagt hatte ich Muehe, die Augen aufzuhalten. Interessant ist nur, dass die Ecuadorianer alle ein „Jesuskind“ mitgebracht hatten und das vorne p1040282an den Altar gestellt hatten… Auch ein interessanter Brauch. Und als wir von der Kirche wieder Zuhause waren, waren wir alle soooo fertig, dass wir gleichmal ins Bett gegangen sind und das Auspacken der anderen Geschenke auf den naechsten Tag verschoeben hatten.
Am naechsten Morgen, am ersten Weihnachtsfeiertag, haben wir dann zum zweiten Mal Bescherung gemacht. Naemlich mit den Geschenken, die wir uns gegenseitig gemacht haben. Maike hat ein Gutschein fuer ein Hundebett fuer ihren Nikolaus bekommen, Cathy ein Kochbuch fuer Untalentierte, Stephi einen megaschicken pinknen Reiterhelm, Selana einen p1040302wunderschoenen Mond mit Lichterkette, Anneke ein Herz-Schmerz-Kasten fuer ihre zukuenftigen Probleme mit Diego, Fabienne einen supercoolen „Volontarias 2009″-Kalender, und ich hab ein Woerterbuch zum Schweizerdeutsch lernen bekommen :-) .
Am Spaetnachmittag hab ich mich mit Stephi aufgemacht, um nach Quito zu fahren. Zuerst haben wir die Bustickets fuer unsre Reise in den Dschungel gekauft und sind so gegen 22. Uhr an den Flughafen gefahren, denn da sollte Michi ja um 22.45 Uhr landen! Ja, und so nahm das Schicksal seinen Lauf… Als wir ankamen, stand sein Flug gar nicht auf der Anzeigetafel und die nette Frau an der Info hat uns erzaehlt, er p1040313wuerde erst um 24 Uhr ankommen. Oh man, also haben wir erstmal den Turistand leergeraeumt und alle moeglichen Prospekte gelesen, dann noch was gegessen und so kurz vor 24 Uhr zur Sicherheit nocheinmal nachgefragt, wann der der Flug ankommen wuerde, denn auf der Anzeigestafel stand leider immernoch nichts. Also nochmal zu der netten Frau an der Info um nachzufragen. Komischerweise war da ploetzlich die Hoelle los und alle wollten was ueber die Fluege wissen. Da haben wir mitbekommen, dass der Flughafen in Quito gesperrt war, wegen „schlechtem Wetter“ und alle Fluege nach Guayaquil umgeleitet wurden. So sass Michi also in Guayaquil und nicht in Quito und p1040315keiner wusste, ob oder wann sie in dieser Nach nochmal starten wuerden. Na wunderbar… Also hiess es nocheinmal warten… Da hat Michi auf einmal auf meinem Handy angerufen um Bescheid zu sagen, und gemeint, dass sie doch nochmal starten wuerden. Da bin ich nocheinmal zu der netten Frau an der Info und die meinte der Flug wuerde um 2.10 Uhr in Quito landen. Also nur noch knapp 2 Stunden warten… In den 2 Stunden sind Stephi und ich vor lauter Langeweile und Erschoepfung erstmal eingeschlafen, aber erst nachdem ich aus „Dummheit“ einen 20 Dollar Schein in einen Wechselgeldautomaten gesteckt habe und natuerlich, es ist ja ein Wechselgeldautomat, danach 15 1-Dollar-Muentzen und 25 25-Cent-Muenzen in meinem Geldbeutel hatte… Um 2 Uhr sind wir wieder aufgestanden, um zum Abholschalter zu laufen. Doch es kam, wie es kommen musste. Da stand dann ploetzlich, dass die Maschine aus Atlanta erst um 2.30 Uhr landen wuerde. Ein paar Minuten spaeter stand dann 2.33 Uhr, dann 2.35 Uhr, dann 2.37 Uhr,… und dann stand GELANDET! Aber nein, Fehlalarm, doch noch nicht. 2.38 Uhr, 2.40 Uhr, GELANDET! Doch nicht,… 2.42 Uhr, 2.44 Uhr, GELANDET! Und diesmal wirklich!!! Wow, mit nur 4 Stunden Verspaetung!!! Von nun an konnte es sich ja nur noch um ein paar Minuten handeln, bis Michi dann endgueltig aus den Tiefen des Flughafens erscheinen wuerde. Aber, ihr koennts euch denken, es hat noch eine ganze Weile gedauert. Mittlerweile waren schon fast alle anderen Leute weg, und dann, um 3.45 Uhr sah ich endlich ein bekanntes Gesicht! Wow, Michi hatte es geschafft!!! Was fuer ein Wunder. Stephi und ich hatten Mittlerweile schon 6 Stunden an diesem verflixten Flughafen gewartet und waren einfach nur fertig! Gluecklicherweise kam gleich ein Bus nach Otavalo, die fuhren um die Zeit ja zum Glueck schon WIEDER, und um 7 uhr waren wir dann endlich in Otavalo im Hostal im Bett!!! Was fuer ein Tag!!!

Zeit fuer eine Erholungspause blieb leider nicht, denn schon am naechsten Tag, starteten wir, Stephi, Alex, Anneke, Michi, Sophia, Cornelia, Sarah, Dominik (ihr Bruder), Katrin (seine Freundin) und ich, in den Dschungel! Um 18 Uhr ging es los nach Quito und um 22 Uhr startete unser Bus nach Lago Agrio! Dor kamen wir nach 8 Stunden Fahrt noch ziemlich verschlafen an. Es p1040344sah zwar noch nicht wirklich dschungelmaessig aus, aber die Hitze morgens um 6 Uhr war erstaunlich. Um 7.30 Uhr wurden wir endlich von einem Fahrer abgeholt, der uns zu den Kanus bringen sollte. Die Lodge, zu der wir wollten, liegt naemlich in ueberflutetem Gebiet und kann nur ueber Kanus erreicht werden. Ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie heiss es in diesem Kleinbus war und wir waren bestimmt gute 3 Stunden unterwegs, bis wir endlich die Kanus sehen konnten. Zuerst mussten wir noch einige Formalitaeten erledigen und dann machten wir uns auf zur Lodge. Vor uns lagen nur nocheinmal 3 Stunden Kanutour in der prallen Sonne! Aber p1040367langweilig wurde es natuerlich trotzdem nicht. Auf der Fahrt hatte unsre Guidein naemlich Affen, Papageien und einen Tulcan gesichtet!
In der Lodge angekommen gab es erstmal einen Wilkommenssaft und dann wurden uns unsere Zimmer gezeigt. Es war wirklich dschungelmaessig. Kleine Huetten, eigentlich komplett offen mit Stockbetten und Moskitonetzen. Nicht gerade Luxus pur, aber angenehm. An diesem Tag stand nur noch Sonnenuntergangschauen auf dem Programm. Also sind wir nochmal mit dem Kanu los und einfach ein bisschen in dem Gebiet rumgefahren. Und ich muss euch sagen, der Dschungel ist wirklich superschoen!
Nach dem Abendessen wollten wir eigentlich schnell schlafen, aber da wir p1040413Michi in unserem Zimmer hatten, war das gar nicht so einfach – dafuer umso unterhaltsamer. Denn Michi redet bekanntlicherweise im Schlaf und an diesem Abend hat er sogar Alex ein Bier angeboten und imaginaere Muecken und Frosche fluchend aus seinem Bett vertrieben. Ob es ihm wohl gelungen ist :-) ? Faszinierend ist auch das Ergebnis unserer Schlafstudie. Denn Michi kann sich an im Schlaf gelernte Sachen am naechsten Tag noch erinnern. Ist das nicht genial?
Am Sonntag stand um 6.00 Uhr Birdwatching auf dem Programm. Und p1040449dadurch dass es so frueh war, haben wir den Sonnenaufgang richtig schoen gesehen! Wie im Fernsehn… Naja, so viele Voegel haben wir dann nicht gesehen, dafuer aber die beruehmten „Pippi-Langstrumpf-Affen“ (Totenkopfaeffchen), noch andere Affen und einen „pink river dolphin“. Der ist total cool, denn der laeuft pink an, wenn er sich anstrengt :-) .
Nach dem Fruehstueck machten wir uns auf den Weg fuer eine 3-stuendige Dschungeltour. In den Tiefen des Urwaldes haben wir zum Beispiel lustige Raupen mit bunten Haaren gesehen, oder Spinnen, Froesche, ein Gekko und sogar, natuerlich super getarnt und fuer das normale Auge nur schwer zu p1040558entdecken, einen Leguan! Interessant waren aber nicht nur die Tiere, sondern auch die Baeume. Es gibt zum Beispiel eine Palme, die kann ihre Wurzeln so wachsen lassen, dass sie sich vom Fleck bewegt… Sachen gibts, die gibts gar nicht :-) . Und, natuerlich durfte das waehrend unserer Dschungeltour nicht fehlen, sind wir alle an einer echten Liane ganz Tarzan-like durch den Dschungel gesaust!
Nach einer kurzen Entspannungspause in unserer Lodge wartete das wohl aufregendste Abenteuer vor uns. Mit dem Kanu sind wir rausgefahren, zum Piranha fischen! Das ist gar nicht so leicht. Man bekommt einen Stock mit einem Haken dran, an den man ein Stueck Fleisch haengt. Dann wird das ganze natuerlich ins Wasser gehaengt und mit dem Stock ein bisschen auf die Wasseroberflaeche geklopft. Und wenn sich dann unten am Haken auch nur p1040678die kleinste Kleinigkeit tut, muss man die Angel mit einem Schlag hochreissen! Ja, leichter gesagt als getan. Entweder hing kein Fleisch mehr dran, oder noch kein Fisch… Anneke war die erste, die einen dieser gefaehrlichen Fische an der Angel hatte. Aber gut, immerhin kommt sie auch aus Hamburg… :-) Alex hat dafuer nur komische Fischchen geangelt, bis es ihm irgendwann zu dumm wurde, und er den Minifisch, den er an der Angel hatte einfach als Koeder verwendet hat. Naja, nach ein paar Minuten hing nur noch der Kopf und dann war der ganze Fisch weg. Cornelia blieb aber trotzdem ungeschlagen und von ihrer schweizer Angelkunst, koennen wir uns wohl alle noch eine Scheibe abschneiden. Denn ganz professionell zeigte sie uns, wie die p1040674Schweizer angeln gehen. Fleisch dran, Angel rein, warten, rausziehen, und….. ja! Das Fleisch war weg, dafuer hing ein kleines friedliches BLATT an ihrem Haken :-) ! Zufall? Nein, das ist Koennen. Denn 10 Minuten spaeter hing auch schon das ZWEITE Blatt an ihrer Angel! Wow, das sollte sie mir wirklich noch beibringen…
Als es dunkel wurde, sind wir auf Kaimanjagd gegangen. Aber nein, nicht mit der Angel, nur mit den Augen. Und es ist auch gar nicht so schwer, die kleinen „Krokodile“ zu finden. Denn im Schein der Taschenlampe leuchten ihre Augen knallrot auf! Aber das Beste war eine Schlage, die still und leise p1040708auf einem Baum sass und trotzdem den scharfen Augen unsrer Guidein nicht entging! Auf dem Rueckweg ist Michi und mit ploetzlich etwas hartes glitschiges an die Schulter geflogen. Ja, das war ein ziemlich dummer Springfisch, der einfach ins Boot reingesprungen ist :-)
An unseren letzten Tag im Dschungel machten wir uns auf, um eine kleine Gemeinde zu besuchen. Dort wollten wir mit den Einheimischen „Yucca-Brot“ backen. Doch zuerst musste das Yucca erstmal geerntet werden. Yucca ist eine Pflanze, die wie die Kartoffeln unter der Erde wachsen. Nur ist oben drauf kein Gruenzeug, sondern ein ganzer Busch! Dann wird das Yucca geschaelt, gewaschen und gehobelt. Um das ganze Wasser herauszubekommen, legt man das Geraspelte in eine „Palmblaettermatte“ p1040812und drueckt es ganz fest aus, bis man feines mehlartiges Pulver hat. Daraus kann man ganz einfach „Brot“ machen. Also eher eine Art Crepe. Und mit Marmelade schmeckt das alles auch wirklich richtig lecker. 100% Natur, ganz ohne Wuerze! Auf dem Weg dorthin, haben wir noch einen Nachtaffen in seinem Baum sitzen sehen, und 4 Schildkroeten auf einem Baumstamm…
Beim Aussteigen aus dem Kanu, bin ich nur leider mit meinen fetten Gummistiefeln in dem dicken Matsch steckengeblieben. Denn das Wasser in der Lagune geht immer mehr zurueck, bis sie eventuell ganz austrocknet. Und so gibt es eben immer mehr Matsch, in dem man stecken bleiben kann. Und ich sag euch, es ist gar nicht so leicht, da wieder heil rauszukommen und ohne sich total einzusauen, wie ich… :-)
Als Abschluss unserer Dschungeltour sind wir nach dem Abendessen noch p1040908ein bisschen gelaufen und haben Tiere gesucht. Es war schon stockdunkel und ausser Raupen, Grasshuepfer, Schmetterlinge und Spinnen haben wir auch leider nichts spannendes gesehen.
Die Heimfahrt verlief ziemlich unspannend, ausser dass mit gleich nach den ersten 5 Metern der zweite Fisch an die Backe gesprungen ist… Baeh! Es war trotzdem total lustig, weil Alex waehrend der ganzen 3 Stunden Kanufahrt versucht hat, einen der p1040953wunderschoenen grossen blauen Schmetterlinge zu fotografieren. Das ist nur gar nicht so leicht, weil die verdammt schnell sind, aber da Stephi ihm ein Bier fuer ein schoenes Foto versprochen hatte, wollte er einfach nicht aufgeben :-) .
Nach der Fahrt im Kleinbus nach Lago Agrio und der 8 Stuendigen Fahrt nach Quito wollten wir eigentlich nur noch zurueck nach Otavalo. Nur das war gar nicht so einfach ,denn es waren wegen Silvester ploetzlich 1000 Leute am Busterminal unterwegs und ALLE Busse nach Otavalo ausverkauft. Das Taxi haette gut 40 Dollar gekostet und das ist dann doch ganz schoen viel. Also haben wir unser Glueck an der Strasse versucht, wo die Busse immer langfahren, und sieh mal einer an, nach 10 Minuten kam ein Otavalo-Bus – leer! Das versteh mal einer…

Und dann war auch schon Silvester! Geplant hatten wir eine Silvester-Gala und wir hatte uns dazu alle unsere schoensten Kleider schicken oder mitbringen lassen. Denn nach 4 Monaten comunidad hat man doch auch mal wieder Lust, sich richtig huebsch zu machen! Nach dem Schminkprozedere und dem Haare glaetten gabs erstmal Essen. Leider war es nicht ganz so lecker wie an Weihnachten. Aber das war nicht meine Schuld, sondern die der Nudeln hier. Die werden einfach immer gleich matschig und schmecken ueberhaupt nichtmehr… Aber Stephis Sosse war dafuer wie immer lecker!
p1050019Nachdem wir leicht unseren Magen gefuellt hatten, haben wir uns gemuetlich aufs Sofa gesetzt und Gitarre gepielt und dazu gesungen. Ja, paar Cocktails gabs natuerlich auch. Wir hatten sogar einen 5 Liter Kanister voll Trago (ihr erinnert euch, der leckere Schnaps…) fuer 7 Dollar bekommen. Aber keine Angst, der war am Ende nicht leer…
Kurz vor 24 Uhr sind wir alle raus auf die Strasse und haben um punkt 12 p1050059unsere „año viejo“-Puppe mit ins Feuer unserer Nachbarn geschmissen. Das macht man hier so, denn das alte Jahr geht ja zu Ende. Nachdem wir uns ausgiebig umarmt hatten und auch die eine oder andere Traene geflossen ist, gell Laura ;-) , ging es los ins Jampa zum Tanzen! Die Nacht war nicht allzu lang, aber trotzdem richtig schoen!

Schon am 2. Januar starteten Michi und ich in unser naechstes Abenteuer. Wir wollten eine Woche an die Kueste und mal richtig Urlaub machen! Also, auf nach Quito und in den Nachtbus nach Puerto López. Das ist eine Stadt an der Kueste, ca. 10 Stunden weg. Das coole an Nachtbussen ist, dass man sich das Hostal spart, und in den 10 Stunden vielleicht die Haelfte davon mit schlafen verbringt. Das doofe ist nur, dass man dann meistens wie wir morgens um 6 Uhr in einer fremden Stadt ankommt und alles noch schlaeft. Also haben wir uns erstmal an den Sandstrand gechillt und gewartet, bis die Hostals aufmachen. Ein geeignetes zu finden war nur gar nicht so leicht, da durch Silvester noch so viele Leute in Puerto López waren, dass alle Hostals noch ausgebucht waren, zumindest bis Mittags. Ein netter Mototaxifahrer hat uns gluecklicherweise aufgegabelt und uns ein Hostal empfohlen, das auch wirklich schoen aussah. Nach 2 Stunden warten konnten wir endlich ein Zimmer beziehen und machten uns auch gleich auf an den Strand. Da Michi noch nie wirklich an einem Sandstrand gewesen ist, fing er auch gleich wie wild zu buddeln und zu graben an, und als ich im erzaehlt hab, dass man auchp1050112 4 Meter weg vom Meer auf Wasser stoesst, wenn man nur tief genug buddelt, wars mit der Ruhe vorbei. Denn was man nicht selber sieht, glaubt man bekanntlich auch nicht. Also haben wir angefangen ein Loch zu graben. Immer weiter und immer weiter… Und wirklich, ich habs ja gesagt, kam irgendwann Wasser und Michi war gluecklich :-) . Als kleine Staerkung wollten wir uns mittags eine leckere Portion Spaghetti Bolognese am Strand goennen. Doch naja… mit ein bisschen Fantasie haette man es fuer eine ecuadorianische Version von Spaghetti Bolognese halten koennen… Fuer den Rest vom Urlaub haben wir uns dann an einfache Pommes gehalten. Da kann man nicht soo viel falsch machen :-) .
Am unserem ersten Strandnachmittag sind wir ein bisschen Spazierengelaufen, zu ein paar Felsen. Dort haben wir Muscheln und ein paar Krebschen gesucht und natuerlich auch gefunden.Ich musste nur ein bisschen grinsen, weil ich mir schon wie Mama vorkam, mit der wir frueher immer in Italien Abends mit der Taschenlampe nach Krebschen und Lurchen gesucht haben.
Abends ist es dort am Strand auch wirklich schoen. Alle 20 Meter steht ein Huettchen in dem man Cocktails und Saeftekaufe, in der Haengematte chillen und aufs Meer schauen kann.

Fuer den naechsten Tag hatten wir eine Tour, zur „Isla de la Plata“ gebucht. Die Insel heisst Silberinsel, weil die Vogelkacke auf den Felsen im p1050218Sonnenlicht manchmal Silber schimmert, und weil im Meer irgendwo noch ein Schatz von Franz Drake oder so liegen soll. Die Insel wir auch Galápagos fuer Arme genannt, weil man dort auch Voegel beobachten kann, die es auf dem Festland nicht gibt. Wir haben zum Beispiel die Blaufusstoelpel (blue footed boobies) gesehen und noch andere Voegel, von denen ich leider den Namen vergessen hab. Es war schon lustig, vor allem weil die Blaufussvoegel mitten im Weg sitzen und ihr Nest bauen. Das heisst sie haben eigentlich gar p1050272kein Nest. Nur ist meisst ein Weisser Kreis um sie rum. Der kommt davon, weil sie die Eier von der Sonne beschuetzen wollen und sich eben mit der Sonne drehen. Und das weisse ist das, was sie den ganzen Tag ueber ausscheiden… Lecker oder? Die ganze Tour waere eigentlich 3 Stunden gegangen, aber wir haben uns geeinigt, nur ein kleines Stueck zu laufen, um nachher mehr Zeit zum Schnorcheln zu haben. Das hat sich auch gelohnt, denn als wir zurueck auf dem Boot Melonen und Ananas bekamen, tauchten ploetzlich 5 Rieseinschildkroeten auf, die unsere Schalen fressen wollten. p10502881Wow, die sahen so schoen aus! Wir sind natuerlich gleich ins Wasser gesprungen, mit Taucherbrille und Flossen bewaffnet, um die wunderschoenen Tiere genauer anschauen zu koennen. Ich muss sagen, allein wegen dem Erlebnis hat sich die Tour schon gelohnt. Denn die Voegel waren nicht soo spannend und auch das Schnorcheln nicht, denn es war ziemlich bewoelkt.
Am naechsten Tag wollten wir zu dem Strand „Los Frailes“. Das soll der schoenste Strand Ecuadors sein und den muss man doch mal gesehen haben. Die Fahrt im Motortaxi ging bestimmt 45 Minuten und dann waren wir da. An einem wunderschoenen Sandstrand, so gut wie menschenleer (dadurch p10503911das man Eintritt in den Nationalpark zahlen muss…)! Ich glaube wirklich, dass das der schoenste Strand Ecuadors ist, denn er ist einfach perfekt! Sind dann bisschen an den Rand von der „Bucht“ gelaufen und haben es uns gemuetlich gemacht. Das lustige war, da waren ueberall kleine Krebschen die sich aber in alle moeglichen Loecher verkruemelt haben, als wir kamen. Ja, viel kann man von diesem Tag nicht erzaehlen, denn ausser baden, sonnen, relaxen, fotos haben wir nicht viel gemacht. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Am gleichen Tag sind wir Abends noch nach Montañita gefahren. Das ist eine kleine Surferstadt nicht weit von Puerto López. Wir kamen so gegen spaetabend an und es war einfach die Hoelle los! Ueberall Leute, eigentlich nur Touris, Bars, Musik, Alkohol….. Wirklich verrueckt! Als wir aus dem Bus gestiegen sind, kamen gleich zwei kleine Jungs, die uns verschiedene Hostals angeboten haben, und uns auch herumgefuehrt haben. Das war ziemlich praktisch und echt suess. Nur leider war Michis Sonnenbrille nach 5 Hostals „spurlos verschwunden“… Unser Hostal war dann aber doch ziemlich scheisse. Direkt gegenueber von einer Bar mit ziemlich lauter Musik, es gab nur ein Kissen und auch die Decke war ziemlich doof. Aber wenigstens gab es ein Moskitonetz, und das ist hier fast das wichtigste.
So voll wie die Stadt am Abend war, so leer war sie am naechsten Morgen und so sind wir gleich weiter nach Cuenca.
Cuenca ist Ecuadors schoenste Stadt, und da wir eh schon so im Sueden waren, wollten wir uns das auch noch anschauen. Nur leider war Michi am ersten Tag gleich richtig krank. Gleich mit Fieber und Husten und Schnupfen und allem eben. Vormittags waren wir noch bisschen in der Stadt, denn da p1050525gings ihm noch einigermassen gut. Da waren wir unter anderem auch richtig nobel Essen. In einem richtig schoenen Restaurant mit Blick ueber Cuenca. Die Spaghetti waren auch richtig lecker und haben mit dem 15% Rabatt Gutschein, der vor dem Hotel lag auch nur $3,40 gekostet :-) .Am Nachmittag ging es Michi dann nur leider wirklich schlecht und der Tag war gelaufen.
Um so mehr hab ich mich gefreut, als am Abend Stephi in Cuenca ankam, die mit ihrer Freundin Christin gerade auch am rumreisen ist. Um aus diesem dunklen, trostlosen Hostalzimmer endlich mal rauszukommen, war ich mit den beiden erstmal chinesisch Essen. Die Bedienung dort war der absolute Hammer. Als ich Reis mit Gemuese bestellen wollte, meinte sie nur: „Das kann ich euch nicht empfehlen, das schmeckt nicht!“ Achso. Stephi wollte dann Nudeln mit Karotten, statt mit Brokkoli. „Mit Karotten? Nein das geht nicht!“ Hae, wieso denn nicht? Ja, und so ging das Drama weiter bis wir endlich alle was bestellt hatten. Richtig lecker war das Essen leider trotzdem nicht und ich glaube auch, die wollten uns loswerden. Denn waehrend wir noch so gegessen haben, haengt die Bedienung einfach die Waescheleinen quer durchs Restaurant auf und faengt an die Tischdecken aufzuhaengen… :-) Sachen gibts!
Am Freitag war michi wieder einigermassen fit und wir sind uns Cuenca ein bisschen anschauen gegangen. Es ist wirklich eine schoene Stadt, mit sehr vielen Kirchen und Kathedralen, aber soooo schoen war sie dann auch nicht. Cool war nur das Panama-Hut-Museum. Da kann man sehen, wie so Huete p1050587denn gemacht werden. Quizfrage: Aus welchen Land kommt der Panamahut? Na, wer haetts gewusst? Logisch, wenn ich schon so dumm frag, kommt er natuerlich nicht aus Panama, sondern aus Ecuador. Die Leute hatten den Hut immer auf, als sie den Panamakanal gebaut haben, und die doofen Europaeer haben dann gedacht, der kommt aus Panama… Ja, so kann man sich irren. Die hatten eine riesen Auswahl an Hueten da, nur leider alle ein bisschen teuer, fuer das, dass man den Hut wahrscheinlich nie wieder aufsetzt. Aber, wir man Stephi und mich mittlerweile kennt, haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein kleines Fotoshooting mit den Hueten zu machen, wenn wir schon keinen gekauft haben.
p1050646Abends waren wir, haltet euch fest, in der WUNDERBAR! Ja, die gibts auch in Cuenca, aber das ist nur eine Bar. Trotzdem richtig gemuetlich und da gabs sogar Smirnoff, den Stephi und ich uns zur Feier des Tages mal gegoennt haben. Das lustige ist, dass Michi den Smirnoff heimlich bezahlt hat, und Stephi bis heute denkt, dass Deutsche Gaeste Freitag abends einen Drink umsonst bekommen :-) … *haha* (liebe Gruesse an dich, falls du das mal liest)
Samstag sind wir um 9 Uhr zu den Ruinen „Ingapirca“ gefahren. Das sind die aeltesten und best erhaltensten Inkaruinen in Ecuador. Nur leider hat uns keiner gesagt, dass sie Strasse dorthin total kurvig, schmal und hobbelig ist. Naja, mir war das ja egal nur Michi lag ganz schoen uebel da. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ihm war richtig Uebel! Stellenweise hab ich wirklich gedacht, er spuckt gleich den ganzen Bus voll, aber er konnte sich doch noch beherrscheun uns ist nach gut 2 Stunden Fahrt mit verzerrtem Gesicht aus dem Bus gestolpert. Ja, da waren die Ruinen. Nicht ganz so spannend, aber um so besser geeignet fuer Fotos! Da wir naemlich keinen Guide da hatten, hatten wir natuerlich keine Ahnung, was das denn alles img_0570genau darstellen sollte und so haben sich Stephi und ich auf die guten Fotos konzentriert. Und mit ihrer nigelnagelneuen digitalen Spiegelreflexcamera sind die Bilder auch richtig schoen geworden! Ja, das war unser Tag an den Ruinen. Schoen wars :-) . Danach sind wir noch auf den Friedhof. Da wir eh Zeit hatten, wollten wir uns mal einen richtigen Friedhof anschauen. Und ich p1050726muss sagen, es war wirklich sooo schoen! Total sauber und fast alle Graeber waren so „Gruften“ (Mensch, wie heisst das denn??). Es hat mich wirklich ueberwaeltigt, wie schoen der Friedhof war und vor allem wie gross! Abends waren wir wieder in der Wunderbar und kaum sind wir reingelaufen, meint Christin: „Hey, das ist der Mann aus dem Flugzeug mit dem ich geflogen bin!“ Keine Minute spaeter meint Michi: „ Hey, das ist der Schweizer, der im Flugzeug vor mir sass!“ Kann es so viele Zufaelle geben? Treffen BEIDE am gleichen Abend in der gleichen Stadt jemanden, mit dem sie geflogen sind, und die beiden sassen auch noch fast nebeneinander… Klein ist die Welt!
Sonntag war auch schon unser letzter Tag und eigentlich nur noch ein Gammeltag. Zuerst waren wir im Internet und dann wollten wir, also eher gesagt Stephi wollte, in einen Hutladen und sich einen Panamahut kaufen. Aber nur den, den sie auf irgendeinem Flyer schonmal gesehen hatte. Also sind wir mit dem Taxt fuer $2 zu diesem Laden gefahren. Der hatte nur leider zu, es war ja auch Sonntag. Also sind wir mit dem Taxt fuer $1,50 wieder zurueck in die Stadt, um schoen Essen zu gehen. Leider hatte das Restaurant aber zu. Warum?? Es war doch schliesslich Sonntag? Aber gut, es half nichts, also sind wir nach sinnlosem Taxifahren im Regen zu unserem Lieblingsrestaurang gelaufen. Chicago Pizza! Dort sassen wir den Rest vom Tag, bis endlich um 20 Uhr unser Bus nach Quito fuhr und sich Stephis und unsre Wege trennten. Denn sie wollten nach Baños und dort noch eine Woche Urlaub machen.

>> Impressionen (Fotos zum Dschungel, Weihnachten und Silvester kommen naechste Woche)

 

Feliz Navidad a toditos!

•24 Dezember, 2008 • 2 Kommentare

Y un prospero año nuevo!!!

In naechster Zeit werd ich hier nicht so viel schreiben, da ich morgen erstmal Besuch bekomme, wir viele sicher schon wissen und wir dann erstmal alle zusammen in Dschungel fahren! Da werd ich natuerlich noch ausfuerlich Berichten sobald ich Zeit hab. Und an die Kueste wollen wir noch und, und, und….
Also nur dass ihr euch keine Sorgen um mich macht :-) Mir gehts super!!!

Feiert schoen und rutscht alle gut rueber! Dass wir uns 2009 auch alle gesund und heil wieder sehen!!!

Es Weihnachtet, und zwar sehr…

•21 Dezember, 2008 • 4 Kommentare

Ja, letzte Woche habe ich wirklich einen kleinen Weihanchtsschock bekommen. Denn obwohl ich Montag und Dienstag nicht in Cambugan war, weil ich mich krippeganz ploetzlich, ohne Vorwarnung mal wieder uebergeben musste, kam es mir vor, als ob diese Woche sich alles nur um Weihnachten drehte. Mittwoch wollte ich eigentlich mit meinem Unterricht anfangen, als jede Klasse in ihrem Klassenzimmer angefangen hat Moos auf die Tische zu legen und ein Haeuschen aus Pappe zu bauen. Was soll das bloss werden? So langsam nahm alles Form krippe2an, und ich erkannte, dass es eine Krippe sein sollte. Und ich muss sagen, jetzt wo es fertig ist sieht es wirklich richtig schoen aus. In jedem Klassenzimmer steht nun eine Krippe aus Moos, Pflanzen, Steinen und Sand. Und das natuerlich nicht in normaler Groesse, denn hier ist ja so gut wie nichts normal, sondern in XXL! Die eine Krippe ist zum Beispiel 3-stufig abfallend mit Lichterketten und einem See :-) . Ich muss sagen, da war ich dann doch ganz schoen platt, dass die so was noch auf die Reihe gebracht haben…

ich

Donnerstag dachte ich mal wieder, so schnell geb ich die Hoffnung ja nicht auf, dass ich ganz normal Unterricht geben werde. Nein, wieder nicht. In der Pause hatten die Lehrer mit einigen Eltern ein Treffen. Es ging um Weihnachten und wie es gefeiert werden sollte. Da war ich dann doch ganz schoen erstaunt, was die alles anfiengen zu planen. Wir haben jetzt bestimmt 10 verschiedene Taenze, es gibt Preise, Musik und gaaaanz viel zu essen! Wow, da bin ich aber gespannt. Ich glaub diese Weihnachtsfeier wird groesser als ich gedacht hatte!

Ja und am Freitag war im Nachbarsdorf, in „25“ (veinticinco) so ein „Theaterwettbewerb“. Alle umliegenden Schulen waren da und es ging darum, welche Schule das beste „Theater“ oder Sketch zum Thema Neujahr auffuehrt. Naja, meine Schule sollte wohl nicht gewinnen, denn sie haben erst am Mittwoch 25ganz langsam angefangen zu proben. Manche Theaterstuecke waren sogar wirklich lustig, andere total schlecht und wahrscheinlich am gleichen Tag erst einstudiert. Hier ist es so, dass das alte Jahr immer in Form einer Person dargestellt wird. Meist sind das ausgestopfte Puppen, die glaub ich dann um 12 Uhr verbrannt werden, weil ja das Jahr zu Ende gegangen ist. Viele Schulen hatten auch so eine Puppe gebastelt. Aber bevor das alte Jahr gestorben ist, hat es meistens noch ein Testament vorgelesen. Das war eben auf lustig gemacht. Zum Beispiel : Und meiner Tochter Ximena hinterlasse ich eine santiTochter, die ihr immer schoen in der Kueche hilft (denn sie hat nur Soehne)….. Es war wirlich ganz lustig das mal mit anzusehen. Wir wurden sogar 4.! Aber nicht weil es so gut einstudiert war, sonder weil es einfach lustig war. Denn Santiago war als Frau verkleidet (das machen die Maenner immer an Silvester) und hat total lustig getanzt :-) . Danach gab es noch Essen fuer alle, aber es hatte natuerlich keiner seinen Teller dabei. Aber gut, man ist hier ja sowieso spontan, da haben wir einfach das Essen auf Tuecher auf den Boden gestreut und alle haben angefangen zu Essen. Fuer die Lehrer gab es natuerlich extra was zu Essen…. Als erstes, wie immer, Suppe mit Kartoffeln. Ich fing ganz normal an zu Essen, bis ich ploetlich irgendwas komisches aus den Tiefen meines Tellers zog. Oh lecker, ein Huehnerfuss! Das hatte ich bis jetzt ja auch noch nicht… Ich muss aber zugeben, probiert habe ich ihn nicht, irgendwie war mir in dem Moment mal gar nicht danach :-) .

essen huhn

Samstag… Wart ihr schonmal im Paradies? Nein? Ich schon. Und zwar in Quito. Ganz spontan habe ich mich entschlossen, mit Maike und Stephi nach Quito zu fahren, da ich ja noch mein Flugticket umaendern muss. Aber, war ja auch klar, die am Flughafen konnten mir natuerlich nicht helfen, ich muss irgendwo anrufen. Nagut, also wollten wir, wo wir doch schonmal da waren, nochmal zu dem bekannten Restaurant mit dem grossen gelben „M“. Das war aber dieses mal ein anderes, und zwar in einem mega Shoppingcenter! Dreistoeckig mit 1000 Laeden und Weihnachtsdeko und Weihnachtsmusik und dem Weihnachtsmann, der quitoFotos mit den kleinen Kindern macht…. Wow! Ich habe mich wirklich gefuehlt, wie als ich an Weihnachten in Amerika war. Und alle Laeden waren soo schoen und alle Klamotten und Suessigkeiten…. Am liebsten haette ich den ganzen Tag dort verbracht und mein ganzes Geld dort ausgegeben. Aber ich war wie immer zu vernuenftig und hab nur gedacht, dass ich die Klamotten hier eh nicht wirklich brauchen werde, und irgendwie war mit auch alles zu teuer. Zwar kostete ein T-Shirt auch nur 12 Dollar oder so, aber ich hab nur immer dran gedacht, was man mit den 12 Dollar hier alles kaufen koennte. Irgenwie bekommt man hier ein total anderes Verhaeltnis zu Geld, obwohl mit das „Shoppen“ wirklich mal wieder Spass gemacht haette!

verena Fuer dich, „Pupsi“ *g*….

Dienstag und Mittwoch ging es gleich weihnachtlich weiter. Denn diese Woche kam Papa Noël in alle Gemeinden von Cielo Azul. Aber da Papa Noël ja schon ein alter Mann ist, hatte er wie immer seine Engelchen dabei. Und am Dienstag hiessen diese Engelchen eben Stephi und Annika. Um halb 8 holte uns Jorge mit seiner Rentierschlitten-Camioneta ab und es ging erstmal zum Markt. Denn dieses Jahr wollten wir den ganzen Kindern ja keine Suessigkeiten schenken, sondern eine Megaportion Vitamine! Vom Markt ging es gleich weiter zu unserer ersten Schule. Nach Desaguadero zu Fabienne. Natuerlich wussten die Kinder nichts von dem hohen Besuch uns so war die Ueberraschung umso groesser! p1030773Trotzdem schienen die Kinder gut vorbereitet, denn wir wurden sogleich mit einigen Weihnachtsliedern auf Spanisch und auch auf Kichwa willkommen geheissen. Ja, und danach haben wir unsren Sack ausgepackt und die Geschenkchen verteilt :-) . Jedes Kind bekam ein Malbuch, die von der 1. bis zur 4. Klasse mit Bildchen, die von der 5. bis zur 7. Klasse mit Mandalas. Dazu noch Farbstifte und jeder eine Banane, eine Mango und eine Orange! Ja, da war die Freude natuerlich gross! Viel Zeit blieb jedoch nicht, denn wir hatten ja noch viele andere Kinder auf p1030783der Liste, die wir gluecklich machen wollten. Also schnell wieder zurueck auf den Schlitten und auf zum zweiten Ziel. Zu Cathy nach Camuendo. Die Schule in Camuendo ist die zweit Groesste von denen die mit Cielo Azul zusammenarbeiten und dementsprechend waren auch wirklich viele Kinder da! Das war kein Vergleich zu meinen gut erzogenen Kindern in Cambugán oder den 20 Kindern an Fabiennes Schule :-) . Aber auch in Camuendo schienen alle Kinder vorbereitet gewesen zu sein, denn wir bekamen ein kleines Weihnachtsstaendchen von fast jeder Klasse vorgesungen! Natuerlich freuten sich auch Cathys Schueler riesig ueber die Weihanchtsueberraschungen. Unser drittes Ziel hiess Topo. Dort waren Simone und Tobias aus der Schweiz gerade am Unterrichten, als der Weihnachtsschlitten vor die Schule fuhr. An dieser Stelle moechte ich Simone und Tobias ganz recht herzlich gruessen, denn die Beiden verlassen uns am Montag leider schon und kehren nach ihrer 1 ½ jaehrigen Weltreise(!) wieder in die Schweiz zurueck, um sich dort Anfang naechsten Jahres das „Ja-Wort“ zu geben (ist das nicht romantisch…..*g*) Topo ist die groesste Schule von Cielo Azul und dementsprechend kam ich mir als Engelchen p1030869ein wenig verloren vor. Dummerweise gab es gerade in dem Moment keinen Strom um alle Kinder zusammenzurufen, was bei 300 Kindern sonst nicht gerade einfach ist. Aber ruckzuck hatten Papa Noël und seine Engelchen in jedes Klassenzimmer einmal den Kopf reingestreckt, um alle Schueler zusammenzurufen. Und dann gab es auch in Topo kleine Geschenkchen fuer alle Schueler! Nach einer kleinen Staerkung mit Galletas (Keksen) und Cola machten wir uns auf zu unserer letzten Schule fuer diesen Tag. Es ging nach Imbaburita zu Sophia! Dort wurden wir von den Lehrern ersteinmal sehr herzlich begruesst: „Buenos dias p1030890Markus! Ah, no es Markus, es Papa MANUEL!“ (Ja, ich denke sie hat da eine Kleinigkeit verwechselt :-) . Aber auch dort sangen uns die Kinder (dieses mal wieder eine recht ueberschaubare Zahl *g*) einige kurze Lieder in Englisch und Spanisch vor, die Sophia ihnen wunderbar beigebracht hatte. Als Abschluss unserer Geschenketour gab es in Imbaburita auch noch ein leckeres Mittagessen fuer Papa „Manuel“ mit Suppe und Reis und Huehnchen! Was fuer ein aufregender Tag!

Am Mittwoch rief mich allerdings wieder der Schulalltag in Cambugán. Also gut. So ueberlies ich das „Engel sein“ fuer diesen Tag eben Selana und Maike und ging zurueck an die Arbeit. Zufaelligerweise fragte mich genau an diesem Morgen ein Schueler, ob denn dieses Jahr nicht wieder Papa Noël von der Fundacion kommen wuerde. „Keine Ahnung! Ich weiss von nichts!“ ;-) Natuerlich wusste ich ueber alles genau Bescheid. Und auch die Lehrer hatten mich an diesem Morgen gefragt, wann den die Fundacion kommen wuerde. Aber wie das mit Ueberraschungen eben so ist, verraet man sie nicht. Auch nicht an die Lehrer.
Kurz vor Schulschluss hatte ich noch Englisch mit der 4. Und 5. Klasse. Denen habe ich erstmal „We wish you a merry christmas“ beigebracht, natuerlich nur fuer den Fall, dass Papa Noël kommen wuerde…. Das hat auch wunderbar geklappt und nach ein paar Mal singen sah ich durchs Fenster auch schon Papa Noël in seinem Schlitten vorfahren. Und so sagte ich zu meinen Schuelern schnell: „Jetzt
p1040041singen wir noch einmal gaaanz laut, dass Papa Noël es auch wirklich hoert, und vielleicht doch nicht zu uns kommt!“ Das wirkte natuerlich sofort und alle sangen mit Leibeskraeften „We wish you a merry Christmas, we wish you a merry Christmas, we wish you a merry Christmas and a happy New Year!“ Und gerade als der letzte Ton gesungen war, sahen in auch die Kinder. Papa Noël mit seinen Engelchen mitten im Schulhof! Ja, ihr koennt euch die verdutzten Gesichter bestimmt selbst gut vorstellen „Schau mal, Papa Noël ist da!!! Wow!!!“ :-) Und so gab es auch fuer meine Schuetzlinge eine Kleinigkeit zu Weihnachten!

Am naechsten Tag war es allerdings erstmal aus mit der Weihnachtsstimmung. Es kam der Agrikulteur (sagt man das so?), den Cielo Azul angeheuert p1040050hat, mit den Kindern einen Schulgarten zu pflanzen. An sich eine wunderbare Idee, nur musste ja das Gebiet dazu erstmal vorbereitet werden! Und so waren wir den ganzen Tag beschaeftigt mehr oder weniger kleine Grassstueckchen durch die Gegend zu tragen um damit eine Mauer zu bauen. Dass die kleinen Pflaenzchen spaeter auch ja nicht frieren… Das war wirklich im wahrsten Sinne des Wortes eine „Drecksarbeit“. Meine Haende sahen danach genauso brauch aus, wie die der Kinder :-) Und als wir so beim Grasausgraben waren, kamen immer wieder p1040065diese „Gusannos“ zum Vorschein. Das ist die Vorstufe zum Kaefer, den wir alle ja bereits nur zu gut kennen. Manche Leute essen diese Teile wohl auch… Aber eben nur manche… Dummerweise hat meine Lehrerin Ximena vor dem Mittagessen extra noch ein paar dieser Maden, Raupen Larven oder was das auch immer sind, gesammelt. Ja wozu wohl? Natuerlich, als leckerer Nachtisch! Schoen angebratenund mit Salz abgeschmeckt, was fuer ein Leckerbissen. Und ich muss sagen, so schlecht war das gar nicht. Um einiges besser als die Kaefer :-) . Ich weiss gar nicht warum wir nicht immer diese Gusannos essen… Die waren wirklich nicht schlecht…

Freitag haben wir nach der Schule noch kurz Weihnachtstuetchen fuer die Kinder gemacht. Mit Galletas (na, wisst ihrs noch? Das sind die Kekse…), Bonbons und Caramelos die von dem „La Farge“ Zementwerk gespendet wurden. Wow, so viele Kekse auf einem Haufen hab ich noch nie gesehen! Da werden sich die Kinder aber freuen…

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