Kulinarisches Abenteuer Teil 2! – Vorschau: Bergsteigen in Ecuador Teil 5

Letzten Samstag stand endlich unser lang geplantes Essen an. Wir hatten schon gedacht, dass das wohl nie mehr klappt, weil es immer wieder wegen irgendwelchen Sachen verschoben wurde aber am Samstag war es endlich soweit. Mit Enrique fuhren wir nach Agato in ein Shamanenzentrum, wo wir letztes Jahr auch schon einmal waren. Ja, wir erinnern uns nur zu gut daran, weil Stephi an diesem Tag einhundertwasweissich Sandfliegenstiche bekam. Gut ausgeruestet also, mit langen Hosen und Autan, kamen wir dort an. Die Familie wartete schon auf uns und bereiteten das Loch vor, in dem wir kochen wollten. Das Essen sollte naemlich kein normales Essen werden, sondern die Pachamanka, das heisst, das Essen in der Erde! Einige Indígenas bereiten das Essen zu bestimmten Anlaessen so zu, und das wollten wir doch auch einmal miterleben. Waehrend also die Jungs zuersteinmal das Loch buddelten, bereiteten die Maedels das Essen vor, das wir in das Loch werfen wollten. Knoblauch schaelen, Habas waschen, Huehnchen schneiden, Choclo schaelen, Kohlblaetter abmachen, Huehnchen drin einwickeln,…… So, dann war das Essen kochbereit. Fehlte nur noch das wichtigste an der ganzen Sache. Die Steine. Ohne Steine wuerde das ganze naemlich nicht funktionieren. Komisches Essen, werdet ihr euch jetzt wohl denken. In der Erde, mit Steinen? Und dazu auch noch gaaanz ohne Fett oder Gewuerzen. Ja, das gibts! Hatten wir bis zu dem Zeitpunkt zwar auch noch nicht recht glauben wollen, aber es geht. Die besagten Steine werden auf eine Stockkonstruktion gelegt, drumrum noch ein bisschen mehr Holz und Blaetter, und dann wird das ganze angezuendet. Wir Maedels beschlossen, das ist jetzt aber eindeutig wieder Maennerarbeit, und machten eine kleine Pause, waehrend die Jungs immer mehr Aeste und Blaetter auf den brennenden Haufen warfen. Nach einer halben Stunde war es soweit. Der Zeitpunkt war gekommen. Der „Mann“ war bereit und die „Frau“ wartete schon. Nein, ich bin nicht verrueckt, aber so wurde uns das erklaert. Symbolisch gesehen ist das Feuer mit den Steinen der „Mann“ und das Loch die „Frau“. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Steine richtig heiss sind, werden sie mit Schaufeln genommen und zum Loch getragen. Natuerlich nicht, ohne vorher die heisse Asche abzuwischen, was nur von Frauen erledigt werden darf. Die Steine werden also nach und nach in das Loch gelegt, symbolisch gesehen geht der Mann in diesem Moment in die Frau ;-) . Der Boden des Lochs und der Rand wird mit den gluehend heissen Steinen bedeckt und danach das mit liebe zubereitete Essen reingelegt. Zuerst die Kartoffeln, dann der Choclo (Maiskolben), dann Karotten, dann das eingewickelte Huehnchen, dann die weisse Karotte, dann die Habas und zum Schluss noch ein paar Kochbananen. Noch ein paar Steine oben drauf, dass es auch von oben schoen warm wird. Zur Waermedaemmung noch die Maisblaetter, ein Tuch, eine Strohmatte und oben drauf noch ein bisschen Erde. Dass auch ja keine Hitze nach draussen geht, schliesslich brauchen wir die ja zum kochen. Das ganze lasse man ca. 1 Stunde garen. Die Pause nutzten wir, um unser heissgeliebtes Wolfsspiel zu spielen. Ja, dass muss ich euch auch noch beibringen… Nach einer Stunde muss dann das ganze Loch wieder geleert werden, das heisst, dass Baby ist in der Frau gereift und nun fertig fuer die Geburt. Und wie fertig das Baby doch war. Und seeehr lecker! Man glaubt es nicht, aber es war wirklich alles durch, inklusive Kartoffeln, Karotten und dem Huehnchen. Wir haben auch schon Plaene geschmiedet, das doch mal selbst auszuprobieren, aber ich weiss nicht, ob wir das nicht lieber bleiben lassen :-) …. Aber an dieser Stelle noch mal ein Lob an die ingigene Kochkunst, es war super! Nur wie immer viel zu viel!

Samstagnachmittag bin ich mit Stephi und Maike nach Quito gefahren, denn Sonntagmorgen sollte Manuel, Stephis Bruder ankommen. Und die Gelegenheit wollten wir nutzen, um Samstags noch schnell im Megamaxi vorbeizuschauen. Das ist sowas wie Walmart in Amerika. Es gibt von Kameras ueber Autoreifen ueber Schlafsaecke ueber Buecher ueber Schuhe ueber Spielzeug einfach alles. Achja, natuerlich auch das, was man in einem normalen Supermarkt finden kann :-) . Kurz gesagt, ein Paradies! Besonders fuer uns, da wir seit August ja nur von Reis und Kartoffeln leben. Wir waren also bestimmt erstmal 1 ½ Stunden oder noch mehr in diesem Laden. Erstaunlicherweise wurde meine Einkaufsliste aber gar nicht so gross und vor allem nicht teuer. Ich hatte nur ne Creme, was zu trinken, Kerzen und 20 Muellsaecke fuers Haus. Im Gegensatz zu Maike und Stephi. Naja, sagen wir Stephi hat erst im naechsten Parfuemladen richtig zugeschlagen…. *hust* :-) Zwar ist Maikes versteckte Beininnenhosentasche jetzt leergekauft, dafuer stinkt Stephi jetzt nicht mehr so, sonder riecht seeehr lecker nach Chanel… :-D
Nach unserer Shoppingtour war es auch schon Zeit, ein Hostal zu suchen und schlafen zu gehen. Das Hostal wussten wir auch schon, nur war es gar nicht so einfach, da hinzukommen. In Ecuador waren diesen Sonntag naemlich wieder Wahlen. Aber nicht nur fuer eine neue Konstitution, sonder fuer den Praesidenten, sondern auch fuer die Buergermeister, Abgeordneten und was weiss ich noch alles in GANZ Ecuador! Krass oder? Es wird einfach ALLES auf einmal gewaehlt! Und Wahlen heisst in Ecuador „Ley seca“, also Alkoholverbot! Von Freitag um 12 Uhr bis Montag um 12 Uhr! Und wegen diesem dummen Gesetz sind an jenem besagten Abend auch fast keine Busse mehr gefahren. Und das, obwohl wir ins Partyviertel Quitos wollten. Also sind wir zuerst mim Taxi ein Stueck gefahren, wo wir gleich einen neuen Freund kennengelernt haben. Das heisst er wollte unser Freund sein, aber wir wollten nicht so recht… Dann ab in den Bus und wieder ein Stueck weiter. Aussteigen und auf den naechsten Bus warten. Einsteigen, bisschen fahren, nach 10 Minuten wieder aussteigen, in den Tolebus und nach einer halben Ewigkeit waren wir so um halb 11 Uhr nachts endlich an der Zielhaltestelle. Haetten wir gewusst, dass das so kompliziert wird, haetten wir von Anfang an auch ein Taxi nehmen koennen. Das waere ungefaehr gleich teuer gewesen :-) . Aber man spart wo man kann… Gluecklicherweise hatte der Pizza Hut auch noch auf und so konnten wir noch schnell was leckeres Essen, bevor wir uns ein Schlafquartier suchten.

Sonntagmorgen mussten wir schliesslich schon frueh raus, um Manuel am Flughafen abzuholen. Der kam auch ueberraschend puenktlich an uns so waren wir schon bald in Otavalo! Soll ich euch noch eine sinnlose aber lustig Ueberegung erzaehlen? Ich war in diesen 10 Monaten (natuerlich erst wenn ich geh) ganze 10 mal am Quitoer Flughafen! Krass oder? Dazu muss ich sagen, dass wir in den ersten 3 Monaten gar nicht waren :-) .

Sonntagabend haben Stephi, Manuel und ich genutzt, um unser naechstes Abenteuer zu planen. Teil 5 der Abenteuerserie! Schliesslich wollen wir euch ja auch was bieten hier… Unser Plan ist es nun, ich erzaehl euch das lieber mal, vielleicht klappt es ja nicht und dann kann ich wenigstens sagen, wir wollten aber wirklich,….. Der Plan ist also nichtmehr der Cotopaxi, sonder zuerstmal der Iliniza! Das ist ein Berg in der naehe vom Cotopaxi, aber nicht ganz so hoch und nicht aktiv. Trotzdem auch schon 5100irgendwas m hoch und mit Schnee! Perfekte Uebungsbedingungen fuer einen spaeteren Aufstieg auf den Cotopaxi! Freitag soll es schon losgehen. Immerhin muessen wir auch ein Stueck zum Refugio aufsteigen. Dort werden wir Nachmittags hoffenlich erstmal ein paar Uebungen im Schnee machen koennen, bevor wir frueh Schlafen gehen. Denn Samstagmorgen, oder Samstagnacht, geht es so um 2 Uhr los auf den Gipfel des Iliniza Sur! Ja das ist der Plan! Natuerlich werde ich euch ausfuehrlich von unseren Erlebnissen erzaehlen! Das macht man ja schliesslich nicht alle Tage und auch nicht jeder. Die anderen ziehen es naemlich vor, die paar Tage chillend am Strand von Canoa zu verbringen :-) . So bleiben nur noch Stephi, Manuel und ich und natuerlich unser treuer Guide Christian mit ihm und dessen Freunden wir das naechste Abenteuer bestreiten wollen!

Kurzes Update! Planaenderung. Eben sind wir zu Pablo ins Hostal. Pablo ist immer mit von der Partie, wenn wir irgendwas unternehmen, als Nebenguide oder so was. Wir gehen nicht auf den Iliniza Sur, sondern auf den Iliniza norte. Das beruhigt mich aber doch schon etwas. Die Berge sind zwar kaum unterschiedlich hoch, aber der Norte hat kein Schnee und ist um einiges leichter. Bei dem Sur steht im Reisefuehrer, dass das ein Berg fuer den anspruchsvollen Andinisten ist. Ja, das sind wir ja noch gar nicht. Also nur auf die andere Spitze von dem Iliniza. Dafuer laufen wir Freitag erstmal 4 Stunden zum Refugio, mit Schlafsack und Essen bepackt. Samstag sind es dann nur noch so 2 Stunden zum Gipfel und 4 Stunden wieder runter. Ja, so ist der aktuelle Plan… Denkt an uns, wenn ihr einen schoenen 1. Mai Ausflug macht und ein bisschen in der Schwaebischen Alb wandern geht. Immerhin ja auch schon auf 800 m oder wie „hoch“ auch immer das schon ist :-)

Bilder vom Essen kommen noch. Muss mich aber jetzt erstmal psychisch und physisch auf unser morgiges Abenteuer vorbereiten…;-)

~ von annikacathrin am 1 Mai, 2009.

Eine Antwort schreiben